Edition der Briefe Robert und Clara Schumanns mit Freunden und Künstlerkollegen ("Künstlerbriefwechsel")

Robert und Clara Schumann: Das große Musikerpaar der deutschen Romantik hat die Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts nachhaltig geprägt. Die Kontakte zu fast allen bedeutenden Musikern der Zeit, aber auch zu Dichtern und Malern, zu Verlagen, zu Freunden und Familienangehörigen, spiegeln sich in einer umfangreichen Korrespondenz, über die Robert Schumann akribisch Buch führte. Als historisch-kritische Edition erschließt die Schumann-Briefedition systematisch den Gesamtbestand dieser Korrespondenz: vom Liebesbrief zur Geschäftsnotiz, von Nachrichten aus dem europäischen Musikleben zu Berichten über den Entwicklungsweg der Kinder, von Zuschriften mit Artikeln für die 'Neue Zeitschrift für Musik' bis zu Details von Vertragsverhandlungen mit einer kaum zu übersehenden Zahl von Verlagen in ganz Europa.

Der "Künstlerbriefwechsel" – neben der Familienpost und dem Verlegerbriefwechsel der dritte, umfangreichste Teil der Korrespondenz, der ca. 23 Bände einnehmen wird – umfasst alle Briefe, die Clara und Robert Schumann mit Johannes Brahms, Felix Mendelssohn Bartholdy, Joseph Joachim, Stephen Heller, Ferdinand Hiller, Ignaz Moscheles, Julius Rietz und zahllosen weiteren Freunden, Bekannten und Schülern wechselten, ferner alle Schriftstücke in Zusammenhang mit Schumanns Redaktionstätigkeit für die 'Neue Zeitschrift für Musik', die mit ihren vielfältigen Eingriffen Schumanns in die ihm übersandten Texte neue Einblicke nicht nur in seine journalistische Arbeit, sondern auch in die Grundzüge seiner Ästhetik erlauben. Etwa 10.000 Briefe des Musikerpaares stehen zur historisch-kritischen Bearbeitung an.

Geleitet wird das Projekt von Prof. Dr. Michael Heinemann, Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden, und Dr. Thomas Synofzik, Direktor des Robert-Schumann-Hauses in Zwickau. Ab dem 1. Januar 2010 gehört die Schumann-Briefedition mit ihrer Serie II: Künstler- und Freundesbriefwechsel ("Künstlerbriefwechsel") zum Forschungsprogramm der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig. Gefördert wird das Langfristvorhaben in dem von Bund und Ländern gemeinsam finanzierten Akademienprogramm, das von der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften koordiniert wird. Serie I: Familienbriefwechsel und Serie III: Verlegerbriefwechsel der Schumann-Briefedition wurden (und werden) durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft finanziert.

Seit 2008 konnten von der Schumann-Briefedition bereits mehrere Bände vorlegt werden. Dies wurde möglich durch die Zusammenarbeit mit der Neuen Schumann-Gesamtausgabe, welche vom Ausschuss für musikwissenschaftliche Editionen der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften koordiniert wird. Die Schumann-Briefedition erscheint im Verlag Christoph Dohr Köln, die Publikation wird von der Kunststiftung NRW finanziell unterstützt.

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