Archäologische Erforschung der römischen Alpen- und Donauländer

Das Projekt aus dem Fachbereich Provinzialrömische Archäologie erforscht von 2012 bis 2025 Beginn und Ausgang der Römerzeit im mittleren Alpenraum. Durch Grabungsprojekte in Pfaffenhofen (Nordtirol) und San Martino/San Silvestro (Trentino) erschließt das Projekt neues archäologisches Quellenmaterial zweier wichtiger Übergangsperioden. In Pfaffenhofen-Hörtenberg wird die größte eisenzeitliche Siedlung Nordtirols erforscht, deren Ende möglicherweise mit der römischen Eroberung 15 v. Chr. zusammenhängt. Im Trentino stehen die frühmittelalterliche befestigte Höhensiedlung auf dem Monte San Martino (5. bis 8./9. Jahrhunderts) und ihr Umfeld im Fokus.

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    Grabungsplatz San Martino di Lomaso im Trentino (Italien), Foto: Zagermann

Ausgehend von den beiden Ausgrabungen werden die Plätze durch Regionalstudien in einen größeren Zusammenhang gesetzt. Wichtig ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den Naturwissenschaften (Botanik, Zoologie, Anthropologie, verschiedene Analysen von Fundobjekten u. a.). 2017 und 2018 dienen zudem zwei internationale Tagungen als Zwischenbilanz des Vorhabens. Gesucht wird nach Kontinuitätssträngen und -brüchen in allen Lebensbereichen der antiken Menschen: Bevölkerungszusammensetzung, Gesellschaftsstruktur, Siedelwesen, Raumordnung, Wirtschaftsweise, Handwerkstechniken, religiöse Ausdrucksformen und Bestattungssitten. Die Ergebnisse werden in der Reihe "Münchner Beiträge zur Vor- und Frühgeschichte" veröffentlicht.

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