
Von Moin bis Meme. Sprache macht Gesellschaft
Akademientag 2026
08.09.2026
Ab 10:30 Uhr
Alte Mensa
Wilhelmsplatz 3
Göttingen
Wie sprechen wir miteinander? Wie prägt Sprache unser Denken, unsere Identität und unser Zusammenleben? Und wie verändern Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und gesellschaftliche Debatten unsere Kommunikation? Mit diesen Fragen stand der Akademientag 2026 am 8. September unter dem Titel „Von Moin bis Meme. Sprache macht Gesellschaft“ ganz im Zeichen der Sprache. Erstmals fand der Akademientag, die gemeinsame Veranstaltung der deutschen Wissenschaftsakademien, am 8. September zu einem vielfältigen Programm in Göttingen statt und brachte Wissenschaft, Gesellschaft und Kultur miteinander ins Gespräch.
Der Akademientag 2026 in Zahlen:
- 28 Grad und Sonne
- 20 Projekte im Forschungsparcours
- 4 Panels mit 18 Forschenden aus diversen Disziplinen | 4 Mitglieder der Jungen Akademien
- 4 Standorte in Göttingen: Rathausplatz, Wilhelmsplatz, Alte Mensa, Aula
- 300 Gäste am Tag | 250 Gäste am Abend | 4 Schulklassen
- 1 Wissenspause mit spannenden Einblicken in die Forschung
- 1 Konzert in der Wissenspause: „Dammbruch“ von Emanuel Reichert-Lübbert
- 650 Tassen Kaffee
- 2 Autor:innen | 4 junge Musiker:innen-Talente
- 1 Netzwerktreffen der Jungen Akademien am Vortag
Bei 28 Grad und strahlendem Sonnenschein kamen rund 300 Gäste in die Alte Mensa am Wilhelmsplatz. Ein vielfältiger Tag erwartetet sie: 20 Projekte aus dem Akademienprogramm waren im Forschungsparcours vertreten, vier Schulklassen besuchten die Veranstaltung, vier Mitglieder der Jungen Akademien wirkten am Programm mit und zwei Autor:innen gestalteten die Abendveranstaltung gemeinsam mit jungen Musikerinnen und Musikern aus Hannover. Rund 650 Tassen Kaffee wurden heiß serviert – nicht zuletzt, weil Wissenschaft beim Akademientag ausdrücklich auch vom persönlichen Austausch lebt.
Eröffnet wurde der Akademientag von Prof. Dr. Daniel Göske, Präsident der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, und Dr. Daniela Danz, Vizepräsidentin der Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz. Der Präsident der Akademienunion Prof. Dr. Christoph Markschies begrüßte die Gäste mit einem digitalen Grußwort. Im Mittelpunkt der Begrüßung stand die besondere Kraft der Sprache: Sie schafft Verständigung, macht Vielfalt sichtbar, bewahrt Geschichte und gestaltet unser gesellschaftliches Zusammenleben.
Anschließend bot der Forschungsparcours im Adam-von-Trott-Saal einen unmittelbaren Einblick in die Arbeit der Akademien. 20 Projekte aus dem Akademienprogramm luden zum Entdecken, Mitmachen und Ausprobieren ein. Zu sehen und zu erleben waren unter anderem historische Texte und Handschriften, Dialekte und Regionalsprachen, Gebärdensprachen, Hieroglyphen, digitale Wörterbücher und Sprachdatenbanken sowie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Forschung. So wurde sichtbar, wie vielfältig Sprachforschung ist und wie eng Sprache mit Geschichte, Kultur und gesellschaftlichen Entwicklungen verbunden ist.
Besucherinnen und Besucher konnten außerdem bei einem Gewinnspiel zum Akademienprogramm teilnehmen und spannende Fragen rund um die Forschungsprojekte beantworten. Wir haben nun drei glückliche Gewinnerinnen und Gewinner: Lisa A., Peter B. und Sarah C. Sie können sich über einen tollen Gutschein der Göttinger Buchhandlung Calvör freuen, die auch am Abend den Büchertisch verantwortet hat.

Vier Panels griffen zentrale Facetten des Themas auf. Unter dem Titel „Wie redet die Politik?“ ging es um Sprache und politische Kommunikation und darum, wie Begriffe und Narrative unsere Wahrnehmung gesellschaftlicher Herausforderungen prägen. „Wie verändert(e) Digitalität unsere Kommunikation?“ nahm den Wandel durch soziale Medien, digitale Kommunikationsformen und neue Technologien, darunter Cybermobbing und Kochvideos auf TikTok, in den Blick. In der Fishbowl „Sprache – Sproch – Language – Dil“ standen Mehrsprachigkeit, Migration, Identität, Bildung und gesellschaftliche Teilhabe im Mittelpunkt. Das vierte Panel „Gefühltes Wissen: Wie Musik, Wissenschaft und Gesellschaft über Emotionen sprechen“ verband Perspektiven aus Neurowissenschaft, Sprachgeschichte, Philosophie und KI-Forschung. Insgesamt kamen 18 Forschende aus unterschiedlichen Disziplinen miteinander und mit dem Publikum ins Gespräch – von Sprach- und Politikwissenschaft über Neurowissenschaften und Physik bis hin zu weiteren Forschungsfeldern.
