
Festsitzung zum Leibniztag 2026
Wie weiter? Zwei zukunftsweisende Themen – die Weiterentwicklung unseres Wissenschaftssystems und die Möglichkeiten einer wissenschaftlich fundierten Entwicklung der Kernfusion – standen auf dem Programm des diesjährigen Leibniztags. Die jährlich zu Ehren des Universalgelehrten und Gründers der Akademie, Gottfried Wilhelm Leibniz, veranstaltete Festsitzung der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften fand am Samstag, den 13. Juni 2026, im Konzerthaus Berlin statt.
Nach Grußworten von Dr. Ina Czyborra, Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege des Landes Berlin, Petra Olschowski, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg, und Dr. Marcus Pleyer, Staatssekretär im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, folgte ein „Zwischenruf“ von Akademiepräsident Professor Dr. Dr. h.c. mult. Christoph Markschies zum Thema „Wie weiter mit dem Wissenschaftssystem hierzulande?“.
Christoph Markschies betonte, dass es angesichts der schwierigen Lage bei den öffentlichen Haushalten dringend notwendig sei, den notorisch unklaren Begriff „Grundausstattung“ bzw. „Grundfinanzierung“ zu präzisieren und eine nachhaltige strategische Gesamtplanung im deutschen Wissenschaftssystem zu etablieren: „Mit wohlfeilen programmatischen Erklärungen kommen wir nicht mehr weiter“. Um den herausragenden Wert deutscher Forschungsbeiträge zu bewahren und auszubauen, aber auch die Resilienz des demokratischen Verfassungsstaats zu sichern, seien vermehrte gemeinsame Anstrengungen und weniger Kirchturmpolitik notwendig, erklärte der Historiker und Theologe.
Alles Leben auf der Erde bezieht seine Energie von der Sonne. Woher hat die Sonne diese Energie? Und können wir dieses Prinzip auf der Erde nachbauen und uns dadurch eine unerschöpfliche Energiequelle schaffen? Um diese Fragen ging es im Festvortrag „FUSION – wie weit scheint die Sonne?“ von Professor Dr. Dr. h.c. Robert Schlögl, Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung, Direktor em. des Fritz-Haber-Instituts der Max-Planck-Gesellschaft und Akademiemitglied. Robert Schlögl zeigte in seinem Vortrag auf, dass die Physik für die Schwierigkeiten, die diesem Unterfangen entgegenstehen, elegante Lösungen gefunden und theoretisch wie experimentell bewiesen hat, dass eine Abwandlung des Sonnenfeuers auch auf der Erde brennen kann.
Eckart Runge (Cello) und Jacques Ammon (Piano) gestalteten das musikalische Rahmenprogramm.
Außerdem wurden die höchsten Auszeichnungen der Akademie, die Leibniz- und die Helmholtz-Medaille, an die Dieter Schwarz Stiftung und an den ungarischen Mathematiker László Lovász verliehen. Der Akademiepreis wurde an den Mathematiker, Physiker und Bioinformatiker Fabian Theis für seine Pionierarbeiten auf dem Gebiet der computergestützten Biomedizin und der Entwicklung neuer Methoden zur biomedizinischen Datenanalyse verliehen.
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