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Pressemitteilung

Wer macht die Kunst? Künstler, Märkte und Mäzene von den Medici bis heute

01-2014

06.02.2014

 

Pressemitteilung (PDF)

Die Podiumsdiskussion der Veranstaltungsreihe „Geisteswissenschaft im Dialog“ findet am 6. Februar 2014 ab 18 Uhr im Forum der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn statt und widmet sich dem Verhältnis zwischen Kunst und Markt, Künstler und Geld, Förderung und Freiheit.

Bonn, den 30. Januar 2014 – Als Mäzene, Auftraggeber und Sammler haben die Medici die Florentiner Kunst und Architektur entscheidend geprägt. Die Blüte der Kunst der Renaissance ist ohne die beträchtlichen finanziellen Mittel, die sie investierten, kaum vorstellbar. Die von ihnen geförderten Künstler, wie Donatello, Michelangelo oder Masaccio, schufen Werke, die immer noch Weltruhm genießen. Aus heutiger Sicht erscheint die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den Medici und ihren Künstlern jedoch oftmals auch als einseitiges Abhängigkeitsverhältnis, in dem der Künstler als geistiger Schöpfer zum Instrument politischer Machteroberung und Machtbehauptung wurde. Demgegenüber erscheint die Freiheit von Künstlerinnen und Künstlern im 21. Jahrhundert vergleichsweise grenzenlos. Eine Abhängigkeit von den politischen Interessen eines Auftraggebers oder einer Mäzenin ist kaum noch gegeben. Der Kunstmarkt hat sich entwickelt und ausdifferenziert und ermöglicht es dem zeitgenössischen Künstler, sich seine Nische zwischen Angebot und Nachfrage selbst zu schaffen. Aber ist dieser Befund korrekt?

Zweifelsfrei kann Kunst als teuerste „Luxusware“ unserer Zeit bezeichnet werden. 2010 wurden geschätzte 30 Milliarden Euro weltweit für Kunstobjekte ausgegeben. Haben sich die Namen der Künstler erst einmal als Marke etabliert, können sie produzieren, was sie wollen – der Erfolg scheint ihnen sicher zu sein. Hier wird der Zusammenhang zwischen Ökonomie, Marketing und Erfolg schnell deutlich.

Wer bestimmt heute den Preis eines Kunstwerks und welche Aussage über seine Qualität wird damit getroffen? Welchen ökonomischen, politischen und gesellschaftlichen Zwängen unterliegen Künstlerinnen und Künstler heute? Ist die Kunst nicht vielmehr zum Spekulationsobjekt geworden und hat ihr sinnstiftendes und gesellschaftsveränderndes Potential eingebüßt? Waren die Künstler der Renaissance als geschätzte Gesprächspartner ihrer Fürsten nicht doch viel freier als man heute gemeinhin denkt?

Zu einer Diskussion dieser und weiterer Fragen laden wir Sie herzlich in die Kunst- und Ausstel-lungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn ein. Ein Umtrunk im Anschluss gibt Gelegenheit zu weiterem Gedankenaustausch, zu Nachfragen und Diskussionen.
Über diese Fragen diskutieren: Prof. Dr. Andreas Beyer, Kunsthistorisches Seminar der Universität Basel, Piroschka Dossi, Autorin und Kuratorin, Prof. Dr. Robert Fleck, Kunstakademie Düsseldorf und Rein Wolfs, Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland.
Es moderiert Dr. David Eisermann (WDR 3).

Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung bei Herrn Denis Walter unter walter@maxweberstiftung.de wird gebeten.

Mehr Informationen zur Podiumsdiskussion und zu den Referentinnen und Referenten finden Sie auf www.geisteswissenschaft-im-dialog.de


Kontakt

Dr. Annette Schaefgen
Leiterin Berliner Büro
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit


030 / 325 98 73 70
schaefgen@akademienunion-berlin.de