Die Welt im Blick: Perspektiven aus dem Akademienprogramm

Das Akademienprogramm beim Salon Sophie Charlotte 2020

Die Welt im Blick: Barocke Bildräume, mittelalterliche Raumkunst und die Welt im „Truhenmodell“

Die Akademienunion hat sich mit drei Beiträgen am Salon Sophie Charlotte der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften zum Thema „Weltbilder“ beteiligt. Im Säulensaal der Akademie konnten Besucherinnen und Besucher die Forschungsprojekte aus dem Akademienprogramm entdecken: An ihren Ständen luden die Projekte dazu ein, barocke Bildwerke virtuell zu besichtigen, in die farbige Welt mittelalterlicher Glasmalerei einzutauchen und anhand eines „Truhenmodells" mehr über das christliche Weltbild der Spätantike zu erfahren.

  • Akademienunion beim Salon Sophie Charlotte, 18. Januar 2020, Berlin

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Barocke Bildräume (virtuell) erschließen

Prachtvolle Bilderräume sind in Schlössern, Kirchen und Klöstern der Renaissance und des Barock in Deutschland und Europa zu entdecken. Sie sind mit Malereien auf den Decken oder Wänden geschmückt, die fiktive Ausblicke in den Himmel, eine Architektur oder eine Landschaft freigeben und scheinbar von Göttern, Heiligen, manchmal sogar realen Personen bewohnt sind.  Das Projekt Corpus der Barocken Deckenmalerei in Deutschland (CbDD)der Bayerischen Akademie der Wissenschaften erschließt diese Räume mit analysierenden Texten und Fotografien in einer digitalen Datenbank.  Am Stand präsentierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Auswahl der neu angefertigten Farbfotografien und stellten in einer VR-Brille das digitale 3D-Modell eines der barocken Bilderräume vor.

Mittelalterliche Raumkunst nah gerückt

Glasmalereien sind eine der wichtigsten Kunstgattungen des europäischen Mittelalters. Mit ihrem farbigen Leuchten und ihrem Bilderreichtum prägen sie noch heute viele Kirchenräume, doch entziehen sich – hoch oben angebracht – dem genauen Blick. Wie wurden sie hergestellt, wie sind sie genau gestaltet und was bedeuten die Geschichten, die sie erzählen? Diese Fragen beantworteten Mitarbeiterinnen des internationalen Glasmalereiforschungsprojektes  Corpus Vitrearum Medii Aevi (CVMA)und überbrückten u.a. mit digitalen Methoden die Distanz. Das CVMA Deutschland ist ein gemeinsames Projekt der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz.

Die Welt in der Runddeckeltruhe

Das Akademienprojekt Die alexandrinische und antiochenische Bibelexegese in der Spätantikeder Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften erstellt kritische Editionen von spätantiken christlichen Kommentaren und Predigten zu alttestamentlichen Texten, insbesondere zum Psalter. Anhand eines Modells aus Karton und Pappmaché luden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Projekts zum Gespräch über ein spätantikes christliches Weltbild ein, wie es einem in den im Projekt edierten Texten entgegentritt. Mit dem „Truhenmodell“ wird veranschaulicht, wie dieses den Menschen in der Spätantike bei der Erschließung und Deutung von Welt und Wirklichkeit unterstützt hat, wie ihnen zugleich aber der Modellcharakter und die Verwendung symbolischer Sprache dabei immer bewusst blieb.

Die präsentierten Forschungsprojekte sind Teil des von Bund und Ländern geförderten Akademienprogramms,das der Erschließung, Sicherung und Vergegenwärtigung des kulturellen Erbes dient. Das Akademienprogramm ist derzeit das größte geisteswissenschaftliche Langzeit-Forschungsprogramm der Bundesrepublik Deutschland.


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