Union der deutschen Akademien der Wissenschaften
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Akademienforschung
Kontinuität, Unabhängigkeit und Exzellenz

Die deutschen Akademien der Wissenschaften sind Gelehrtengesellschaften und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen in einem. Ihre auf Kontinuität, Unabhängigkeit und Exzellenz basierende Arbeitsweise erlaubt es ihnen, Forschungsvorhaben zu übernehmen, für die ein langer Atem erforderlich ist. Dazu gehören z. B. die Erstellung wissenschaftlicher Wörterbücher, Lexika oder kritischer Gesamtausgaben großer Denker und Komponisten, aber auch die Durchführung naturwissenschaftlicher Langzeitbeobachtungen. Auf diese Weise schaffen die Akademien Wissensspeicher und stellen Grundlagen für die Nutzung des von ihnen aufgearbeiteten Wissens durch andere Wissenschaftler und die Öffentlichkeit bereit. Diese wiederum greifen gern auf den Fundus der erstellten Wörterbücher, Lexika, Gesamtausgaben und Messreihen zurück, sei es für ihre eigenen Forschungen, für wissenschaftliche Diskussionen oder aber zur Bearbeitung berufsspezifischer Fragestellungen.

Das Akademienprogramm

Das Akademienprogramm ist ein seit 1979/80 von Bund und Ländern gemeinsam finanziertes Programm zur Förderung langfristig angelegter Forschungsvorhaben in den Geistes- und Naturwissenschaften. Mit dem Akademienprogramm betreiben die deutschen Akademien der Wissenschaften eines der größten geisteswissenschaftlichen Forschungsprogramme der Bundesrepublik Deutschland. Es wird von der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften koordiniert und umfasst (Stand 2010) insgesamt 157 Vorhaben mit 205 Arbeitsstellen. Diese setzen sich zusammen aus 24 Wörterbüchern, 117 Editionen, 14 naturwissenschaftlichen Langzeitbeobachtungen und zwei Projekten aus der sozial- und kulturwissenschaftlichen Grundlagenforschung. In den Vorhaben sind insgesamt mehr als 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Über 100 Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer engagieren sich darüber hinaus ehrenamtlich als Projektleiterinnen und Projektleiter in den Vorhaben.

Seit 2006 wird das Akademienprogramm öffentlich ausgeschrieben. Um in das Akademienprogramm aufgenommen zu werden, müssen Forschungsprojekte folgende Kriterien erfüllen: überregionale gesamtstaatliche Bedeutung, hohe wissenschaftliche Relevanz, eine Laufzeit zwischen 12 und 25 Jahren und ein finanzielles Mindestvolumen von 120.000 Euro im Jahr. Über den Haushalt des Akademienprogramms, über die Aufnahme von Neuvorhaben und die Fortführung von laufenden Projekten entscheidet der Ausschuss der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz, in welcher der Bund und die Bundesländer vertreten sind. Die Entscheidungen werden auf der Grundlage der von der Akademienunion aufgestellten Finanz- und Programmplanung gefällt.

Forschungsprojekte der Akademien

Weitere Forschungsprojekte werden von einzelnen Akademien in direkter Förderung durch deren Sitzland oder Drittmittel durchgeführt.

Preise und Auszeichnungen, Nachwuchsförderung

Um den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern, besondere Forschungsleistungen zu prämieren oder ein wissenschaftliches Lebenswerk auszuzeichnen, vergeben die deutschen Akademien der Wissenschaften zahlreiche Preise, Medaillen und Stipendien. Diese Wissen­schaftspreise stellen für die Ausgezeichneten eine besondere Ehrung ganz unabhängig von dem jeweiligen Geldpreis dar. Sie werden meist bei den öffentlichen Jahresfeiern der Akademien in feierlichem Rahmen vergeben. Bei den meisten Preisen ist eine Eigenbewerbung nicht möglich.

Darüber hinaus setzen sich die in der Union zusammengeschlossenen deutschen Akademien der Wissenschaften zunehmend für spezielle Formen der Nachwuchsförderung ein. So hat die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften gemeinsam mit der Leopoldina eine „Junge Akademie“ ins Leben gerufen, die Heidelberger Akademie der Wissenschaften das WIN-Kolleg eingerichtet und die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften ein „Junges Kolleg“ für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses gegründet.

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Bärbel Lange M.A.
Geschwister-Scholl-Straße 2
55131 Mainz
Tel. 06131 / 218528-17
baerbel.lange@akademienunion.de

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