AGs im Rahmen des Ständigen Ausschuss

Die in der Union zusammengeschlossenen deutschen Wissenschaftsakademien beteiligen sich im Rahmen ihres Zusammenschlusses in der Union seit 2009 unter Leitung der Leopoldina - Nationale Akademie der Wissenschaften und in Zusammenarbeit mit acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften an der wissenschaftsbasierten Politik- und Gesellschaftsberatung und erarbeiten Stellungnahmen und Empfehlungen für folgende gemeinsame Arbeitsgruppen:


Laufende Arbeitsgruppen (Federführung Akademienunion)

Kommunikation zwischen Wissenschaft, Öffentlichkeit und Medien: Bedeutung, Chancen und Risiken der sozialen Medien

Kommunikation zwischen Wissenschaft, Öffentlichkeit und Medien: Bedeutung, Chancen und Risiken der sozialen Medien (Kopie 2)

Wissenschaft und Journalismus gehören zu den Eckpfeilern einer demokratischen Gesellschaft. Sie informieren Politik und Gesellschaft, stärken Bildung und Wissen der Bevölkerung und regen demokratische Diskurse an. Wie aber funktioniert der Austausch zwischen Wissenschaft, Journalismus und Gesellschaft? In einem zweijährigen Projekt „Zum Verhältnis zwischen Wissenschaft, Öffentlichkeit und Medien“ entwickelte ein Expertenkreis Empfehlungen ‚Zur Gestaltung der Kommunikation zwischen Wissenschaft, Öffentlichkeit und den Medien‘. In einer zweiten Projektphase wird der Fokus nun auf die Sozialen Medien gerichtet.

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Mit Sicherheit mehr Sicherheit? Perspektiven der Sicherheitspolitik für die Welt in 2035

Mit Sicherheit mehr Sicherheit? Perspektiven der Sicherheitspolitik für die Welt in 2035

Unsicherheit prägt die menschliche Existenz. Dennoch müssen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ständig Entscheidungen unter Unsicherheit, aber auf Basis fundierter Annahmen getroffen werden. Daher widmen sich eine Vielzahl von Risiko- und Zukunftsforschern, Strategie- und Planungsabteilungen, Think Tanks etc. der Aufgabe, Zukunftsentscheidungen zu rationalisieren und sich mit dem Umfeld, den Akteuren und den Perspektiven zu beschäftigen. Im Bereich der Sicherheitspolitik, der Gewährleistung von Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger nach innen und außen als einer zentralen staatlichen Aufgabe, wird der Planungshorizont jedoch häufig von den Anforderungen des politischen Tagesgeschäfts und der Fixierung auf Wahlzyklen bestimmt. Der Blick für langfristige Entwicklungen und Trends und für die Abhängigkeit von Entwicklungen in anderen Teilen der Welt wird dagegen in den Hintergrund gedrängt.

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Promotion im Umbruch

(Kopie 12)

Die Promotion, das Verfahren zur Erlangung des Doktortitels, befindet sich im Wandel. Das zeigen die jüngsten hochschulpolitischen Entwicklungen und Diskussionen in Deutschland, etwa über ein Promotionsrecht für Fachhochschulen oder eine EU-weite Standardisierung. Fragen zum Status der Doktorarbeit und des Titels, zur Qualitätssicherung und zu den institutionellen Rahmenbedingungen sind bisher nicht hinreichend beantwortet. Die Arbeitsgruppe erarbeitet Empfehlungen, die der Promotion in Deutschland den Weg in die Zukunft weisen sollen.

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Weitere laufende Arbeitsgruppen (in alphabetischer Reihenfolge)

Additive Fertigung / Generative Fertigung

Additive Fertigung und 3D-Druck – Perspektiven einer neuen Technologie (Kopie 4)

Additive oder generative Fertigung bezeichnet Verfahren, in denen Objekte durch Laser-Sinter schichtweise hergestellt werden. Als Vorlage dient ein am Computer entwickeltes 3D-Modell.

