Einwanderungsland Deutschland? Migrationspolitik in lokaler Perspektive und globalem Vergleich

Grenzüberschreitende Migration ist ein globales, gesellschaftspolitisches Thema unserer Zeit. Die UNO geht von rund 232 Millionen Menschen aus, die entweder vor Kriegen oder Verfolgung flüchten oder der wirtschaftlichen Armut in der Heimat entkommen wollen. Auch in Deutschland halten sich fast zehn Millionen Zuwanderer auf. Nachdem in den letzten Jahren auch die Zuzüge aus den besonders von der „Euro-Krise“ betroffenen EU-Ländern wie Griechenland, Spanien oder Portugal deutlich zugenommen haben, ist die Bundesrepublik heute nach den USA und Russland das drittgrößte Einwanderungsland der Welt. (Quelle: unmigration.org)

  • 3. Juni 2014

    Einwanderungsland Deutschland?

    Fritz-Thyssen-Stiftung, Köln

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So bringt ein Leben in Deutschland im Vergleich mit anderen Ländern neben Sicherheit vor allem wirtschaftliche Vorteile. Auch die hiesigen Unternehmen profitieren von den einwandernden Fachkräften. Andererseits aber polarisierte die Aufnahme von sogenannten „Armutsmigranten“ aus Rumänien und Bulgarien jüngst die Migrationsdebatte. Besonders wegen seiner schrumpfenden einheimischen Bevölkerung ist Deutschland auf Zuwanderung angewiesen, aber Immigration schürt in einigen Teilen der Bevölkerung auch Ängste.

Hat die deutsche Migrationspolitik passende Antworten auf diese Problemkonstellation gefunden? Wie unterscheidet sich Deutschland in seinem Zugang zu Migration und Migranten von anderen Ländern? Denn Migration ist kein lokales, sondern ein globales Phänomen. Die hiesigen Herausforderungen und Chancen sind demnach nicht singulär. Erkennt man ähnliche Probleme und Lösungsansätze in anderen Teilen der Welt, oder ist unser Verständnis von Migration und Migrationspolitik grundsätzlich anders? Welche migrationspolitischen Faktoren führen z. B. dazu, dass viele, gut ausgebildete „Deutsch-Türken“ in die Türkei „re-migrieren“? Ist die „Willkommenskultur“ eine andere? Mit welchen Problemen und Potentialen hat es Migrationspolitik zu tun? Was verstärkt potenzielle Konflikte und sollte vermieden werden? Welche Rolle spielt die Bildung? Kann eine Steuerung der Zuwanderung Migrationsprobleme lösen?

Über dieses Thema diskutierten:

Prof. Dr. Jochen Oltmer (Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien)
Doç Dr. Barbara Pusch (Orient-Institut Istanbul)
Dr. Thomas Scheffler (Orient-Institut Beirut)
Dr. Lazaros Miliopoulos (Universität Bonn)

Moderation: Gábor Paál


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