Kurz nachgefragt ...

Text Herrmann

Dr. Dieter Herrmann ist seit 1997 zunächst als Geschäftsführer und seit 2003 als Generalsekretär bei der Akademienunion tätig. Zum 30. April 2018 wird er in den Ruhestand verabschiedet. Anlass, um mit ihm zurückzuschauen auf seine mehr als 20-jährige Zeit beim Verband der acht Wissenschaftsakademien und auf die Entwicklung des gemeinsamen Forschungsprogramm der Akademien, des weltweit einzigartigen Akademienprogramms.

  • Generalsekretär der Akademienunion

    ... bei Dr. Dieter Herrmann

Sie waren mehr als 20 Jahre bei der Akademienunion tätig. Was ist Ihr persönliches Fazit?
Aus der ursprünglich losen Vereinigung „Konferenz der deutschen Akademien“ hat sich in vielen Schritten ein fester und anerkannter Zusammenschluss „Akademienunion“ entwickelt. Um einige Beispiele zu nennen: Der gemeinsame jährliche Akademientag, die Beteiligung an den Wissenschaftsjahren, am Bericht zur Lage der deutschen Sprache und an der Politik- und Gesellschaftsberatung, die höhere Sichtbarkeit nach außen sowie die Koordinierung und Weiterentwicklung des Akademienprogramms.

Welches Forschungsprojekt aus dem Akademienprogramm hat Sie besonders fasziniert und warum?
Viele Vorhaben haben mich fasziniert. Zum Beispiel das von den Gebrüdern Grimm begonnene Deutsche Wörterbuch, das Marcel Reich-Ranicki als das wichtigste Buch der deutschen Sprache bezeichnet hat. Oder die Musikeditionen der großen deutschen Komponisten. Was dort ediert wird, wird auf den Musikbühnen der Welt gespielt.

Wie hat sich die Rolle der geisteswissenschaftlichen Forschung in diesen Jahren entwickelt und wo sehen Sie noch Potenziale?
Die Diskussion um „Orchideenfächer“ oder die „Nützlichkeit“ der geisteswissenschaftlichen Forschung gingen lange in die falsche Richtung. Die Geisteswissenschaften sind das kollektive Gedächtnis der Menschheit, Wissensspeicher für die Zukunft und Orientierungswissenschaften in einer immer komplexer werdenden Welt. Dies muss künftig stärker als bisher in die Öffentlichkeit getragen werden.


© Union der deutschen Akademien der Wissenschaften 2014