
Warum machen Gehirne dick?
Aufzeichnung vom 05.06.2025
Die Adipositas-Pandemie ist in vollem Gange. In Deutschland ist jede:r vierte Erwachsene und jedes fünfte Kind übergewichtig oder adipös. Zeitgleich hat sich in den letzten 50 Jahren der Verzehr hochverarbeiteter Speisen und Getränke, die reich an Fett, Zucker und Salz sind, verdoppelt und die tägliche Kalorienzufuhr ist um ein Drittel gestiegen. Unsere Ernährungsweise wird maßgeblich durch unser Gehirn beeinflusst. Es steuert die Nahrungsaufnahme, reagiert unterschiedlich auf verschiedene Nahrungsmittel und beeinflusst unsere Entscheidungen. Im Zuge einer gesundheitsförderlichen und nachhaltigen Ernährungswende muss unser Gehirn umgewöhnt werden. Politische Maßnahmen, Aufklärung und individuelle Unterstützung können helfen, gewohnte Ernährungsmuster zu durchbrechen und die Ernährungswende voranzutreiben.
Die Kinderärztin Annette Grüters-Kieslich (Akademiemitglied, Stellvertretende Sprecherin der IAG, Charité - Universitätsmedizin Berlin) gibt Einblicke in den klinischen Alltag mit übergewichtigen und an Adipositas erkrankten Patient:innen und stellt die aktuellen Therapie- und Präventionsmöglichkeiten von Ernährungsberatung über Magenverkleinerung bis hin zur sogenannten Abnehmspritze, vor. Der Neurobiologe Martin Korte (Akademiemitgied, IAG-Mitglied, Technische Universität Braunschweig) erläutert die Evolution und Funktionsweise unseres Gehirns in Bezug auf Ernährung, Lernen und Verhaltensänderungen. Moderiert von Constanze Bickelmann (BBAW), diskutieren sie erfolgsversprechende Ansätze im Rahmen der Ernährungswende.
Eine Veranstaltung der Interdisziplinären Arbeitsgruppe Ernährung, Gesundheit, Prävention.
AKADEMIEVORLESUNG „Ernährungswende – Chancen und Herausforderungen“
Um eine gesunde und nachhaltige Ernährung für alle zu gewährleisten, ist eine grundlegende Transformation unseres Ernährungssystems erforderlich. Diese Ernährungswende bietet erhebliche Chancen für die Gesundheit der Bevölkerung, der Lebewesen und des Planeten. Gleichzeitig ist sie mit großen Herausforderungen verbunden: Wir müssen die Qualität und Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln sicherstellen. Politische Handlungsspielräume müssen genutzt werden, um Veränderungen im Konsumverhalten auf individueller und gesamtgesellschaftlicher Ebene zu fördern. Konzertierte Anstrengungen von Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sind notwendig, damit diese Transformation erfolgreich gelingen kann.
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