Die additive Fertigung ermöglicht individualisierte Bauteile (Customization) mit komplexer Gestalt (Designfreiheit), zeitnahe Produktion von Prototypen („rapid prototyping“) sowie Gewichts- bzw. Kostenreduzierungen durch eingesparte Materialien und Rohstoffen. In Einzelfällen verspricht die Fertigung „in einem Stück“ auch Zugewinne in der Robustheit des Bauteils. Zukünftig könnte die Technologie in der Kleinserienproduktion wirtschaftlich zum Einsatz kommen. Als wesentliche Herausforderungen gelten die Robustheit des Herstellungsprozesses und die Qualität der Bauteile, die Produktivität, die Standardisierung und Zertifizierung von Bauteilen, die Integration des Laser-Sinterns in die Produktionsumgebung sowie die Integration der gesamten Prozesskette.

Unter Federführung von acatech werden auf interdisziplinärer und übergeordneter Ebene vor allem ökonomische und technologische Fragen innerhalb des gesamten Wertschöpfungsnetzwerks beleuchtet und Handlungsempfehlungen für Forschung, Politik und Wirtschaft abgeleitet.

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Additive Fertigung und 3D-Druck – Perspektiven einer neuen Technologie

Additive Fertigung und 3D-Druck – Perspektiven einer neuen Technologie

Die neuen Verfahren der „additiven Fertigung“ ermöglichen die Herstellung komplexer Geometrien ohne Gussform und Werkzeug. So wird beim sogenannten 3D-Druck ein Körper Schicht für Schicht aus einem Ausgangsstoff, beispielsweise Kunststoff, Keramik oder Metall, aufgebaut. Viele konstruktive Beschränkungen entfallen, und Bauteile mit nahezu beliebig komplexen Geometrien können mikrometergenau hergestellt werden. Potenzielle Anwendungsfelder dieser Technologie reichen von der Industrie über die Medizin bis hin zur Lebensmittelproduktion. Entsprechend hoch sind die Erwartungen, die in die weitere Entwicklung der „3D-Drucker“ gesetzt werden.

Ziel der Arbeitsgruppe ist eine interdisziplinäre Analyse und vorausschauende Bewertung der Möglichkeiten und eventuellen Risiken der neuen Fertigungstechnologien. Die additive Fertigung hat das Potenzial, Produktionsweise und Vertriebswege der herstellenden Industrie zu verändern. Eine Stellungnahme zum Thema „Additive Fertigung und 3D-Druck“ soll daher dazu beitragen, die Erwartungen zu versachlichen, die Debatte zu kanalisieren und politischen Entscheidungsträgern Handlungsoptionen aufzeigen.

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Arbeit und psychische Erkrankungen: Eine gesellschaftliche Herausforderung

Arbeit und psychische Erkrankungen: Eine gesellschaftliche Herausforderung

Eine berufliche Tätigkeit hat bei den meisten Menschen positive Auswirkungen: Sie fördert Wohlbefinden, Selbstentfaltung, Selbstverwirklichung und Kompetenzentwicklung. Arbeit strukturiert, sie ermöglicht Identifikation, Erleben von Effizienz und Anerkennung und sozialen Austausch. Arbeit kann aber auch Ursache für Erkrankungen sein.

Die moderne Arbeitswelt ist geprägt von wirtschaftlicher Globalisierung, von Digitalisierung und Rationalisierung. Arbeitnehmer fühlen sich zunehmend von ihrer Arbeit überfordert. Arbeit wird verdichtet und beschleunigt, es herrschen Termin- und Leistungsdruck, die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verwischen und die Zahl inadäquater Arbeitsverhältnisse wächst.  All dies erhöht die Gefahr für ein sogenanntes Burnout-Syndrom. Das Burnout-Syndrom wird dabei nicht als Krankheitsdiagnose, sondern als Risikozustand verstanden. Bleibt es unbehandelt, so kann dies zu psychischen Erkrankungen wie Depression, Angsterkrankungen oder Medikamenten-Abhängigkeit führen. Aber auch körperliche Erkrankungen, darunter kardiovaskuläre Erkrankungen, können die Folge sein.

