Licht und Leben – Physik und Biologie
04.05.2026
13:00-19:00 Uhr
Akademiegebäude am Gendarmenmarkt
Leibniz-Saal
Markgrafenstraße 38
10117 Berlin
Licht steht für die physikalische Wissenschaft vom Ursprung des Lichtes und des Universums vor 13,8 Milliarden Jahren bis zur modernen Teilchenphysik, der Erforschung der Grundbausteine der Materie und der quantenphysikalischen Erklärung der Komplementarität von Welle und Teilchen. Es steht auch für die Überwindung von Anschauungserklärungen.
Leben steht für die Biologie, Mensch und Gesundheit und für eine holistische Sicht auf den Beginn des Lebens auf der Erde vor 3,8 Milliarden Jahren und für die Evolution der Mikroorganismen, Pflanzen, Tiere und Menschen sowie für die Medizin und das ganzheitliche Verständnis von Gesundheit. Es steht ebenso für unsere Grenzen, die Grundelemente des Lebens zu definieren.
„Licht und Leben“ steht für die Überzeugung, dass Licht und Leben ein hohes Maß an offenen und inspirierenden Besonderheiten und Gemeinsamkeiten aufweisen: Licht und Leben entziehen sich bisher einem rein naturwissenschaftlichen Verständnis. Licht und Leben weisen auf unseren physischen und physikalischen Ursprung hin: die Entstehung unserer Welt, von der konzentrierten Energie des Urknalls zur Materie unseres Kosmos. Licht und Leben stehen auch für die Evolution des Lebens auf der Erde und konkret für die Entstehung der ersten Makromoleküle bis zum Erscheinen des Lebendigen in seiner Vielfalt von Mikroorganismen, Tieren, Pflanzen und Menschen.
Eine gemeinsame Betrachtung von Licht und Leben geht auf einen Vortrag „Licht und Leben“ von Niels Bohr im Jahre 1932 zurück (Die Naturwissenschaften, p. 245 – 250, 21, Heft 13, 31. März 1933). Dieser Vortrag war für den Physiker Max Delbrück Anlass, sich der Biologie zuzuwenden. Delbrück legte 3 Jahre später in Berlin die Grundlagen der modernen molekularen Genetik mit der Erkenntnis, dass jedes Gen als ein Makromolekül (Atomverband) aufzufassen sei: „Über die Natur der Genmutation und der Genstruktur“ (Nachrichten der Gesellschaft für Wissenschaften zu Göttingen, Band 1, Nr. 13, 1935, p 190 ‒ 245). Diese Arbeiten inspirierten Erwin Schrödinger 1944 zu seinem Buch „Was ist Leben? Die lebende Zelle mit den Augen des Physikers betrachtet“ (Piper Verlag, München,1989).
Auch heute gilt, dass Physik und Biologie insbesondere mit Bezug auf die Gesundheit des Menschen methodisch, inhaltlich und strukturell in einem interdisziplinären Dialog voneinander lernen können. Gleichwohl stößt Wissenschaft immer wieder an die Grenzen ihrer Erkenntnismöglichkeit. Während die Quantenphysik das Verständnis unserer Welt bezüglich Struktur und Verhalten von Materie revolutioniert hat, ist unser Wissen über die Bedeutung des Lichts für die Entstehung des Lebens auf unserem Planeten nach wie vor unvollständig. In der Veranstaltung soll daher das Wechselspiel zwischen Licht und Leben in einem ganzheitlichen Ansatz und kritischer Analyse physikalischer und biologischer Methoden und Ergebnisse adressiert werden. Neue Möglichkeiten der Erforschung des Lebens unter der Bodenoberfläche als Schnittstelle zwischen Licht, Materie, Biologie und Mensch sowie menschlicher Gesundheit eröhnen kreative Wege, um Komplexität zu reduzieren sowie neue Ansätze des Forschens und des Handelns zu diskutieren.
In der Zukunft wird es entscheidend sein, die weitreichenden Welten der Quanten und Moleküle mit der makroskopischen Natur und der Lebenswelt der Menschen zu verbinden. Von der Kreativität der Forschung und der Kunst erhoffen wir Darstellungen und Bilder des Unverstandenen und neue Wege des Verständnisses. Daraus werden sich Orientierungspunkte ergeben, die einen nachhaltigen und menschenfreundlichen Weg für die Zukunft eröffnen. Wirkungen von Licht auf die verschiedenartigen Formen des Lebens unter und über den Böden der Erde können als exemplarische Forschungsgebiete und Bindeglieder zwischen Natur, Wissenschaft, Kunst und Kultur betrachtet werden.
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