Ein besonderer Moment des Tages war die Wissenspause. Aus der klassischen Mittagspause wurde ein Raum für Begegnung und Austausch: Bei Kaffee und kleinen Snacks konnten Besucherinnen und Besucher mit Forschenden ins Gespräch kommen, Fragen stellen und Einblicke in verschiedene Projekte gewinnen. Ein Dialektquiz lud zum Mitmachen ein, bevor mit „Dammbruch“ von Emanuel Reichert-Lübbert auch ein musikalischer Akzent gesetzt wurde. Das Stück verband Kunst, Sprache und gesellschaftliche Fragen und nahm unter anderem die Rolle Künstlicher Intelligenz in der Veränderung von Sprache in den Blick.
Die Sprache der Musik & der Dichtung
Den feierlichen Abschluss des Akademientages bildete die Abendveranstaltung „Die Sprache der Musik & der Dichtung“ in der Aula am Wilhelmsplatz. Rund 250 Gäste erlebten einen literarisch-musikalischen Abend mit der Göttinger Autorin Jehona Kicaj und dem Lyriker Jan Wagner sowie Studierenden des Instituts zur Früh-Förderung musikalisch Hochbegabter der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Durch den Abend führte Prof. Dr. Daniel Göske; ein Grußwort sprach der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur Falko Mohrs.
Im Anschluss kamen rund 170 Gäste beim Gartenfest zusammen und ließen den Tag in geselliger Atmosphäre ausklingen.
Der Akademientag 2026 hat gezeigt, wie vielschichtig Sprache ist: Sie ist Forschungsgegenstand und Kommunikationsmittel, Ausdruck von Identität und Vielfalt, Trägerin von Geschichte und zugleich ein Medium, das sich durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz laufend verändert. Vor allem aber wurde eines deutlich: Wissenschaft lebt vom Gespräch. Ein Tag wie dieser schafft Räume, in denen Forschung, Gesellschaft und Kultur miteinander ins Gespräch kommen.
Der Akademientag 2026 in Göttingen war ein Tag voller Begegnungen, neuer Perspektiven und gemeinsamer Entdeckungen. Vielen Dank an alle Forschenden, Projektmitarbeitenden, Partner, Autor:innen, Helfenden und Gäste, die den Akademientag 2026 zu einem Tag voller Austausch und neuer Perspektiven gemacht haben.
Federführende Akademien für den Akademientag 2026 waren die Niedersächsische Akademie der Wissenschaften zu Göttingen und die Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz
Der Akademientag fand in Kooperation mit der Universität Göttingen und mit Unterstützung der Stadt Göttingen statt.
Grußwort von Prof. Dr. Christoph Markschies zum Akademientag 2026
Impressionen















Programm
10:30 – 16:00 Uhr | Adam-von-Trott-Saal
Forschungsparcours
Kommen Sie mit auf eine spannende Entdeckungsreise durch die Welt der Sprache!
Mehr zu den einzelnen Angeboten der Forschungsprojekte
Im Forschungsparcours des Akademientages 2026 geben rund 20 Akademieprojekte spannende Einblicke in aktuelle geistes- und kulturwissenschaftliche Forschung. Besucherinnen und Besucher können in Dialekte reinhören, historische Texte entdecken, Gebärdensprachen kennenlernen, alte Schriftzeugnisse erkunden und erleben, wie digitale Methoden und Künstliche Intelligenz heute in der Sprachforschung eingesetzt werden. Von babylonischen Keilschrifttafeln über mittelalterliche Handschriften bis hin zu digitalen Wörterbüchern und Sprachdatenbanken wird sichtbar, wie vielfältig Sprache ist und wie eng sie mit gesellschaftlichen Entwicklungen verbunden ist.
Der Forschungsparcours macht Wissenschaft unmittelbar erlebbar: an Mitmach-Stationen, Thementischen, interaktiven Karten, Quiz-Angeboten und im direkten Austausch mit den Forschenden. Wer wissen möchte, wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Sprache untersuchen und welche Erkenntnisse daraus entstehen, ist hier genau richtig.
11:00 Uhr | Adam-von-Trott-Saal
Eröffnung und Begrüßung
Prof. Dr. Christoph Markschies, Präsident der Akademienunion
Prof. Dr. Daniel Göske, Präsident der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen
Dr. Daniela Danz, Vizepräsidentin der Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz
Körper macht Sprache. Körpersprache. Gesten. Zeichensprache. Gebärdensprache. Beim Nachdenken über Sprache im vergangenen Jahrhundert wurde diese körperliche Dimension oft vergessen. Nicht so in den Forschungsprojekten, die die Akademien der Akademienunion in den letzten Jahrzehnten aufgelegt haben. Und ganz gewiss nicht auf dem Akademientag in Göttingen. Da kann man es mit eigenen Ohren hören. Und sehen.