Psychische Leiden sind heute die primäre Ursache von Krankheitslast und haben daher erhebliche wirtschaftliche und gesundheitspolitische Auswirkungen. Fehlzeiten von Arbeitnehmern wegen psychischer Erkrankungen nehmen seit Ende der 1990er Jahre kontinuierlich zu. Nur ein geringer Teil der Betroffenen wird jedoch adäquat behandelt.

Ziel der Arbeitsgruppe ist eine umfassende Analyse der Problematik. Die Interaktion zwischen Arbeit und psychischen Erkrankungen bzw. psychischer Gesundheit wird aus unterschiedlichen Blickwinkeln untersucht. Aus dieser Analyse wird die Arbeitsgruppe konkrete Handlungsoptionen für Entscheidungsträger in Politik und Gesellschaft ableiten. So soll es unter anderem möglich werden, psychosoziale Belastungen am Arbeitsplatz und daraus entstehende Folgeerkrankungen frühzeitiger und besser zu erkennen. Auch sollen die Prävention gestärkt, geeignete Therapiemaßnahmen etabliert und ggf. notwendige Änderungen im Arbeitsrecht eingeleitet werden.

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Big Data – Datenschutz – Privatsphäre

Big Data – Datenschutz – Privatsphäre

Der Prozess der Digitalisierung betrifft fast alle Lebensbereiche. Dabei nimmt die Menge an personenbezogenen Daten, die in verschiedenen Kontexten generiert, gespeichert und ausgewertet werden können, rasant zu. Auch die Techniken zur maschinellen Auswertung von Daten – „Big Data“-Technologien – werden beständig weiterentwickelt und damit immer effizienter.

Die Leistungsfähigkeit moderner Algorithmen, die dafür eingesetzt werden, erhöht den wirtschaftlichen Nutzwert von Daten. Durch „Big Data“-Technologien können unterschiedliche Daten aus verschiedenen Datensammlungen technisch problemlos miteinander in Beziehung gesetzt und analysiert werden. Dies ermöglicht viele Rückschlüsse auf sensible persönliche Bereiche. Daher bedarf es neuer Umgangsformen und Regularien, neuer Technologien und Konzepte, um Daten in einer zeitgemäßen, den Interessen der Nutzer entsprechenden Weise zu schützen.

Die Arbeitsgruppe strebt die Entwicklung eines Leitfadens (Code of Conduct) an, der Impulse für eine nationale und internationale Neuorganisation des Umgangs mit großen Datenmengen setzen soll. Dabei wird insbesondere der Tatsache Rechnung getragen, dass angesichts der technischen Möglichkeiten von Big Data nahezu alle Daten Personenbezug aufweisen. Der Code of Conduct soll sich als Stellungnahme insbesondere an die Politik wenden, aber zugleich auch das Bewusstsein der Öffentlichkeit für diese Thematik schärfen.

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Eckpunkte für ein Fortpflanzungsmedizingesetz

Regelungen zur Fortpflanzungsmedizin finden sich in Deutschland in unterschiedlichen Gesetzestexten. Gleichzeitig weisen Mediziner seit Jahren darauf hin, dass durch den medizinischen und technischen Fortschritt im Bereich der Reproduktionsmedizin eine Überarbeitung der bestehenden gesetzlichen Rahmenbedingungen dringend notwendig sei, um eine optimale Behandlung der Patientinnen und Patienten in der Bundesrepublik zu gewährleisten. Die interdisziplinär besetzte Arbeitsgruppe möchte aus fachmedizinischer, juristischer und ethischer Perspektive Möglichkeiten der Zusammenführung und Erweiterung reproduktionsmedizinischer Regelungen erörtern.

