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Johann Christoph und Luise Adelgunde Victorie Gottsched: Briefwechsel. Ein Korrespondenznetzwerk im Zeitalter der Aufklärung. Historisch-kritische Ausgabe


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Die im Jahr 2000 eingerichtete Arbeitsstelle verfolgt die Aufgabe, die gesamte überlieferte Korrespondenz von Johann Christoph Gottsched (1700–1766), einer der Zentralfiguren der deutschen und europäischen Aufklärung, in einer historisch-kritischen Ausgabe zu veröffentlichen. In die im Verlag de Gruyter erscheinende Edition wird auch der überlieferte Briefwechsel von Gottscheds Frau Luise Adelgunde Victorie Gottsched, geb. Kulmus (1713–1762) einbezogen. Knapp 10 Prozent der insgesamt bislang bekannten ca. 5800 Briefe stammen von ihr oder sind an sie gerichtet. Vom 18. Band (2023) der Ausgabe an wird ihr Anteil stärker als zuvor in angemessener und zeitgemäßer Weise durch die Aufnahme in den Reihentitel und durch Erweiterung des Projektnamens zum Ausdruck gebracht.

Die Grundlage der Arbeit bildet der erhaltene Briefnachlass Gottscheds in der Universitätsbibliothek Leipzig (ca. 4700 Schreiben). Weitere Briefe liegen in älteren Drucken vor oder wurden in Bibliotheken und Archiven Deutschlands, Europas und vereinzelt auch in den USA aufgefunden. Nach der derzeitigen Planung soll die Ausgabe 31 Bände umfassen, die die Briefe in chronologischer Reihenfolge zum Abdruck bringen. Die Schreiben werden ausführlich kommentiert. Die den einzelnen Bänden beigegebenen Register zu Absendern und Absendeorten, zu Personen, Orten, Schriften und Gottsched-Schriften, die in den Briefen erwähnt und diskutiert werden, erleichtern die Suche unter verschiedenen Gesichtspunkten. Ein bio-bibliographisches Korrespondentenverzeichnis vermittelt nähere Informationen zu Leben und Wirken der über 900 Korrespondenzpartner und -partnerinnen des Ehepaares Gottsched im jeweiligen Briefband.

Gottscheds Korrespondenz zählt zu den bedeutendsten Dokumenten der deutschen Aufklärungsgeschichte im zweiten Drittel des 18. Jahrhunderts. Sie zeigt, wie die vielfältigen Aktivitäten des Leipziger Universitätsprofessors – die Popularisierung der aufklärerischen Philosophie von Leibniz und Wolff, die Reform der deutschen Lyrik, die Förderung der Vereinheitlichung der deutschen Sprache, die Pionierarbeit in der Erschließung der deutschen Literaturgeschichte, die Theaterreform, eine maßgebliche Beteiligung an der Bildung gelehrter Gesellschaften, die Herausgabe moralischer Wochenschriften und anderer exemplarischer Zeitschriften – in Sachsen, im Deutschen Reich und in weiten Teilen Europas rezipiert wurden. Gottscheds Briefpartner gehören häufig dem akademisch gebildeten bürgerlichen Milieu an. Adelige, Schauspieler oder Verleger sind indes ebenso prominent vertreten. Abgesehen von ihrer aktiven Korrespondenz wird Luise Adelgunde Victorie Gottsched in zahlreichen Briefen als ebenbürtige Mitarbeiterin des Gottschedschen Reformwerks angesehen.

Johann Christoph und Luise Adelgunde Victorie Gottsched: Briefwechsel. Ein Korrespondenznetzwerk im Zeitalter der Aufklärung. Historisch-kritische Ausgabe

Betreuende Akademie
Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig

Arbeitsstelle und Sitzland
Leipzig, Sachsen

Typ
Editionen: Philosophie, ältere Naturwissenschaften, Literatur- und Sprachwissenschaften

Vorhabennummer
II.B.29

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