Neuerscheinungen

"Kurz erklärt" | Mai 2019

Warum sinken die CO2-Emissionen in Deutschland nur langsam, obwohl die erneuerbaren Energien stark ausgebaut werden?

Im Jahr 2018 sind die CO2-Emissionen in Deutschland erstmals seit 2014 merklich auf 866 Millionen Tonnen gesunken. Das zeigen Berechnungen des Umweltbundesamtes. Um die Klimaschutzziele zu erreichen, genügt das nicht. Warum sinken die Emissionen nicht deutlicher, obwohl Windkraft- und Solaranlagen stetig ausgebaut werden? Immerhin deckten regenerative Energiequellen 2018 fast 38 Prozent des deutschen Bruttostromverbrauchs.In der  Publikation „Kurz erklärt!“ nennen Fachleute des Akademienprojekts „Energiesysteme der Zukunft“ (ESYS) vier Hauptgründe.

"Kurz erklärt" | Mai 2019

Welche Bedeutung hat die Kernenergie für die künftige Weltstromerzeugung?

Deutschland steigt im Jahr 2022 aus der Atomenergie aus, das steht fest. Im Gegenzug setzen Länder wie China, Russland und Japan verstärkt auf Kernkraft im Energiemix. Welche Rolle spielt die Kernenergie also für die künftige Weltstromerzeugung – und fürs Klima? Mit dem Publikationsformat „Kurz erklärt!“ gibt das Akademienprojekt „Energiesysteme der Zukunft“ (ESYS) klare Antworten.

Stellungnahme | April 2019

Governance for the European Energy Union

Only with a common strategy on climate and energy policy can the EU contribute towards implementing the Paris Agreement. A Governance Regulation is intended to oversee European climate and energy policy. However, in view of its limited legislative competence in energy policy,
how can the EU create a carbon-neutral energy system in Europe? The Position Paper comes to the conclusion that only if the EU Commission and EU legislature, as well as a vanguard of ambitious Member States, effectively utilise the scope of the Regulation, it will be possible to make European energy supplies both climate-friendly and secure.

Analyse | März 2019

Partizipation und Kommunikation in der Energiewende

Proteste gegen den Ausbau von Stromtrassen und Windparks zeigen: Technische Lösungen allein reichen nicht aus, um den Umbau des Energiesystems voranzubringen. Bürgerinnen und Bürger wollen die Energiewende mitgestalten und sich in Planungs- und Entscheidungsprozesse einbringen. Doch welche Kommunikations- und Partizipationsverfahren tragen dazu bei, die Energiewende effektiv, fair und sozialverträglich zu gestalten? Das Akademienprojekt „Energiesysteme der Zukunft“ (ESYS) hat in seiner Analyse „Partizipation und Kommunikation in der Energiewende“ verschiedene Instrumente untersucht.

Oppermann, B./Renn, O.: Partizipation und Kommunikation in der Energiewende (Schriftenreihe Energiesysteme der Zukunft), München 2019.

Stellungnahme | Februar 2018

Biomasse im Spannungsfeld zwischen Energie- und Klimapolitik

Bioenergie ist der vielseitigste Energieträger unter den Erneuerbaren und liefert mehr Energie als Wind- und Wasserkraft, Solarenergie und Geothermie zusammen. Eine konsistente Bioenergiepolitik muss sicherstellen, dass die Bioenergienutzung keine negativen sozialen und ökologischen Folgen hat und einen maximalen Beitrag zum Klimaschutz leistet. Die Arbeitsgruppe „Bioenergie“ des Akademienprojekts „Energiesysteme der Zukunft“ schlägt vor:

  • Rest- und Abfallstoffe können risikoarm energetisch verwendet werden. In Deutschland gibt es große Potenziale an Restholz, Stroh und tierischen Exkrementen. Energetisch aufbereitet könnten diese bis zu 17 Prozent des zukünftigen deutschen Primärenergiebedarfs decken.
  • Für einen nachhaltigen Einsatz muss Bioenergie systemdienlich genutzt werden: Sie kann diejenigen Funktionen im Energiesystem übernehmen, für die andere Erneuerbare ungeeignet sind. Bioenergie könnte beispielsweise Schiffe und Flugzeuge antreiben oder Wärme für Industrieprozesse liefern.
  • Klimamodelle zeigen, dass der Atmosphäre künftig CO2 entnommen werden muss, um die Pariser Klimaziele zu erreichen Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um solche „negativen Emissionen“ zu erzeugen. Eine Option ist, Kohlendioxid in Bioenergieanlagen abzuscheiden und dauerhaft unterirdisch zu speichern (BECCS). Dieser Ansatz sollte bei künftigen Einsatzgebieten der Bioenergie mitbedacht werden.
  • Ein ausreichend hoher CO2-Preis und Zertifizierungssysteme können sicherstellen, dass Bioenergie dem Klima nützt. Sie sind am wirksamsten, wenn nicht nur Bioenergieträger, sondern alle landwirtschaftlichen Produkte darin einbezogen werden.

