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08.11.2021

Berlin

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften

13:30 Uhr

Der Akademientag 2021 widmet sich am 8. November 2021 unter dem Titel „Ferne Welten ganz nah – Kulturen im Austausch“ der interdisziplinären Auseinandersetzung mit kulturellen Überlieferungen und Praktiken, die sich über Raum und Zeit hinweg in Austausch befinden. Neben Projektpräsentationen aus dem gemeinsamen Forschungsprogramm der Akademien stehen Diskussionsrunden u.a. zu den großen Zukunftsfragen  - gestern und heute - wie Identität, Migration oder Globalisierung auf dem Programm. Die Federführung für den Akademientag 2021 haben die Bayerische Akademie der Wissenschaften und die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften gemeinsam inne.

Die Veranstaltung wird im Livestream übertragen.

Programm

13:30 Uhr
Eröffnung des Akademientages und Begrüßung

Prof. Dr. Christoph Markschies, Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften

13:45 Uhr
Der heutige Blick auf alte Kulturen - Kurzvorträge aus den Forschungsprojekten 

Warum graben wir Altertümer aus, edieren historische Inschriften oder kommentieren Papyrusurkunden? Unsere eigene Kultur lernen wir häufig erst richtig kennen, indem wir unseren Blick auf andere Kulturen richten. Doch wie gelingt uns das, wenn diese nicht nur zeitlich, sondern auch räumlich weit von uns entfernt sind? Wie lassen sich Lebensumstände über große Distanzen rekonstruieren? Abhängig von der Quellenlage hat die Wissenschaft hier recht unterschiedliche Herangehensweisen entwickelt. In Kurzpräsentationen stellen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Forschungsprojekten ihre Arbeit vor. Dabei zeigen sie auf, wie es ihnen gelingt, die räumliche und zeitliche Entfernung zu überbrücken, vor welchen methodologischen Herausforderungen sie hierbei stehen, und wie Nachfolgegenerationen mit dem Kulturerbe umgehen.

"Über Stock und Stein - 3 Millionen Jahre Menschwerdung"
PD Dr. Miriam Haidle, Paläoanthropologin und wissenschaftliche Koordinatorin des Projekts „The role of culture in early expansions of humans – ROCEEH“

"Staatstragende Trinkgelage und keilschriftkundige Kontrolleure"
Prof. Dr. Daniel Schwemer, Altorientalist und Leiter des Projekts „Das Corpus der hethitischen Festrituale“

"Papyrustexte: aus dem Alltag der Antike"
Prof. Dr. Charikleia Armoni, Papyrologin und Arbeitsstellenleiterin des Projekts „Sammlung, Kommentierung und Herausgabe von Papyrusurkunden“

"Was hat der Buddha wirklich gesagt?"
Prof. Dr. Jens-Uwe Hartmann, Indologe und Leiter des Projekts „Die frühbuddhistischen Handschriften aus Gandhāra“

"Wie alt ist der Koran?"
Michael Marx, Islamwissenschaftler und Arbeitsstellenleiter des Projekts „Corpus Coranicum“

"Wer entscheidet, was ein literarisches Werk ist?"
Dorothea Reule, Äthiopistin, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „Die Schriftkultur des christlichen Äthiopiens und Eritreas“

"Aus dem Dornröschenschlaf erweckt - handschriftliches Kulturgut aus Asien und Afrika"
Prof. Dr. Tilman Seidensticker, Islamwissenschaftler und Leiter des Projekts „Katalogisierung der Orientalischen Handschriften in Deutschland (KOHD)“

"Von Menschen und ihren Büchern - Bibliotheca Arabica"
Prof. Dr. Verena Klemm, Islamwissenschaftlerin und Leiterin des Projekts „Bibliotheca Arabica“


15:00 Uhr
Projektstraßen‐Begehung und Kaffeepause

15:45 Uhr
Vernetzt forschen ‐ Perspektiven internationaler Zusammenarbeit“ 

Die Forschungsprojekte aus dem Akademienprogramm sind international vernetzt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen im regen Austausch mit ihren Kolleginnen und Kollegen in den Regionen, deren Kulturgüter sie erforschen. Welche Kooperationen pflegen sie hierbei in den entsprechenden Kulturregionen im Einzelnen? Wie sieht die Zusammenarbeit konkret aus, und welchen Einfluss haben politische Rahmenbedingungen auf die Kooperationen? Wie transparent werden die Forschungsprozesse gestaltet? Über diese und weitere Fragen berichten und diskutieren unsere Podiumsgäste

