Zum Hauptinhalt springen
Titelblatt der Publikation
Stellungnahme

Was sind negative Emissionen, und warum brauchen wir sie?

„Kurz erklärt!“ des Akademienprojekts „Energiesysteme der Zukunft“

Selbst mit ambitionierteren Maßnahmen zur Vermeidung von Emissionen lässt sich Klimaneutralität und damit die Stabilisierung der Temperatur nicht mehr erreichen. Darauf weist der Weltklimarat in seinem sechsten Sachstandsbericht hin. Zusätzlich zu einer schnelleren Reduktion der Emissionen muss CO2 der Atmosphäre entzogen und anschließend eingelagert werden, um nicht vermeidbare Restemissionen auszugleichen, etwa aus der Landwirtschaft. Sogenannte „negative Emissionen“ können zum Beispiel durch Aufforstung erzeugt werden. Es gibt aber eine Reihe weiterer natürlicher und technischer Verfahren, den entnommenen Kohlenstoff dauerhaft einzulagern und aus der Atmosphäre fernzuhalten.

„Kurz erklärt!“ (PDF)

Zum Projekt "Energiesysteme der Zukunft"

In diesem „Kurz erklärt“ skizzieren Fachleute des Akademienprojekts ESYS den aktuellen Forschungsstand, erläutern Verfahren zur CO2-Entnahme und benennen deren jeweiligen Vor- und Nachteile.

  • Die Entnahmeverfahren unterscheiden sich in der Art und Weise, wie sie das CO2 aus der Luft abtrennen und wie der Kohlenstoff langfristig gespeichert wird, um ihn dauerhaft aus der Atmosphäre fernzuhalten.
  • Aufforstung ist eine erprobte Methode, der Atmosphäre CO2 zu entziehen. Allerdings kann der dabei aufgenommene Kohlenstoff durch Waldbrände oder Schädlinge wieder freigesetzt werden – dieses Risiko steigt mit dem fortschreitenden Klimawandel. Ein weiterer Nachteil ist der große Landbedarf.
  • Andere CO2-Entnahmeverfahren sind zum Teil (noch) sehr teuer, einige erfordern weitere Forschung. Für die direkte Entnahme von CO2 aus der Luft gibt es bereits erste kommerzielle Anlagen. Sie benötigen nur wenig Platz, dafür aber viel Energie. Das CO2 kann dann unterirdisch eingelagert werden.
  • Es besteht weiterhin Forschungsbedarf: Noch ist unklar, wie viel CO2 mit den verschiedenen Verfahren dauerhaft aus der Atmosphäre entfernt werden kann und welche finanziellen Kosten damit verbunden wären. Auch bezüglich möglicher Umweltauswirkungen bestehen teilweise noch Wissenslücken.

Aus Sicht der Expertinnen und Experten sind negative Emissionen eine notwendige Ergänzung, ersetzen aber in keinem Fall ambitionierte CO2-Einsparungsmaßnahmen wie den Umstieg auf Erneuerbare Energien. Kosten, Folgen und Risiken der unterschiedlichen Verfahren müssen nach Meinung der ESYS-Fachleute sorgsam gegeneinander aufgewogen und politisch sowie gesellschaftlich diskutiert werden.


Kontakt

Dr. Annette Schaefgen
Leiterin Berliner Büro
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit


030 / 325 98 73 70
schaefgen@akademienunion-berlin.de