2016

PM 2016-11 |2.11.2016

Exzellenzprogramm für die Geisteswissenschaften gestärkt - Bund und Länder beschließen das Akademienprogramm 2017

Fünf exzellente geisteswissenschaftliche Forschungsprojekte werden 2017 neu in das Akademienprogramm aufgenommen. Wie die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) auf ihrer Sitzung am 27. Oktober 2016 in Berlin beschlossen hat, wird das gemeinsame Forschungsprogramm der Akademien im Vergleich zum Vorjahr um 3% gesteigert und damit im kommenden Jahr ein Gesamtvolumen von rund 64,8 Millionen Euro umfassen.

Die fünf Neuprojekte aus den Bereichen Mittelalterliche und Neuere Geschichte, der Handschriftenforschung, der Theologie und der fremdsprachlichen Lexikographie haben sich in einem mehrstufigen Wettbewerbsverfahren aufgrund ihrer exzellenten wissenschaftlichen Qualität gegen eine Vielzahl eingereichter Projektanträge durchgesetzt. Bei allen Vorhaben handelt es sich um langfristig angelegte Forschungsprojekte von überregionaler Bedeutung mit hoher wissenschaftlicher Relevanz, durch die unser kulturelles Erbe gesichert und bewahrt wird.

Das von den deutschen Wissenschaftsakademien getragene Akademienprogramm ist das derzeit größte Forschungsprogramm für die Geistes- und Sozialwissenschaften in Deutschland und international einzigartig. Es wird von der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften koordiniert. „Ich freue mich sehr über das Vertrauen, das uns von Bund und Ländern auch für das nächste Jahr entgegengebracht wird“, sagte Prof. Dr. Dr. Hanns Hatt, Präsident der Akademienunion. „Die Steigerung des Programms ermöglicht es uns, unsere Forschungsarbeit im Bereich der langfristig angelegten geistes- und sozialwissenschaftlichen Grundlagenforschung auf höchstem wissenschaftlichem Niveau fortzuführen und das Akademienprogramm strategisch weiterzuentwickeln. Hierfür sind wir Bund und Ländern sehr dankbar.“ Ein besonderer Fokus wird im Zuge der strategischen Weiterentwicklung auf die Digitalisierung, besonders auf die langfristige Verfügbarkeit und Nachnutzbarkeit der Forschungsergebnisse aus den Akademienvorhaben gelegt. Ein weiterer zentraler Aspekt wird sein, die Anzahl der Wissenschaftlerinnen im Akademienprogramm besonders in leitenden Positionen nachhaltig zu erhöhen sowie innovative Karrierewege für den wissenschaftlichen Nachwuchs zu etablieren. Zudem sollen die internationalen Kooperationen der Forschungsprojekte weiter gestärkt und ausgebaut werden. 

Folgende fünf Neuprojekte werden zum 1. Januar 2017 ins Akademienprogramm aufgenommen:

  • Anpassungsstrategien der späten mitteleuropäischen Monarchie am preußischen Beispiel 1786 bis 1918 (Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften / Arbeitsstelle Berlin)
  • Formulae – Litterae – Chartae. Neuedition der frühmittelalterlichen Formulae inklusive der Erschließung von frühmittelalterlichen Briefen und Urkunden im Abendland (ca. 500-ca. 1000) (Akademie der Wissenschaften in Hamburg / Arbeitsstelle Hamburg)
  • Handschriftencensus (HSC). Kompetenzzentrum 'Deutschsprachige Handschriften des Mittelalters' (Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz / Arbeitsstelle Marburg)
  • Konfessionalisierung, Territorialstaatsbildung und Säkularisierung. Datenbank-Erfassung, Teiledition und Auswertung von Theologenbriefwechseln im Südwesten des Reichs in der Frühen Neuzeit (1550-1620) (Heidelberger Akademie der Wissenschaften / Arbeitsstelle Heidelberg)
  • Wörterbuch des Altuigurischen (Akademie der Wissenschaften zu Göttingen / Arbeitsstelle Göttingen)


Das Akademienprogramm wird seit 1979/80 von Bund und Ländern im Rahmen der Gemeinsamen Forschungsförderung finanziert und seit 2005 jährlich bundesweit ausgeschrieben. Alle Vorhaben sind auf die Dauer von mindestens 12 Jahren angelegt, besitzen überregionale Bedeutung und sind von gesamtstaatlichem wissenschaftspolitischem Interesse. Für die Neuvorhaben im Akademienprogramm kann sich jede/r Wissenschaftler/in mit einer Projektskizze direkt bei einer der acht Unionsakademien oder bei der Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften – bewerben. Aktuell läuft die Ausschreibung für das Akademienprogramm 2019.

Pressekontakt:
Dr. Annette Schaefgen,
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
Tel: 030 / 325 9873-70,
schaefgen@akademienunion-berlin.de

Sebastian Zwies M.A.,
Koordinator Akademienprogramm,
Tel.: 06131 / 218 528 17,
sebastian.zwies@akademienunion.de


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