Dr. Mersha Alehegne, Associate Professor Addis Abeba Universität
Prof. Dr. Alessandro Bausi, Afrikanist und Leiter des Projekts „Die Schriftkultur des christlichen Äthiopiens und Eritreas“ der Akademie der Wissenschaften in Hamburg, Akademiemitglied
Prof. Dr. Jens Peter Laut, Turkologe und Leiter des Projekts „Wörterbuch des Altuigurischen“ der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Akademiemitglied
Prof. Dr. Lothar Ledderose, Sinologe und Leiter des Projekts „Buddhistische Steininschriften in Nord-China“ der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Akademiemitglied

Moderation: Bettina Mittelstraß, Wissenschaftsjournalistin


Alte und Neue Seidenstraße
16:50 Uhr

Die in Deutschland unter dem Namen „Neue Seidenstraße“ bekannte Initiative Chinas ist äußerst umstritten. Zielt sie primär auf die großherzige Unterstützung von Infrastrukturmaßnahmen in Schwellenländern ab, oder geht es mittel- und langfristig nicht doch um die Durchsetzung eines Hegemonieanspruchs? Dabei stellt sich nicht zuletzt auch die Frage nach der historischen Herleitung der diplomatischen und wirtschaftlichen Offensive. Wo liegen also die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem größten, bis weit in die Antike zurückreichenden Verkehrsnetz der vormodernen Welt und dem aktuellen Versuch, die Kontrolle über das globale Beziehungsgeflecht zu festigen. Darüber diskutieren:

Prof. Dr. Doris Fischer, Professorin für China Business and Economics an der Universität Würzburg
Prof. Dr. Eli Franco, em. Professor für Indologie an der Universität Leipzig, Leiter des Projektes „Wissenschaftliche Bearbeitung der buddhistischen Höhlenmalereien in der Kuča-Region der nördlichen Seidenstraße“ der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Akademiemitglied
Prof. Dr. Thomas O. Höllmann; em. Prof. für Sinologie und Ethnologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, Präsident der Bayerischen Akademie der Wissenschaften

Moderation: Dr. Astrid Freyeisen, Bayerischer Rundfunk

19:30 Uhr
Eröffnung der Abendveranstaltung

Prof. Dr. Edwin Kreuzer, Präsident der Akademienunion
Bernd Sibler, Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Bayern
Tobias Dünow, Staatssekretär für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg

Podiumsdiskussion „Identität, Migration, Globalisierung. Große Zukunftsfragen gestern und heute“

Woher kommen wir, wohin gehen wir? Die Beschäftigung mit vergangenen und fernen Kulturen stellt uns immer wieder vor Fragen an das Leben im Heute. Was sind die großen Fragen, die die Menschheit schon immer, aber vielleicht derzeit mehr denn je beschäftigen? Identität, Migration und Globalisierung sind nur einige der Themen, die uns aktuell umtreiben, auf die aber auch schon frühere Kulturen Antworten finden mussten. Wie lassen sie sich historisch verstehen – und welche Lehren ziehen wir aus der Vergangenheit? Über große Zukunftsfragen gestern und heute diskutieren:

Prof. Dr. Karen Radner, Altorientalistin, LMU München, Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
Prof. Dr. Carola Lentz, Ethnologin, Präsidentin des Goethe Instituts, Mitglied der Berlin Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
Prof. Dr. Naika Foroutan, Direktorin Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung, Berlin

Moderation: Shelly Kupferberg, Wissenschaftsjournalistin

13:00 - 17:30 Uhr

Die Projektstraße bietet Ihnen spannende Einblicke in die Forschungsarbeit unserer Akademien. Folgende Forschungsprojekte aus dem Akademienprogramm laden Sie mit ihren Ausstellungen und Präsentationen zum Mitmachen und Entdecken ein:

 

The role of culture in early expansions of humans – ROCEEH

Was sind die Grundlagen unserer Kultur? Wann und wo finden wir Hinweise auf die Ursprünge des Menschseins? Und wie ging es danach weiter? Auf diese zentralen Fragen der menschlichen Evolution gibt das Forschungsprojekt der Heidelberger Akademie der Wissenschaften Antworten.

 

Das Corpus der hethitischen Festrituale

Festritualtexte sind die umfangreichste Gruppe von Keilschrifttexten aus dem spätbronzezeitlichen Anatolien. Sie bieten eine im Alten Orient einmalig dichte Dokumentation des Kultwesens und seiner Verwaltung. Das Vorhaben der Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz erschließt und rekonstruiert diesen Textkorpus in webbasierten Editionen.

