
Die Akademienunion wählt neue Internationale Delegierte
16.07.2026
Die Akademienunion hat Professorin Dr. Angelika Nußberger zur neuen Internationalen Delegierten im International Human Rights Network of Academies and Scholarly Societies (IHRN) gewählt. Zudem wurde Professor Dr. Jochen Kreusel zum Internationalen Delegierten für die InterAcademy Partnership (IAP) berufen. Mit beiden Personalentscheidungen stärkt die Akademienunion ihre Mitwirkung in zwei bedeutenden internationalen Netzwerken der Wissenschaft.
Professorin Angelika Nußberger vertritt die Akademienunion im IHRN
Die Akademienunion freut sich, dass Professorin Dr. Dr. h.c. Dr. h.c. Angelika Nußberger M.A., Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste, die deutsche Wissenschaftsakademien künftig im International Human Rights Network of Academies and Scholarly Societies vertreten wird. Mit ihrer herausragenden wissenschaftlichen Expertise im internationalen Recht und ihrem langjährigen Engagement für den Schutz der Menschenrechte bringt sie ideale Voraussetzungen für diese Aufgabe mit.
Angelika Nußberger studierte Slavistik und Rechtswissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München und legte 1993 ihr Zweites Juristisches Staatsexamen in Heidelberg ab. Ebenfalls 1993 promovierte sie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg mit einer Arbeit zum sowjetischen Verfassungsrecht in der Übergangszeit. Nach einem Forschungsaufenthalt an der Harvard University (1994/95) war sie von 1993 bis 2001 als Wissenschaftliche Referentin am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Sozialrecht tätig. Anschließend arbeitete sie als Rechtsberaterin des Europarats in Straßburg.
Im Jahr 2002 habilitierte sie sich mit einer Arbeit zu Sozialstandards im Völkerrecht und wurde noch im selben Jahr auf eine Professur an der Universität zu Köln berufen. Dort leitet sie seit dem 1. Oktober 2002 das Institut für Osteuropäisches Recht und Rechtsvergleichung.
Internationale Bekanntheit erlangte Angelika Nußberger insbesondere durch ihre Tätigkeit am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Im Jahr 2010 wurde sie von der Parlamentarischen Versammlung des Europarats zur Richterin am Gerichtshof gewählt. Von Februar 2017 bis Januar 2020 war sie dessen Vizepräsidentin – als erste Deutsche in dieser Funktion. Nach ihrer Rückkehr an die Universität zu Köln übernahm sie die Leitung der neu gegründeten Akademie für europäischen Menschenrechtsschutz.
International Human Rights Network of Academies and Scholarly Societies (IHRN)
Das International Human Rights Network of Academies and Scholarly Societies wurde 1993 gegründet. Das Netzwerk vereint Wissenschaftsakademien und Gelehrtengesellschaften aus den Natur-, Ingenieur- und Medizinwissenschaften sowie weiteren wissenschaftlichen Disziplinen, die sich weltweit für den Schutz der Menschenrechte und der Wissenschaftsfreiheit einsetzen.
Das IHRN unterstützt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die aufgrund ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit oder ihrer politischen Überzeugungen von Menschenrechtsverletzungen betroffen sind. Hierzu initiiert das Netzwerk unter anderem Petitionen zugunsten inhaftierter Forschender, die von ausgewählten Akademien und Einzelpersonen beim UNESCO Committee on Conventions and Recommendations eingebracht werden können.
Professor Jochen Kreusel wird Internationaler Delegierter für die InterAcademy Partnership
Zum neuen Internationalen Delegierten der Akademienunion für die InterAcademy Partnership (IAP) wurde Professor Dr.-Ing. Jochen Kreusel, auch Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie
der Wissenschaften und der Künste, berufen.
Jochen Kreusel studierte Elektrotechnik an der RWTH Aachen mit den Schwerpunkten Allgemeine Elektrotechnik und Technische Informatik. Nach seiner Promotion im Jahr 1990 war er zunächst als Oberingenieur am Institut für Elektrische Anlagen und Energiewirtschaft der RWTH Aachen tätig. Von 1994 bis 2020 bekleidete er bei ABB verschiedene nationale und internationale Führungspositionen in Forschung und Entwicklung, Marketing sowie der Geschäftsführung. Seit 2020 ist er bei Hitachi Energy als Senior Vice President und Global Head of Market Innovation tätig.
Neben seiner industriellen Tätigkeit engagiert sich Jochen Kreusel seit vielen Jahren in Forschung und Lehre. Seit 2000 hält er an der RWTH Aachen die Lehrveranstaltung „Energiewirtschaft in liberalisierten Elektrizitätsmärkten“, seit 2008 als Honorarprofessor.
Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen auf der Struktur und dem Betrieb elektrischer Energieversorgungssysteme mit hohen Anteilen dezentraler und fluktuierender Einspeisung, Smart Grids sowie der Regulierung und dem Marktdesign wettbewerblicher Elektrizitätsmärkte.
InterAcademy Partnership (IAP)
Die InterAcademy Partnership ist der weltweite Zusammenschluss von mehr als 150 nationalen, regionalen und internationalen Wissenschaftsakademien. Sie entstand 2016 aus dem Zusammenschluss dreier Vorgängerorganisationen.
Die IAP bündelt wissenschaftliche Expertise aus allen Regionen der Welt, um evidenzbasierte Lösungen für globale Herausforderungen zu entwickeln und wissenschaftliche Erkenntnisse in gesellschaftliche und politische Entscheidungsprozesse einzubringen. Zu ihren zentralen Aufgaben gehören die Förderung von Bildung, Forschung und Wissenschaftskompetenz, die Stärkung des öffentlichen Dialogs über Wissenschaft sowie die internationale Zusammenarbeit zur Bewältigung globaler Herausforderungen und Krisen.
Kontakt
Nicole Stemmer
Internationale Beziehungen
06131 / 218 528 13
nicole.stemmer@akademienunion.de