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Energiesysteme der Zukunft (Phase 2)

Der Weg zu einer nachhaltigeren Energieversorgung stellt die Gesellschaft vor vielfältige Aufgaben. Um die Energiewende mit gebündelter Expertise wissenschaftlich zu begleiten, hat acatech gemeinsam mit der Leopoldina und Akademienunion die Initiative Energiesysteme der Zukunft (Phase 1) gestartet. In dem dreijährigen Projekt haben Fachleute unterschiedlicher Disziplinen Herausforderungen der Energiewende analysiert und Lösungsansätze beschrieben.

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Künstliche Fotosynthese: Forschungsstand, wissenschaftlich-technische Herausforderungen und Technikzukünfte

Künstliche Fotosynthese: Forschungsstand, wissenschaftlich-technische Herausforderungen und Technikzukünfte

So groß das Potential der Nutzung der Sonnenenergie ist, so groß sind bis heute die damit verbundenen wissenschaftlich-technischen Fragestellungen. Sowohl hinsichtlich der Fotovoltaik als auch der künstlichen Fotosynthese werden neue biomimetische bzw. Kohlenstoff-basierte Ansätze verfolgt. Im Rahmen einer Künstlichen Fotosynthese könnte der Wirkungsgrad des natürlichen Systems langfristig erhöht werden, etwa mittels Gentechnik oder Synthetischer Biologie. Derart bio-inspirierte Energieforschung wird zwischen Bio- und Nanotechnologie verortet, wobei Molekularbiologie und Mikrobiologie wesentliche Beiträge leisten. Als alternativ, komplementär oder ergänzend sind Ansätze der lichtabhängigen Metallkatalyse zu betrachten, bei denen etwa CO2 durch Fotokatalyse in Methanol umgewandelt wird. Das Sonnenlicht soll dabei von organischen Farbstoffen absorbiert und seine Energie zur Aktivierung von CO2 verwendet werden. Dabei werden neue katalytische Prozesse mit Ansätzen aus der Nanotechnologie und Materialforschung kombiniert.

Ziel des Projekts ist eine frühzeitige Sichtbarmachung der unterschiedlichen Forschungsansätze und Herausstellung des konkreten Forschungsbedarfs in Deutschland unter Berücksichtigung der technischen Nutzbarkeit im Zeithorizont bis 2050.

Zum Blog der Arbeitsgruppe "Lichte Ideen" auf Scienceblogs

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Medizintechnik und Individualisierte Medizin

Medizintechnik und Individualisierte Medizin

Im Fokus der geplanten Stellungnahme unter Federführung von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften sollen aktuelle medizintechnische Entwicklungen stehen, die eine Individualisierung in Diagnostik und Therapie ermöglichen. Dazu zählen beispielsweise die individualisierte Fertigung von Implantaten, die verbesserte Laboranalytik durch moderne Analyseverfahren oder die Verwendung von Patientendaten für individualisierte Therapien. Der thematische Schwerpunkt der im Dezember 2014 veröffentlichten gemeinsamen Stellungnahme lag im Wesentlichen auf molekularen Aspekten der individualisierten Medizin.

Ziel des Projekts ist die Darstellung der Medizintechnik als integraler Bestandteil individualisierter Medizin, welche vielfach die Basis für die molekular orientierte personalisierte Medizin bildet. Von besonderem Interesse sind die aus den diagnostischen Daten entwickelten Patientenmodelle als Basis der Entscheidungsfindung in der Diagnose, der Therapie und der Prognostik auch unter Bezug auf Register und Datenbanken großer Patientenzahlen. Übergeordnete Themen umfassen ethische und rechtliche Fragen einschließlich Datenschutz, sowie die wirtschaftlichen Dimensionen der individualisierten Medizin. Vorzugsweise am Beispiel der modernen Bildgebung und der medizinischen Implantate sollen die Thematik und die Herausforderung illustriert werden.

