Repertorium Academicum Germanicum (RAG)

Die "Akademisierung" und "Professionalisierung"  von Tätigkeiten an den Höfen, in Räten, Gerichten und Kanzleien der Könige und Kaiser, in geistlichen und weltlichen Territorien sowie in den Städten und Kirchen sind wesentliche Voraussetzungen für die Entstehung moderner "Staatlichkeit". Das Repertorium Academicum Germanicum (RAG) bildet die Basis, die mittelalterlichen Ursprünge dieser Prozesse auf dem Weg zur neuzeitlichen Wissensgesellschaft von europäischer Dimension detailliert zu erforschen.

  • Repertorium Academicum Germanicum (RAG)

    Dr. iur. Johannes de Bau // Bayerisches Hauptarchiv, Geheimes Hausarchiv, Handschrift 12, fol. 6v.

Im März 2006 ging das erste Segment des RAG online. Inzwischen (2017) lassen sich Informationen zu Person, Studien und Lebenswegen von mehr als 53.000 graduierten Gelehrten vom Magister Artium bis zum Doktor der Theologie, Jurisprudenz und Medizin in einer im Internet frei zugänglichen Datenbank  mit (demnächst) frei kombinierbaren Kategorien recherchieren. Berücksichtigt sind sämtliche Universitäten des Alten Reiches sowie bereits teilweise des angrenzenden Auslands (Italien, Frankreich, Polen) in der Zeit von 1250 bis 1550. Die Informationsdichte liegt im Durchschnitt bei sechs bis sieben Angaben pro Person bei allerdings grosser Bandbreite zwischen zwei bis drei und fast 100.

Das RAG ist seit 1998 eine Forschungsabteilung der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in München. Die Erfassung und Aufbereitung der Daten zu  mehr als 53.000 Gelehrten (Theologen, Juristen, Medizinern und Artistenmagistern), erfolgt in zwei auswärtigen Arbeitsstellen in Gießen und in Bern (Gesamtleitung: Prof. Dr. Rainer C. Schwinges und Prof. Dr. Christian Hesse, beide Bern).

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