Informationsflyer zum Akademienprogramm | 2019

Das Akademienprogramm – das gemeinsame Forschungsprogramm der deutschen Wissenschaftsakademien – dient der Erschließung, Sicherung und Vergegenwärtigung unseres kulturellen Erbes. Es ist das größte geistes-und sozialwissenschaftliche Forschungsprogramm Deutschlands und international einzigartig. Mit ihren langfristig angelegten Grundlagenforschungen leisten die Akademien einen unverzichtbaren Beitrag zur Dokumentation unseres kulturellen Gedächtnisses und zur Bildung nationaler wie transnationaler kultureller Identität.

Stellungnahme | November 2018

Privatheit in Zeiten der Digitalisierung

 

Wer die Vorteile der Digitalisierung nutzen möchte, der muss nicht zwangsläufig ihre Nachteile akzeptieren. Während der Verlust der Privatsphäre oft als alternativlose Konsequenz der Technologieentwicklung dargestellt wird, zeigt eine Arbeitsgruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in der heute veröffentlichten Stellungnahme „Privatheit in Zeiten der Digitalisierung“, dass es eine große Bandbreite von Maßnahmen zum Schutz der Privatheit im digitalen Raum gibt. Neben rechtlichen und gesellschaftlichen Maßnahmen gibt es insbesondere vielfältige technologische Möglichkeiten, um die unerwünschte Nutzung von Daten zu erschweren. Die Gesellschaft kann auf eine Vielzahl von Handlungsoptionen zurückgreifen, um die Digitalisierung nach ihren Vorstellungen zu gestalten und ohne dabei auf deren große Vorteile zu verzichten.

 

Leopoldina, acatech, Akademienunion (Hrsg.): Privatheit in Zeiten der Digitalisierung. 2018: Halle (Saale). ISBN: 978-3-8047-3642-9.

Stellungnahme | Oktober 2018

Artenrückgang in der Agrarlandschaft : Was wissen wir und was können wir tun?

Zentrale Aussagen der Stellungnahme:

  • Zusammenfassend lässt sich aus Sicht der Wissenschaft zu diesem Zeitpunkt sagen, dass die biologische Vielfalt in der Agrarlandschaft bei zahlreichen Artengruppen in Deutschland in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen ist.
  • Der Verlust der biologischen Vielfalt ist nicht auf Gebiete außerhalb von Schutzgebieten beschränkt, sondern findet auch innerhalb von Schutzgebieten statt.
  • Die Ursachen für den Rückgang an Tier- und Pflanzenarten liegen in einem Zusammenspiel vieler Faktoren, unter anderem: Zunahme von ertragreichen, aber artenarmen Ackerbaukulturen, vorbeugende und flächendeckende Nutzung von Pflanzenschutzmitteln, Überdüngung, Vergrößerung der bewirtschafteten Flächen, Verlust von artenreichem Grünland, Verlust der Strukturvielfalt der Landschaft.
  • Maßnahmen zum Schutz und zur Förderung der biologischen Vielfalt müssen die politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen  Rahmenbedingungen in der Landwirtschaft berücksichtigen. Daher ist eine systemische Herangehensweise mit vielfältigen, parallelen Lösungsansätzen notwendig.
  • Handlungsbedarf besteht bei der Agrarpolitik auf europäischer Ebene und in Deutschland. Die biodiversitätsfreundliche Bewirtschaftung muss sich für Landwirtinnen und Landwirte lohnen. Die anstehende Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union sollte genutzt werden, um Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt stärker finanziell zu fördern.
  • Auch Gemeinden stehen in der Pflicht, biologische Vielfalt auf ihren Flächen zu erhalten, zu pflegen und zu erhöhen.Auch der Handel kann zur Erhöhung der biologischen Vielfalt beitragen. So sollten Produkte aus regionaler biodiversitätsfreundlicher Produktion im Handel entsprechend gekennzeichnet werden. Die Entwicklung von Infrastrukturen zur regionalen Weiterverarbeitung landwirtschaftlicher Produkte sollte gefördert werden.
  • In der Gesellschaft muss das Bewusstsein für den Wert der biologischen Vielfalt gestärkt werden; hier können außerschulische Lernorte wie Museen eine besondere Rolle spielen.
  • Um in Zukunft Zustandsveränderungen für ein möglichst breites und repräsentatives Spektrum an Arten und Lebensräumen dokumentieren und die Wirksamkeit von Maßnahmen zum Erhalt der biologischen Vielfalt überprüfen zu können, benötigen wir dringend den umfänglichen Ausbau des langfristigen, bundesweiten und standardisierten Monitorings, um die repräsentativen Elemente der biologischen Vielfalt zu erfassen.

© Union der deutschen Akademien der Wissenschaften 2014