Dialektatlas Mittleres Westdeutschland (DMW)

Angesichts des rapiden Rückgangs mundartlicher Sprachkompetenz vor allem gen Norden des deutschen Sprachgebiets ist es das Ziel des DMW, mittels einer ersten systematischen Erhebung aktueller Daten noch fassbare Bestände der Dialekte bzw. der maximal standardfernen Sprechweisen zweier Sprechergenerationen im mittleren Westen Deutschlands zu dokumentieren und zu analysieren. Durch Neuerhebungen sollen die bisher noch nicht durch moderne Sprachatlanten erfassten maximal standardfernen Sprachvarietäten in Nordrhein-Westfalen sowie im Südwesten von Niedersachsen und im Norden von Rheinland-Pfalz systematisch und umfassend kartografisch dokumentiert werden (phonetisch-phonologisch, morphologisch, syntaktisch und lexikalisch). Geographisch und auch methodisch schließt der DMW an wichtige existierende Atlasprojekte an und gewährleistet dadurch die Vergleichbarkeit der Daten. Die Forschungsergebnisse werden auch digital via Internet für wissenschaftliche Forschungsaktivitäten Dritter sowie für die interessierte Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

  • Dialektatlas Mittleres Westdeutschland (DMW). Systematische Erhebung sowie Auswertung und Interpretation auf phonetisch-phonologischer, morphologischer, syntaktischer und lexikalischer Ebene

    Copyright: Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste

Aufgrund der heterogenen sprachlichen Gegebenheiten im Untersuchungsgebiet ist mit unterschiedlichen Graden von Dialektnähe bzw. Standardferne zu rechnen, die mit dem DMW innerhalb eines begrenzten Zeitraums erstmalig großräumig systematisch erfasst, strukturell analysiert und verglichen werden sollen. Um die Dynamik des Sprachwandels im Gebiet des DMW zu erfassen, werden Daten zweier Generationen erhoben. Dabei ist davon auszugehen, dass sich der stärkste Grad an Dialektalität vor allem in der ältesten Generation findet, während die Kinder- und Enkelgeneration Formen schwächerer Dialektalität zwischen Basisdialekt und Standardsprache verwendet, die nicht nur räumlich, sondern auch sozial-situativ gebunden sind. Gerade die Kindergeneration der heute 30- bis 40-Jährigen muss miterhoben werden, um so die einmalige Chance zu nutzen, den sprachlichen Umbau im Vergleich der Generationen zu dokumentieren und in Kombination mit den sprachbiographischen Daten auszuwerten.

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