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Abgeschlossene Arbeitsgruppen (in alphabetischer Reihenfolge)

Antibiotika-Forschung

Antibiotika haben sich seit der Einführung von Penicillin in den 1940er Jahren zu einem der Grundpfeiler der modernen Medizin entwickelt. Sie sind die Grundlage der Behandlung bakterieller Infektionen bei Menschen und Tieren. Allerdings wird die erfolgreiche Behandlung bakterieller Infektionen aufgrund zweier Entwicklungen immer schwieriger: Zum einen gibt es in den vergangenen Jahren immer mehr Antibiotika-resistente Infektionserreger, sowohl in der Human- als auch in der Veterinärmedizin, zum anderen hat die Zahl der Neuentwicklungen von Antibiotika seit den 1970er Jahren kontinuierlich abgenommen. Die Akademie der Wissenschaften in Hamburg und die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina haben eine gemeinsame Arbeitsgruppe eingesetzt, die eine Stellungnahme zu diesem Thema erarbeitet hat. Sie wurde am 28. Januar 2013 in Hamburg der Öffentlichkeit vorgestellt.

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Energiesysteme der Zukunft (Phase 1)

(Kopie 15)

Nachhaltigkeit, Finanzierbarkeit, Versorgungssicherheit und gesellschaftliche Akzeptanz: Mit diesen Zielen begleitet die Initiative „Energiesysteme der Zukunft“, getragen von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina und Union der deutschen Akademien der Wissenschaften, die Energiewende in Deutschland. Das Vorhaben bringt über 50 hochrangige Experten aus den Technik-, Natur-, Wirtschafts-, Geistes- und Sozialwissenschaften zusammen, um die komplexen Herausforderungen der Energiewende zu analysieren und Handlungsoptionen für ein künftiges Energiesystem zu erarbeiten. Ein Steuerkreis koordiniert acht wissenschaftliche Arbeitsgruppen der Initiative zu den Themen: Ausgangssituation, Umsetzungsoptionen, Szenarien, Ressourcen, Technologien, Recht, Gesellschaft und Ökonomie.

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Evidenzbasierung bei der Medizin alter Menschen

Betagte und hochbetagte Menschen leiden häufig an mehreren Krankheitsbildern zugleich. Für diese sogenannte Multimorbidität benötigt die Medizin geeignete Diagnostik- und Therapiemethoden. Die Zahl multimorbider Patienten wird in den kommenden Jahren und Jahrzehnten weiter zunehmen. Die gegenwärtig vorhandenen Methoden, Strukturen und Leitlinien werden den Bedürfnissen dieser Patientengruppe allerdings nur ungenügend gerecht. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich die Arbeitsgruppe mit der gegenwärtigen Situation der medizinischen Versorgung alter Menschen in Deutschland und analysiert Problemstellen und weiteren Forschungsbedarf.

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Klinische Prüfungen mit Arzneimitteln am Menschen

Im Juli 2012 legte die EU-Kommission den Vorschlag einer "Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates über klinische Prüfungen mit Humanarzneimitteln und zur Aufhebung der Richtlinie 2001/20/EG" vor. Die Verordnung zielt darauf ab, klinische Studien mit Arzneimitteln am Menschen in Europa zu vereinheitlichen und ihre Durchführung zu vereinfachen. Der Entwurf unterschreitet jedoch, so eine vielfach anzutreffende Kritik, bislang in Deutschland geltende Schutzbestimmungen für Patienten ebenso wie bestehende Verfahrensstandards. Die ad-hoc-Stellungnahme, getragen von der Leopoldina, der Union der deutschen Akademie der Wissenschaften und acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaft, setzt sich mit einigen als zentral angesehenen ethisch problematischen Aspekten des Verordnungsentwurfs auseinander.

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Neurobiologische und psychologische Faktoren der Sozialisation

Das volle Potenzial der intellektuellen und sozialen Leistungsfähigkeit eines Menschen kann nur durch die Verfügbarkeit optimaler Lernumwelten während der gesamten Entwicklung, die sich von der Geburt bis zum Tod erstreckt, ausgeschöpft werden. Zur gezielten funktionsorientierten Frühförderung von Kindern (insbesondere von solchen mit Migrationshintergrund oder aus sozioökonomisch schwachen Gesellschaftsbereichen) hat die Arbeitsgruppe evidenz-basierte Maßnahmen erarbeitet, die eine bessere Integration und das optimale Ausschöpfen der in der Gesellschaft vorhandenen Potenziale ermöglichen sollen.

