Zum Hauptinhalt springen
Baum aus Wiese, links grün, rechts ausgedürrt
Geisteswissenschaft im DialogDiskussion

Klimakrise(n) in Russland, den USA und China: Regionaler Fokus und globale Bedeutung

Podiumsdiskussion

20.10.2022

Heidelberg

Heidelberger Akademie der Wissenschaften

18:00 Uhr

 

 

 

 

 

Es diskutierten:

Dr. Sarah Beringer
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Historischen Institut Washington

Dr. Benjamin Beuerle
Forscher am Centre Marc Bloch (Berlin)

Prof. Dr. Sabine Dabringhaus
Professorin für Außereuropäische Geschichte (Schwerpunkt Ostasien) an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Prof. Dr. Ernst-Ludwig von Thadden
Professor für Volkwirtschaftslehre an der Universität Mannheim

Moderation: Monika Seynsche
Wissenschaftsjournalistin und Moderatorin

Mit dem Pariser Klimaabkommen einigten sich im Dezember 2015 Delegierte aus 195 Ländern auf das Ziel, die Erderwärmung auf „deutlich unter zwei Grad“ Celsius im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Während die Weltgemeinschaft im ersten Jahrfünft nach der Unterzeichnung des Abkommens der Erreichung dieses Ziels kaum näherkam und es mittlerweile irreversibel zu verfehlen droht, markierten die Jahre 2020 und 2021 einen neuen weltweiten Aufbruch in der Klimapolitik. Neben der EU, die ihre Dekarbonisierungsziele mit dem Green New Deal konkretisierte und verschärfte, kamen wichtige Signale nicht zuletzt auch aus den USA, Russland und China. Diese drei Länder gehören je zu den vier größten Flächenstaaten und zu den vier größten Verursachern von Treibhausgasen weltweit. Von ihrer zukünftigen Politik wird es in weiten Teilen abhängen, ob der Klimawandel auf ein den kommenden Generationen zumutbares Maß begrenzt werden kann. Die USA traten nach der Wahl Bidens dem Pariser Klimaabkommen wieder bei und nahmen Kurs auf eine ambitionierte Klimapolitik; Russland verkündete 2021 erstmals eigene Dekarbonisierungsziele; China verpflichtete sich im selben Jahr, die Finanzierung von Kohlekraftwerken im Ausland einzustellen.

Der mit dem Einmarsch russischer Truppen am 24. Februar 2022 begonnene Angriffskrieg gegen die Ukraine bedeutet in vielerlei Hinsicht eine Zeitenwende. Dies gilt für die internationale Staatenordnung wie auch für die dringliche Bekämpfung des Klimawandels. Vor dem Hintergrund verschärfter geopolitischer Spannungen und einer grundlegenden Infragestellung der bisherigen Energiebeziehungen droht die Klimakrise – zumindest für den Moment – auf der Agenda vieler Regierungen in den Hintergrund zu treten.

Die Podiumsdiskussion setzt sich zum Ziel, diese Zusammenhänge vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse aufzuzeigen. Während alle drei Länder aufgrund ihrer geografischen Größe, ihres geopolitischen Einflusses und ihres Anteils an den weltweiten Treibhausgasemissionen wichtige Akteure für die Bekämpfung des Klimawandels sind, zeigt sich die Klimakrise in ihnen jeweils in unterschiedlichen Ausprägungen. Für die USA gilt z.B., dass sie mit einer politischen Krise einhergeht, denn der Handlungswille verläuft zumeist entlang der Trennlinie zwischen Demokraten und Republikanern. Russland ist mit seinen riesigen Permafrost- und Waldflächen immer stärker vom Klimawandel betroffen und sieht zugleich angesichts der starken Abhängigkeit von fossilen Rohstoffeinnahmen und des weltweiten Dekarbonisierungstrends schwierigen Zeiten entgegen. Die autoritäre Regierung in Beijing betont zwar ihr Engagement für eine „ökologische Zivilisation“, steht aber bei der Umsetzung ihrer Klimaziele auf lokaler Ebene vor großen Herausforderungen.

Das Podium diskutiert u. a. zu folgenden Fragen:

Wie stellt sich die Klimakrise in diesen drei Großmächten dar und wie wird sie wahrgenommen? Welche Unterschiede, welche Gemeinsamkeiten und welche Verbindungslinien gibt es zwischen ihnen? Welche Reaktionsmuster lassen sich beobachten und welche Perspektiven auf Überwindung sind global denkbar und werden in den einzelnen Ländern diskutiert? Diese Fragen werden im Zentrum der Podiumsdiskussion stehen.

Ort: Heidelberger Akademie der Wissenschaften oder digital per Zoom

Bitte melden Sie sich per E-Mail an: gid@maxweberstiftung.de

 


Weitere Veranstaltungen

Geisteswissenschaft im Dialog
02.07.2026

Die GiD-Veranstaltung nimmt das 250-jährige Bestehen der USA in den Fokus.

Wie aktuell sind die Ideale der US-amerikanischen Unabhängigkeitserklärung von 1776? Welche Widersprüche prägten die Gründung der Vereinigten Staaten – und wie wirken sie bis heute nach? Welche Herausforderungen stellen die aktuellen politischen…

Weiterlesen
Video
25.06.2026

1776 – 2026: Ursprung, Anspruch und Wirklichkeit in den USA

Die Gründungsväter der USA und die Unabhängigkeitserklärung prägten Freiheitsideen weltweit. Zum 250. Jahrestag treffen Deutungskämpfe auf aktuelle Spannungen. „No Kings“-Proteste aktualisieren Fragen nach Freiheit, Macht und Recht. Welche Lektionen…

Weiterlesen
Geisteswissenschaft im Dialog
23.06.2026

1776 – 2026: Ursprung, Anspruch und Wirklichkeit in den USA

Die Gründungsväter der USA und die Unabhängigkeitserklärung prägten Freiheitsideen weltweit. Zum 250. Jahrestag treffen Deutungskämpfe auf aktuelle Spannungen. „No Kings“-Proteste aktualisieren Fragen nach Freiheit, Macht und Recht. Welche Lektionen…

Weiterlesen

Kontakt

Dr. Annette Schaefgen
Leiterin Berliner Büro
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit


030 / 325 98 73 70
annette.schaefgen@akademienunion.de