Carl Maria von Weber, Berliner Ausgabe

Die neue Weber-Gesamtausgabe orientiert sich am heutigen Stand musikwissenschaftlicher Editionsverfahren, wobei sie neben dem kritischen vor allem den historischen Aspekt deutlicher in den Mittelpunkt rückt. Sie legt alle musikalischen Werke Webers einschließlich der von ihm stammenden Klavierauszüge eigener und fremder Werke sowie seiner Bearbeitungen eigener und fremder Werke unter Berücksichtigung aller erreichbaren Quellen vor. Auch fragmentarisch überlieferte Kompositionen, Entwürfe und Skizzen werden nach eingehender Untersuchung in angemessener Form dokumentiert. Incerta erscheinen ggf. in Serie X. Geplant sind in 10 Serien etwa 46 Notenbände einschließlich Kritischer Berichte, 8 Bände Tagebücher, 10 Bände Briefe und 2 Bände Schriften sowie als Ergänzung 5 Bände Dokumente und ein Werkverzeichnis. An der Ausgabe sind auch externe Bandherausgeber beteiligt.

  • Carl Maria von Weber, Berliner Ausgabe

    Weber-Gemälde von Caroline Bardua, 1821 / Wikimedia Commons

Ziel der Ausgabe ist die Wiedergabe authentischer Werktexte und -fassungen sowie die Dokumentation der Werkgenese. Die abgedruckten Werktexte werden von eindeutigen Schreib-, Kopier- und Druckfehlern bereinigt und von allen Zusätzen befreit, die erst durch nachträgliche Eingriffe in das überlieferte historische Dokument zustande kamen. Die verschiedenen autorisierten Fassungen eines Werkes sollen als historisch bedingte Zeugnisse über den jeweiligen Stand der kompositorischen Entwicklung des Autors Auskunft geben. Dabei soll die gewählte Hauptquelle in der Edition trotz der revidierenden Eingriffe des Herausgebers möglichst deutlich "durchscheinen", und die Eingriffe des Herausgebers sollen ebenso leicht erkennbar sein.

Die Weber-Gesamtausgabe will als historisch-kritische Ausgabe - d.h. durch die Dokumentation der Entstehungs- und Überlieferungsgeschichte des Werkes in Verbindung mit einer kritischen Sichtung aller erreichbaren Überlieferungsträger -sowohl für die wissenschaftliche Auseinandersetzung als auch die werktreue Pflege der Musik Webers eine verlässliche Grundlage schaffen.

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