Speak Dating: Gebärdensprache, Familiennamen, Altägyptisch

Speak Dating: Gebärdensprache, Familiennamen und Altägyptisch

Die Akademienunion beteiligte sich am Salon Sophie Charlotte der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften zum Thema „Ist Sprache eine Waffe?“ mit mehreren Beiträgen. Prof. Dr. Dr. Hanns Hatt, Präsident der Akademienunion und Geruchsforscher, sprach über „Die Sprache der Düfte“. In einer „kleinen Projektstraße“ im Säulen-Saal der Akademie präsentieren sich zudem drei Sprachprojekte aus dem Akademienprogramm und luden beim „Speak Dating“ zum interaktiven Kennenlernen ein: Mit dabei waren das Wörterbuch zur Gebärdensprache, das digitale Familiennamenwörterbuch Deutschlands und das Forschungsprojekt zum Wortschatz der altägyptischen Sprache.

  • Akademienunion beim Salon Sophie Charlotte, 20. Januar 2018, Berlin

    Prof. Dr. Dr. Hanns Hatt, Präsident der Akademienunion, über "Die Sprache der Düfte"

    AWK NRW
  • Akademienunion beim Salon Sophie Charlotte, 20. Januar 2018, Berlin

    Speak Dating: Sprachprojekte aus dem Akademienprogramm stellen sich vor

    BBAW
  • Akademienunion beim Salon Sophie Charlotte, 20. Januar 2018, Berlin

    Speak Dating: Gebärdensprache – Ein Wörterbuch für die Sprache der Hände

    DGS
  • Akademienunion beim Salon Sophie Charlotte, 20. Januar 2018, Berlin

    Speak Dating: Schmidt, Kowalski, Demirci – Familiennamen digital

    0 AdWL-Mainz
  • Akademienunion beim Salon Sophie Charlotte, 20. Januar 2018, Berlin

    Speak Dating: Wortschatz im Wandel – das Altägyptische Wörterbuch

    0 Turin, Museo Egizio 314, um 1500 v. Chr., Archiv des Altägyptischen Wörterbuchs, BBAW, Inv. 153

Wie sagt man in Gebärdensprache „Hallo“ und „Tschüss“? Ist Gebärdensprache international? Diese Fragen konnten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Akademieprojekts Entwicklung eines korpusbasierten elektronischen Wörterbuchs Deutsche Gebärdensprache (DGS) – Deutsch beantworten, denn in Hamburg entsteht derzeit das erste digitale Gebärdensprachen-Wörterbuch. Im Zeitraum von 2010-2012 wurden an 12 verschiedenen Orten in Deutschland 330 Gehörlose gefilmt. Etwa 350 Stunden Videomaterial werden derzeit von einem Team aus Gehörlosen und Hörenden bearbeitet und analysiert. Daraus entsteht ein Korpus mit voraussichtlich 6.000 Einträgen, das die Alltagssprache kompetenter gehörloser DGS-Benutzerinnen und -Benutzer widerspiegelt. Mehr über das Forschungsprojekt erfahren Sie auch in diesem Video.

Schmidt, Kowalski, Demirci: Jeder trägt einen Familiennamen, der als Teil der eigenen Persönlichkeit und Familiengeschichte wahrgenommen wird. Die Namen transportieren Informationen aus der Zeit ihrer Entstehung im 12.-15. Jahrhundert. Wie Fossilien konservieren sie sprach- und kulturgeschichtliche Informationen wie z. B. Hinweise auf mittelalterliche Berufe. Das Akademieprojekt Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands (DFD) der Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz erschließt den aktuellen Familiennamenbestand Deutschlands und macht die Ergebnisse online zugänglich. Erstmals werden Familiennamen lexikographisch erfasst, kartiert und etymologisiert. Auf der Projektwebseite und am Stand in der "Projektstraße" konnte die Verbreitung der Familiennamen, soweit diese bereits erfasst sind, recherchiert werden.

Die altägyptische Kultur hat mit 4000 Jahren die längste Texttradition der Menschheit. Orakel, Kriegsberichte oder Totenbücher wurden verfasst und auf Papyrus, Tempelwänden, Statuen oder Särgen in den wechselnden Schriftsystemen des Ägyptischen aufgezeichnet. Sie sind Zeuge für das Weltverständnis und für das Wissen einer der prägenden Kulturen der Alten Welt. Arbeitsstellen der Berlin-Brandenburgischen und der Sächsischen Akademie erarbeiten im Forschungsprojekt Strukturen und Transformationen des Wortschatzes der ägyptischen Sprache. Text und Wissenskultur im Alten Ägypten derzeit ein umfassendes, lexikalisch, morphologisch und syntaktisch kommentiertes digitales Corpus ägyptischer Texte aller Sprach- und Schriftepochen, das mit einem Wörterbuch verknüpft wird, welches auch die historische Entwicklung der Sprache berücksichtigt. Damit wird die Möglichkeit geschaffen, in Text und Wortschatz über die Grenzen der einzelnen Schriftformen hinweg zu recherchieren und den Sprachwandel nachzuvollziehen. Über das Webportal Thesaurus Linguae Aegyptiae sind Corpus und Wörterbuch auch im Netz frei verfügbar.

Mehr über die Welt der „Alten Sprachen“ im Akademienprogramm konnten die Besucherinnen und Besucher zudem an einer Hörstation erfahren. Wie klingen Hieroglyphen oder Hethitisch und Hurritisch? Wie unterscheidet sich das Altgriechische vom Neugriechischen? Und woher weiß man, wie sich Latein angehört hat?

Die präsentierten Forschungsprojekte sind Teil des von Bund und Ländern geförderten Akademienprogramms, das der Erschließung, Sicherung und Vergegenwärtigung unseres kulturellen Erbes dient. Das Akademienprogramm ist derzeit das größte geisteswissenschaftliche Forschungsprogramm der Bundesrepublik Deutschland.

Veranstaltungsprogramm zum Salon Sophie Charlotte


© Union der deutschen Akademien der Wissenschaften 2014