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Nachrichten

Videoreihe: Klang der alten Sprachen

08.11.2021

Altägyptisch, Hethitisch, Altgriechisch, Altuigurisch, und Latein: Woher weiß man heutzutage, wie alte Sprachen aus der Antike oder dem Mittelalter klangen? Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus fünf Projekten unseres Akademienprogramms lesen aus Originaltexten und erklären in kompakten und anschaulichen Videos, mit welchen Methoden die Forschung solche Fragen beantworten kann.

Hethitisch

Den Mythos vom Schlangendämon Illuyanka rezitierten die Hethiterinnen und Hethiter bei Festritualen – und heute in unserem Video Prof. Gerfrid Müller vom Projekt „Corpus der hethitischen Festrituale“ der Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz. Der Text wurde in der hethitischen Hauptstadt Hattusa (in der Nähe des heutigen Ankaras) gefunden. Hethitisch stammt aus Zentralanatolien im 2. Jahrhundert und ist eine der ältesten überlieferten indogermanischen Sprachen.

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Altuigurisch

Prof. Jens Peter Laut liest aus der „Maitrisimit“, einem religiösen Text, der das Leben und Wirken des zukünftigen Buddha Maitreya und auch die Jahrmillionen dauernde Folge von Wiedergeburten aller Lebewesen beschreibt. Der Text wurde bei der 2. deutschen Turfanexpedition in Sängim an der nördlichen Seidenstraße gefunden. Altuigurisch ist eine der die ältesten überlieferten Türksprachen: Da die meisten Sprachen dieser Familie in ihren Grundzügen relativ stabil blieben und somit untereinander Ähnlichkeiten aufweisen, können wir heute von modernen Türksprachen Rückschlüsse auf das Alttürkische ziehen. Das „Wörterbuch des Altuigurischen“ der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen erforscht den Wortschatz und die Strukturen dieser Sprache.

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Altägyptisch

Annette Sundermeyer liest den Anfang einer lautlichen Rekonstruktion des Zwei-Wege-Buches vor, das in Hieroglyphen auf Holzsärgen in Deir el-Berscheh (Mittelägypten) bezeugt ist. Darin beschwört der Verstorbene den Sonnengott und erhofft sich, an seiner Reise über den Osthorizont und somit ewig am Lebensheil teilnehmen zu können. Hieroglyphisch-Ägyptisch wurde, wie normalerweise Arabisch und Hebräisch, ohne Vokale geschrieben. Woher wissen wir also, wie hieroglyphische Texte geklungen haben? Darüber berichtet Dr. Daniel Werning vom gemeinsamen Akademien-Projekt „Strukturen und Transformationen des Wortschatzes der ägyptischen Sprache“ der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig.

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Altgriechisch

Um ihren Feinden Schaden zuzufügen, hatten die alten Griechen ein magisches Mittel: Eine Fluchtafel, die sie beschrifteten und in der Nähe der unliebsamen Person vergruben. Dr. Daniela Summa trägt die Verwünschungen auf einer solchen Fluchtafel aus Athen. Da es im Griechischen bis heute keinen Sprachabbruch gab und auch seine antike Form bis heute weitreichend gelehrt wird, wissen wir sehr gut, wie sich Altgriechisch anhörte: Prof. Klaus Hallof vom Projekt „Inscriptiones Graecae“ der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften erklärt dies im Video.

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Latein

Das Vorhaben „Corpus Inscriptionum Latinarum“ der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften nimmt uns mit auf eine Reise in das römische Axima, in die heutigen französischen Alpen. Christin Rochlitzer liest aus einem in Stein gemeißelten Gedicht eines römischen Statthalters an den Gott der Natur und der Wälder Silvanus. Durch ihre enge Verwandtschaft mit vielen modernen Sprachen sowie zahlreichen Überlieferungen wissen wir heute sehr gut über die lateinische Aussprache Bescheid.

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Kontakt

Dr. Annette Schaefgen
Leiterin Berliner Büro
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit


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