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Stellungnahme

Resilienz digitalisierter Energiesysteme

Wie können Blackout-Risiken begrenzt werden?

Stellungnahme (PDF)

Kurfassung (PDF)

Die Digitalisierung kann die Energieversorgung umweltfreundlicher, zuverlässiger und ökonomisch effizienter machen. Zugleich erwachsen aus ihr neue Fehlerquellen und Angriffsflächen. So schnitt am 14. August 2003 ein großflächiger Stromausfall 55 Millionen Menschen in der Nordost-Region der USA und in Teilen Kanadas von der Stromversorgung ab. Erst nach zwei Tagen waren wieder alle Verbraucher am Netz. Die Ursache war ein unerkannter Softwarefehler, der durch eine unglückliche Verkettung von Ereignissen schwerwiegende Folgen hatte. Und bereits 2015 gelang es Hackern in der Ukraine weltweit zum ersten Mal, einen Stromausfall auszulösen.

Blackouts sind besonders bedrohlich, weil das Stromsystem eine Sonderstellung unter den kritischen Infrastrukturen einnimmt. Wasserversorgung und -entsorgung, Transport, Gesundheitswesen sowie Informations- und Kommunikationstechnologien reagieren bereits nach kurzer Zeit empfindlich auf Störungen in der Stromversorgung.

Eine ESYS-Arbeitsgruppe untersuchte anhand möglicher Zukunftsszenarien für das Jahr 2040, wie sich Risikofaktoren für Blackouts entwickeln und welche neu entstehen könnten. Sowohl die Energiewende als auch die Digitalisierung sind jeweils dynamische Geschehen, deren Einflussfaktoren nicht immer gesteuert werden können. Unvorhergesehene und unvorhersehbare Ereignisse werden deshalb zukünftig häufiger eintreten, sodass bewährte Maßnahmen des Risikomanagements nicht mehr greifen.

Für solche ungewissen Situationen, so die Forscherinnen und Forscher, eignet sich das Konzept der Resilienz. Ein resilientes Energiesystem kann Störereignisse unbeschadet abfangen oder zumindest in kurzer Zeit mit möglichst geringem Schaden und mit vertretbaren Kosten wieder in den normalen Betriebszustand zurückkehren. Die Arbeitsgruppe skizziert 15 Handlungsoptionen, die als Bausteine einer Resilienzstrategie gegen große Blackouts dienen können.


Es zeigt sich deutlich, dass die Verantwortung für eine zuverlässige Stromversorgung zukünftig nicht mehr ausschließlich bei den großen Akteuren der Energieversorgung liegt: auch kleinere Akteure der Energieversorgung, Bürgerinnen und Bürger sowie Akteure außerhalb des Stromsystems, wie etwa Plattformbetreiber, Betreiber öffentlicher Kommunikationsnetze und Gerätehersteller, müssen zur Sicherung der Resilienz beitragen.


Kontakt

Dr. Annette Schaefgen
Leiterin Berliner Büro
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit


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