
Das war der Akademientag: Von Moin bis Meme
Wie sprechen wir miteinander? Wie prägt Sprache unser Denken, unsere Identität und unser Zusammenleben? Und wie verändern Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und gesellschaftliche Debatten unsere Kommunikation? Mit diesen Fragen stand der Akademientag 2026 am 8. September unter dem Titel „Von Moin bis Meme. Sprache macht Gesellschaft“ ganz im Zeichen der Sprache. Erstmals fand der Akademientag, die gemeinsame Veranstaltung der deutschen Wissenschaftsakademien, am 8. September zu einem vielfältigen Programm in Göttingen statt und brachte Wissenschaft, Gesellschaft und Kultur miteinander ins Gespräch.
Der Akademientag 2026 in Zahlen:
- 28 Grad und Sonne
- 20 Projekte im Forschungsparcours
- 4 Panels mit 18 Forschenden aus diversen Disziplinen | 4 Mitglieder der Jungen Akademien
- 4 Standorte in Göttingen: Rathausplatz, Wilhelmsplatz, Alte Mensa, Aula
- 300 Gäste am Tag | 250 Gäste am Abend | 4 Schulklassen
- 1 Wissenspause mit spannenden Einblicken in die Forschung
- 1 Konzert in der Wissenspause: „Dammbruch“ von Emanuel Reichert-Lübbert
- 650 Tassen Kaffee
- 2 Autor:innen | 4 junge Musiker:innen-Talente
- 1 Netzwerktreffen der Jungen Akademien am Vortag
Bei 28 Grad und strahlendem Sonnenschein kamen rund 300 Gäste in die Alte Mensa am Wilhelmsplatz. Ein vielfältiger Tag erwartetet sie: 20 Projekte aus dem Akademienprogramm waren im Forschungsparcours vertreten, vier Schulklassen besuchten die Veranstaltung, vier Mitglieder der Jungen Akademien wirkten am Programm mit und zwei Autor:innen gestalteten die Abendveranstaltung gemeinsam mit jungen Musikerinnen und Musikern aus Hannover. Rund 650 Tassen Kaffee wurden heiß serviert – nicht zuletzt, weil Wissenschaft beim Akademientag ausdrücklich auch vom persönlichen Austausch lebt.
Eröffnet wurde der Akademientag von Prof. Dr. Daniel Göske, Präsident der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, und Dr. Daniela Danz, Vizepräsidentin der Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz. Der Präsident der Akademienunion Prof. Dr. Christoph Markschies begrüßte die Gäste mit einem digitalen Grußwort. Im Mittelpunkt der Begrüßung stand die besondere Kraft der Sprache: Sie schafft Verständigung, macht Vielfalt sichtbar, bewahrt Geschichte und gestaltet unser gesellschaftliches Zusammenleben.
Anschließend bot der Forschungsparcours im Adam-von-Trott-Saal einen unmittelbaren Einblick in die Arbeit der Akademien. 20 Projekte aus dem Akademienprogramm luden zum Entdecken, Mitmachen und Ausprobieren ein. Zu sehen und zu erleben waren unter anderem historische Texte und Handschriften, Dialekte und Regionalsprachen, Gebärdensprachen, Hieroglyphen, digitale Wörterbücher und Sprachdatenbanken sowie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Forschung. So wurde sichtbar, wie vielfältig Sprachforschung ist und wie eng Sprache mit Geschichte, Kultur und gesellschaftlichen Entwicklungen verbunden ist.
Besucherinnen und Besucher konnten außerdem bei einem Gewinnspiel zum Akademienprogramm teilnehmen und spannende Fragen rund um die Forschungsprojekte beantworten. Wir haben nun drei glückliche Gewinnerinnen und Gewinner: Lisa A., Peter B. und Sarah C. Sie können sich über einen tollen Gutschein der Göttinger Buchhandlung Calvör freuen, die auch am Abend den Büchertisch verantwortet hat.