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Palliativmedizin in Deutschland

Palliativmedizin ist die aktive, ganzheitliche Behandlung von Patienten, deren Leiden auf eine kurative Behandlung nicht anspricht. Ihr Ziel ist es, die bestmögliche Lebensqualität für Patienten und deren Angehörige zu erreichen. Die Behandlung richtet sich dabei nach den Prioritäten und Bedürfnissen der Patienten. Die Kontrolle und Linderung von Schmerzen und anderen Symptomen wie Mundtrockenheit und Atemnot sowie von psychischen, sozialen und spirituellen Problemen und Fragen ist dabei von entscheidender Bedeutung.

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Personalisierte Medizin

Die Arbeitsgruppe "Individualisierte Medizin" — zunächst unter dem Titel "Personalisierte Medizin" arbeitend — hat das neuartige Konzept einer "Individualisierten Medizin" aus einer umfassenden Perspektive betrachtet. Aufbauend auf den Ergebnissen eines Statusworkshops im November 2011 wurde eine Stellungnahme erarbeitet. Diese diskutiert technische Grundlagen und die Anwendbarkeit von Personalisierungsstrategien in der klinischen Praxis ebenso wie strukturelle Voraussetzungen, Konsequenzen für die Vergütungssysteme und ethische, rechtliche sowie ökonomische Rahmenbedingungen.

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Prädiktive genetische Diagnostiken als Instrument der Krankheitspräventation

Für manche genetisch bedingten Krankheiten kommt eine Prävention oder Früherkennung in Frage. Die Möglichkeiten der genetischen Diagnostik verbessern sich ständig, die Kosten sinken. Gleichzeitig steigt die Zahl fragwürdiger Tests, die über das Internet vertrieben werden. Eine von der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina gemeinsam mit der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften eingesetzte Arbeitsgruppe hat im Herbst 2010 ein Gutachten zu Möglichkeiten und Grenzen der prädiktiven genetischen Diagnostik bei gesunden Menschen vorgelegt.

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Präimplantationsdiagnostik

Mit Blick auf das Urteil des Bundesgerichtshofs zum Embryonenschutzgesetz 2010 sah es die Leopoldina als Nationale Akademie der Wissenschaften als ihre Aufgabe an, eine gesetzliche Regelung und insbesondere eine mögliche begrenzte Zulassung der Präimplantationsdiagnostik zu diskutieren und dazu aus wissenschaftlicher Sicht Stellung zu beziehen. Die im November 2010 eingesetzte Arbeitsgruppe mit Expertinnen und Experten aus den für die PID relevanten Wissenschaftsbereichen legte Mitte Januar 2011 ihre Stellungnahme vor.

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Public Health in Germany

Die Arbeitsgruppe befasste sich mit der Frage, in welchen Bereichen Deutschland verstärkte Anstrengungen unternehmen sollte, um die Gesundheit der Bevölkerung zu sichern und zu verbessern. Die Wissenschaftler ergründen, wie man eine evidenzbasierte Public Health-Politik weiter entwickeln kann, um den gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen zu begegnen.

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Quantentechnologie

Das 21. Jahrhundert wird das Jahrhundert der Quantentechnologie sein. Für die meisten Menschen ist diese Technologie bisher nur ein Schlagwort aus dem Bereich der Science Fiction. Es ist deshalb erforderlich, den Sachzusammenhang darzustellen und auf dieser Basis Empfehlungen für die Weiterentwicklung dieses Forschungsfeldes vorzustellen. Die Arbeitsgruppe zeigt das Potential der Quantentechnologie auf. Dabei wurden die Grundlagen analysiert und mögliche Auswirkungen wie zum Beispiel der Datenschutz diskutiert.

