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Das große Potenzial zielgerichteter Prävention ausschöpfen, um Krankheiten zu vermeiden

Demenzerkrankungen belasten Betroffene und pflegende Angehörige enorm. In Deutschland waren 2023 schätzungsweise 1,8 Millionen Menschen erkrankt – binnen 25 Jahren könnte diese Zahl auf 2,7 Millionen ansteigen. Schon heute beziffern Expertinnen und Experten die gesamtgesellschaftlichen Kosten durch Demenzen mit mehr als 80 Milliarden Euro pro Jahr. Eine ursächliche Behandlung oder Heilung von Demenz ist bislang nicht möglich, jedoch bieten präventive Maßnahmen ein immenses Potenzial zur Linderung der Krankheitslast. Fast jede zweite Demenzerkrankung ließe sich durch umfassende Prävention mit Blick auf 14 gut erforschte Risikofaktoren verhindern.

In der gemeinsamen Stellungnahme entwickeln acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina und die Akademienunionn sechs Handlungsansätze, um die Potenziale der Demenzprävention auszuschöpfen. Im Kern steht dabei ein datengetriebener Ansatz für die Prävention: Gesundheitsdaten ermöglichen eine bessere individuelle Risikoeinschätzung und eine intensivere Erforschung der komplexen Krankheitsmuster. Davon könnte perspektivisch auch die Prävention weiterer Volkskrankheiten, etwa Adipositas, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs oder Diabetes, profitieren.

Der Präsident der Akademienunion, Christoph Markschies, dazu: „Die Stellungnahme zeigt eindrücklich, dass wir das große Potenzial zielgerichteter Prävention zu wenig ausschöpfen und damit Menschen krank werden oder bleiben, die das nicht müssten. Nicht nur Fachleute und die Politik sind gefragt – sondern jeder Mensch: Wir alle entscheiden darüber, welche Gesundheitsdaten wir unter welchen Bedingungen teilen wollen und wie Präventionsangebote aussehen können. Die Wissenschaftsakademien werden zu einer gemeinsamen Bürgerdialogreihe einladen, bei der wir uns über Gesundheitsdaten und Prävention auszutauschen können. Alle Fragen sind erlaubt, denn nur wer etwas weiß und keine überflüssige Angst hat, kann gesünder leben“.


Kontakt

Dr. Annette Schaefgen
Leiterin Berliner Büro
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit


030 / 325 98 73 70
annette.schaefgen@akademienunion.de