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DiskussionWissenschaftsjahr

RECHT HABEN WOLLEN. Wie sollen gesellschaftlich brisante Themen in der Wissenschaft debattiert werden?

Wer hat nicht gern Recht? Wer will schon falsch liegen?
Ein offener Austausch von Argumenten setzt jedoch voraus, dass auch andere Recht haben und wir selbst uns irren könnten. Das scheint auf vielen Konfliktfeldern unserer Zeit schwerzufallen – was das gesellschaftliche Klima weiter anheizt.

Auch die Wissenschaften sind von dem Trend betroffen, argumentative Auseinandersetzung durch Selbstgewissheit zu ersetzen. Wie lässt sich diesem Problem begegnen? Sicher nicht allein durch Appelle zur Mäßigung oder gar den Verzicht auf Auseinandersetzung über strittige Themen.

Vor allem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können auf das Streben nach Gewissheit und ‚Rechthaben‘ nicht verzichten, wenn ihre Erkenntnisse sich von beliebigem Meinen unterscheiden sollen. Eine Lösung könnte sein, sich auf die Verfahren zu besinnen, mit denen wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen werden: die Unterscheidung von Hypothesen und Befunden, die Reflexion auf Standpunktabhängigkeit von Fragen und Beobachtungen, das argumentative Werben um die Zustimmung anderer. Stehen der Wissenschaft damit – so lautet die Leitfrage am 7. Juni 2024 – Ressourcen zur Verfügung, die es ihr ermöglichen, der Falle des Rechthabenwollens zu entgehen, nämlich einem Streiten, das nur Feindschaften, aber keine Erkenntnisse erzeugt?
Was oft als Angriff auf die Wissenschaftsfreiheit interpretiert wird, soll an der Sächsischen Akademie der Wissenschaften in einem Austausch von Begründungen analysiert werden.

Womöglich ließe sich davon auch für andere, nicht zuletzt politische Konflikte unserer Gesellschaft lernen.
Wir probieren es aus – in öffentlichen Streitgesprächen, die den anderen dieselbe Freiheit lassen, die man für sich beansprucht, und die trotz unterschiedlichster Positionen vor allem immer eins sein sollen: konstruktiv.

Die Veranstaltung wird als Teil der Initiative PERSPEKTIVE: FREIHEIT der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften gefördert vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Rahmen des „Wissenschaftsjahr 2024 – Freiheit“.

Der Eintritt ist frei.

Ort: Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Karl-Tauchnitz-Straße 1, 04107 Leipzig


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Kontakt

Dr. Annette Schaefgen
Leiterin Berliner Büro
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit


030 / 325 98 73 70
annette.schaefgen@akademienunion.de