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Staatsschulden in der Demokratie

Mit dem Thema „Staatsschulden in der Demokratie: Ursachen, Wirkungen, Grenzen“ beschäftigte sich eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe der Akademienunion (Federführung BBAW), der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und von acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften. Argumente und Standpunkte, die in den Medien, von politischen Entscheidungsträgern und auch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zum Thema Staatsschulden vertreten werden, sind nicht nur äußerst kontrovers. Sie beruhen häufig auch auf Dogmen, wirtschaftlichen Interessen, falschen Analogien und mangelnden Kenntnissen über volkswirtschaftliche Kreislaufzusammenhänge sowie politische Prozesse. In dem Bericht werden Antworten auf grundsätzliche Fragen der Staatsverschuldung gegeben. Damit soll zur Versachlichung der oft auch emotional geführten 

Bericht "Staatschulden: Ursachen, Wirkungen und Grenzen" als PDF

Tierversuche in der Forschung

Tierversuche sind in der Wissenschaft ein nicht wegzudenkendes Instrument der Erforschung grundlegender Fragestellungen und der Validierung angewandter Ansätze. Um europaweit hohe rechtlich verbindliche und ethisch akzeptable Standards einzuführen, verabschiedeten das Europäische Parlament und der Europäische Rat die Richtlinie 2010/63/EU, welche bis 10.11.2012 in deutsches Recht implementiert werden musste.

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Wissenschaftliche und gesellschaftspolitische Bedeutung bevölkerungsweiter Längsschnittstudien

Demografische, sozioökonomische und wissenschaftlich-technologische Entwicklungen verändern unsere Gesellschaft. Bevölkerungsweite Längsschnittstudien zu Personen, Haushalten und Betrieben messen solche Veränderungen über große Zeiträume hinweg. Sie sind ein wissenschaftliches Instrument, mit dem die langfristigen Auswirkungen des gesellschaftlichen Wandels auf individueller wie kollektiver Ebene beobachtet und verstanden werden können. Zugleich bilden sie eine Grundlage für politische Planungs- und Steuerungsprozesse, etwa im Gesundheitswesen, im Bildungssystem, in der Sozialpolitik oder in der Arbeitswelt.

Die gemeinsame Stellungnahme von Leopoldina, acatech und Akademienunion diskutiert die Voraussetzungen für erfolgreiche Längsschnittstudien im Hinblick auf Infrastruktur, Organisation und Methoden. Sie gibt Antworten auf die Frage, wie relevante Erkenntnisse wirkungsvoll an Politik und Gesellschaft vermittelt werden können. Sie zeigt Perspektiven für Längsschnittstudien in Deutschland, um sie auf höchstem wissenschaftlichem Niveau erhalten, adäquat nutzen, nachhaltig finanzieren und innovativ fortentwickeln zu können.

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Zum Verhältnis zwischen Wissenschaft, Öffentlichkeit und Medien

Die Kommunikation komplexer wissenschaftlicher Erkenntnisse an Medien, Gesellschaft und Politik birgt vielfältige Herausforderungen. Insbesondere bei der Veröffentlichung von Erkenntnissen, die auf mögliche problematische Entwicklungen hinweisen oder sogar dringenden Handlungsbedarf erfordern, ist eine sachliche Debatte nicht selbstverständlich.

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Zukunft mit Kindern

Die Arbeitsgruppe "Zukunft mit Kindern" untersucht die Gründe sinkender Geburtenraten im Kontext von politisch-gesellschaftlicher sowie individueller Gestaltbarkeit. Dazu werden die zentralen Einflussfaktoren der Fertilität analysiert. Neben der Vereinbarkeit von Elternschaft und Erwerbstätigkeit sind dies auch die veränderte Organisation und Gestaltung des Lebenslaufs, Prozesse der Individualisierung, Entscheidungsdynamiken in Partnerschaften, medizinisch-biologische Aspekte von Fruchtbarkeit und die Ausrichtung der Familienpolitik. Das Buch und die Kurzfassung mit den Empfehlungen wurden am 15. Oktober 2012 der Öffentlichkeit vorgestellt.

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