Die Rolle (zeitgeschichtlicher) digitaler Quelleneditionen in Zeiten von KI-Bots und Fake News – die Akten der Reichskanzlei 1919-1939 online
22.04.2026
18:00 Uhr
Akademiegebäude am Gendarmenmarkt
Leibniz-Saal
Markgrafenstraße 38
10117 Berlin
In Zeiten von KI-generierten Inhalten und Fake News wird die Überprüfbarkeit historischer Fakten immer wichtiger. Die digitale Edition der Akten der Reichskanzlei bietet einen direkten Zugang zu Primärquellen und schafft damit eine verlässliche Grundlage, um historische Ereignisse zu rekonstruieren. Doch können digitale Editionen mit ihren authentischen Dokumenten auch dazu beitragen, manipulative Narrative zu widerlegen und Geschichtsverfälschung zu begegnen?
Die Quellen der Akten der Reichskanzlei umfassen die Weimarer Demokratie – Auftakt, Konsolidierung und ihr Scheitern – sowie die staatliche Herrschaft in der NS-Diktatur. Für die bereits digital nutzbare Edition zu den Jahren 1919 bis 1933 wurde die Online-Präsentation von Grund auf neu entwickelt. Darüber hinaus stellt diese erstmals auch die Akten der Reichskanzlei, Regierung Hitler (1933 bis 1939), im Internet zur Verfügung.
Die digitale Edition zeigt den Staatsapparat als Instrument der nationalsozialistischen Herrschaft. Quellenkritisch zuverlässig und dauerhaft kuratiert, mit exzellentem wissenschaftlichen Kommentar, ausführlichem Register und vielfältigen externen Verweisen, bildet sie ein herausragendes Instrument der internationalen NS-Forschung. Besonders hervorzuheben ist die Quellenart der sogenannten mündlichen „Führervorträge“ des Chefs der Reichskanzlei bei Hitler. Die Edition erschließt diese Vorträge regestenartig und gibt Aufschluss über 3.800 Themen aus 470 Terminen.
In ihrem Einführungsvortrag stellt die wissenschaftliche Mitarbeiterin der BBAW, Nadine Arndt, die Entwicklung und den Aufbau der neuen Online-Präsentation vor.
Inwiefern die digitale Edition Geschichtsverfälschungen und Fake News in Zeiten von Künstlicher Intelligenz und Chatbots vorbeugen kann, diskutieren Michael Hollmann (Präsident des Bundesarchivs) und Hans-Günter Hockerts (Historische Kommission München), moderiert durch Stefanie Middendorf (HU Berlin).
Mit Grußworten von Christoph Markschies (Akademiepräsident) und Michael Hollmann (Präsident des Bundesarchivs).
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und dem Bundesarchiv.
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