Vier Panels griffen zentrale Facetten des Themas auf. Unter dem Titel „Wie redet die Politik?“ ging es um Sprache und politische Kommunikation und darum, wie Begriffe und Narrative unsere Wahrnehmung gesellschaftlicher Herausforderungen prägen. „Wie verändert(e) Digitalität unsere Kommunikation?“ nahm den Wandel durch soziale Medien, digitale Kommunikationsformen und neue Technologien, darunter Cybermobbing und Kochvideos auf TikTok, in den Blick. In der Fishbowl „Sprache – Sproch – Language – Dil“ standen Mehrsprachigkeit, Migration, Identität, Bildung und gesellschaftliche Teilhabe im Mittelpunkt. Das vierte Panel „Gefühltes Wissen: Wie Musik, Wissenschaft und Gesellschaft über Emotionen sprechen“ verband Perspektiven aus Neurowissenschaft, Sprachgeschichte, Philosophie und KI-Forschung. Insgesamt kamen 18 Forschende aus unterschiedlichen Disziplinen miteinander und mit dem Publikum ins Gespräch – von Sprach- und Politikwissenschaft über Neurowissenschaften und Physik bis hin zu weiteren Forschungsfeldern.
Ein besonderer Moment des Tages war die Wissenspause. Aus der klassischen Mittagspause wurde ein Raum für Begegnung und Austausch: Bei Kaffee und kleinen Snacks konnten Besucherinnen und Besucher mit Forschenden ins Gespräch kommen, Fragen stellen und Einblicke in verschiedene Projekte gewinnen. Ein Dialektquiz lud zum Mitmachen ein, bevor mit „Dammbruch“ von Emanuel Reichert-Lübbert auch ein musikalischer Akzent gesetzt wurde. Das Stück verband Kunst, Sprache und gesellschaftliche Fragen und nahm unter anderem die Rolle Künstlicher Intelligenz in der Veränderung von Sprache in den Blick.
Die Sprache der Musik & der Dichtung
Den feierlichen Abschluss des Akademientages bildete die Abendveranstaltung „Die Sprache der Musik & der Dichtung“ in der Aula am Wilhelmsplatz. Rund 250 Gäste erlebten einen literarisch-musikalischen Abend mit der Göttinger Autorin Jehona Kicaj und dem Lyriker Jan Wagner sowie Studierenden des Instituts zur Früh-Förderung musikalisch Hochbegabter der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Durch den Abend führte Prof. Dr. Daniel Göske; ein Grußwort sprach der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur Falko Mohrs.
Im Anschluss kamen rund 170 Gäste beim Gartenfest zusammen und ließen den Tag in geselliger Atmosphäre ausklingen.
Der Akademientag 2026 hat gezeigt, wie vielschichtig Sprache ist: Sie ist Forschungsgegenstand und Kommunikationsmittel, Ausdruck von Identität und Vielfalt, Trägerin von Geschichte und zugleich ein Medium, das sich durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz laufend verändert. Vor allem aber wurde eines deutlich: Wissenschaft lebt vom Gespräch. Ein Tag wie dieser schafft Räume, in denen Forschung, Gesellschaft und Kultur miteinander ins Gespräch kommen.
Der Akademientag 2026 in Göttingen war ein Tag voller Begegnungen, neuer Perspektiven und gemeinsamer Entdeckungen. Vielen Dank an alle Forschenden, Projektmitarbeitenden, Partner, Autor:innen, Helfenden und Gäste, die den Akademientag 2026 zu einem Tag voller Austausch und neuer Perspektiven gemacht haben.
Federführende Akademien für den Akademientag 2026 waren die Niedersächsische Akademie der Wissenschaften zu Göttingen und die Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz
Der Akademientag fand in Kooperation mit der Universität Göttingen und mit Unterstützung der Stadt Göttingen statt.
Grußwort von Prof. Dr. Christoph Markschies zum Akademientag 2026
Impressionen
















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