 

Sammlung, Kommentierung und Herausgabe von Papyrusurkunden

Die Texte auf Papyrus und ähnlichen Schriftträgern eröffnen überraschende Einblicke in die einstige Lebenswirklichkeit der Menschen. Das Projekt der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste erforscht diese nur schwer lesbaren oder fragmentarisch überlieferten antiken und mittelalterlichen Zeugnisse und macht sie mit digitalen Methoden zugänglich.

 

Die frühbuddhistischen Handschriften aus Gandhāra

Das Forschungsvorhaben der Bayerischen Akademie der Wissenschaften erschließt Handschriften, die in den 1990er Jahren im Norden Pakistans und Osten Afghanistans – dem antiken Gandhāra – gefunden wurden. Die Originalquellen liefern neue Erkenntnisse zur frühen Geschichte des Buddhismus und seinem Weg zur Weltreligion.

 

Corpus Coranicum

Das Vorhaben der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften widmet sich zwei grundlegenden Desiderata der Koranforschung: Es dokumentiert den Korantext in seiner handschriftlichen und mündlichen Überlieferungsgestalt und erstellt einen umfassenden Kommentar, der den Text konsequent im Rahmen seines historischen Entstehungskontextes auslegt.

 

Beta maṣāḥǝft

Was das Schreiben mit dem Menschen, und was der Mensch mit dem Schreiben macht, erforscht das Projekt „Beta maṣāḥǝft“ der Akademie der Wissenschaften in Hamburg: Im Fokus steht die jahrhundertealte Handschriftenkultur des christlichen Äthiopiens, die noch heute lebendig ist.

 

Katalogisierung der orientalischen Handschriften in Deutschland (KOHD)

Noch längst sind nicht alle Handschriften in orientalischen Schriften und Sprachen in den deutschen Bibliotheken und Sammlungen katalogisiert. Das Projekt der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, alle zu erfassen und in gedruckten Katalogen bzw. Datenbanken zugänglich zu machen.

 

Bibliotheca Arabica

Das Projekt der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig erforscht die arabischsprachige Literatur zwischen 1150 und 1850 und erstellt eine digitale Forschungsplattform. Diese eröffnet vielen Disziplinen, die sich den religiösen und ethnischen Gemeinschaften in der islamisch geprägten Welt widmen, neue Zugänge zum überlieferten Erbe arabischer Handschriften.

 

Buddhistische Steininschriften in Nord-China

Im 6. Jahrhundert n. Chr. erwarteten die Buddhisten in China eine apokalyptische Katastrophe, in der ihre auf Papier und Seide geschriebenen Schriften in Flammen aufgehen würden. Sie meißelten daher tausende von Schriftzeichen in den Fels. Dieses Kulturgut erschließt das Projekt der Heidelberger Akademie der Wissenschaften mit modernsten digitalen Methoden.

 

Wörterbuch des Altuigurischen

Das Altuigurische oder Alttürkische ist von seiner Bedeutung her für die Turksprachen vergleichbar mit dem Lateinischen bei den romanischen Sprachen. Ein auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft befindliches Belegwörterbuch dieser Sprache gibt es allerdings noch nicht. Dieses wird vom Projekt der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen erarbeitet.

 

Wissenschaftliche Bearbeitung der buddhistischen Höhlenmalereien in der Kuča-Region der nördlichen Seidenstraße

In den buddhistischen Höhlenanlagen der an der nördlichen Seidenstraße gelegenen Kuča-Region finden sich beeindruckende Wandmalereien aus dem ca. 5. bis 10. Jahrhundert. Das Projekt der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig erschließt und dokumentiert diese erstmalig komplett.

Impressionen vom Akademientag 2021


Vergangene Akademientage

17.06.2019

Akademientag 2019 | Der Klang Europas

Mainz | 12:00 Uhr

Der Akademientag 2019 widmete sich dem Thema "Der Klang Europas" und fand am 17. Juni in der Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz statt.

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11.06.2018

Akademientag 2018 | Geisteswissenschaften 3.0

Berlin | 12:30 Uhr

Der Akademientag 2018 widmete sich dem Thema "Geisteswissenschaften 3.0: Vergegenwärtigung des kulturellen Welterbes" und fand am 11. Juni in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften statt.

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07.07.2017

Akademientag 2017 | Umbruch, Aufbruch, Vielfalt - Die Reformation und ihre Wirkungen

Heidelberg | 12:30 Uhr

Der Akademientag widmete sich 2017 dem Thema "Umbruch, Aufbruch, Vielfalt - Die Reformation und ihre Wirkungen" und fand am 7. Juli 2017 in der Universität Heidelberg statt.

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Kontakt

Dr. Annette Schaefgen
Leiterin Berliner Büro
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit


030 / 325 98 73 70
schaefgen@akademienunion-berlin.de