Sprache macht Vielfalt sichtbar. Sie zeigt, wie unterschiedlich Menschen ihre Welt deuten, benennen und miteinander teilen. Ob Dialekt, Fachsprache, Alltagssprache, Literatur oder Meme: In Sprache wird erfahrbar, wie vielfältig Gesellschaft ist. Zugleich bewahrt Sprache Geschichte, eröffnet Verständigung und gestaltet unser Zusammenleben aktiv mit, zum Beispiel im Alltag, in der Wissenschaft und in den digitalen Räumen.
Eine Gesellschaft, auch eine Wissensgesellschaft, ohne Geselligkeit ist öde. Geselligkeit braucht eine offene Sprache: in der Familie, in Schulen, Hochschulen, Akademien, unter Freunden und Fremden. Sprache macht befangen: wenn man sie nicht versteht. Aber dafür gibt’s wissenschaftlich solide Wörterbücher, bilinguale, historische, dialektale. Und Fachleute, die mit den Sprachen, die sie erforschen, fremde Gesellschaften bruchstückhaft erfahrbar machen. Sprache macht manchmal sprachlos: ergreifende Dichtung; Maulheldentum in der Politik, anonyme Hetze im Netz. Auch darüber reden wir, auf dem Akademientag in Göttingen.
11:30 Uhr | Hannah-Vogt-Saal | Paneldiskussion
Wie redet die Politik?
„Sprich, damit ich Dich sehe": Sokrates wuste um die Macht der Sprache. Ohne sie hätten wir kaum einen Zugang zur Welt und den Mitmenschen. Auch Politik lebt von Worten – sie benennt, verkompliziert und ordnet die Welt. Darüber und über weitere Aspekte des Themas Sprache & Politik diskutieren wir in unserem Panel - und gerne auch mit Ihnen.
Auf dem Podium:
- Prof. Dr. Andreas Blätte, Politikwissenschaftler, Universität Duisburg-Essen
- Prof. Dr. Henning Lobin, Direktor des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache
Moderation:
Prof. Dr. Andreas Gardt, Vorsitzender der Sprachkommission der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und Mitglied der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen
Sprache ist mehr als Worte. Sie beeinflusst politische Debatten, prägt digitale Kommunikation, schafft Zugehörigkeit und transportiert Emotionen. Doch vieles, was wir über Sprache zu wissen glauben, stimmt nur teilweise – oder gar nicht. In unserer Reihe „Fakten statt Floskeln“ präsentieren Forschende überraschende Erkenntnisse, räumen mit verbreiteten Halbwahrheiten auf und geben spannende Einblicke in die Themen des Akademientags 2026.

Deutsch ist für Gerichte und Verwaltungen gesetzlich als Amtssprache festgelegt. Im Grundgesetz selbst findet sich das Wort „Sprache“ allerdings nur ein einziges Mal – im Zusammenhang mit dem Diskriminierungsverbot. Niemand darf wegen seiner Sprache benachteiligt oder bevorzugt werden.
Prof. Dr. Henning Lobin

Deutsch ist in sieben europäischen Staaten eine der offiziellen Amtssprachen und wird darüber hinaus in zahlreichen Ländern und Regionen gesprochen. Sprache und Nation lassen sich deshalb nicht einfach gleichsetzen. Sprachen tragen wesentlich zur politischen und gesellschaftlichen Identitätsbildung bei – sie gehören aber nicht einzelnen Staaten.
Prof. Dr. Andreas Gardt
11:30 Uhr | Emmy-Noether-Saal | Impulse & Diskurs
Wie verändert(e) Digitalität unsere Kommunikation?
In den vergangenen 20–30 Jahren haben digitale Verfahren und Geräte unser Leben auf grundlegende Weise verändert: von Kommunikationsmedien, Lernplattformen und Dating-Seiten über die Steuerung von Wirtschaftsabläufen und Cybermobbing bis hin zur Entstehung neuer Medienangebote z. B. Kochvideos auf TikTok. Reflektieren Sie mit unseren Expertinnen und Experten diese und weitere Veränderungen
Impulse:
- Was Kochvideos auf TikTok über den Wandel digitaler Medien verraten
Prof. Dr. Stefan Hauser, Leiter Forschung & Entwicklung, Pädagogische Hochschule Zug - Dort, wo es dunkel wird im Netz: Digitale Gewalt am Beispiel von Cybermobbing
Prof. Dr. Konstanze Marx-Wischnowski, Leiterin des Arbeitsbereichs Germanistische Sprachwissenschaft an der Universität Greifswald
Einführung & Moderation:
- Prof. Dr. Thomas Gloning, Germanist, Justus-Liebig-Universität Gießen
- Prof. Dr. Mechthild Habermann, Sprachwissenschaftlerin, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Sprache ist mehr als Worte. Sie beeinflusst politische Debatten, prägt digitale Kommunikation, schafft Zugehörigkeit und transportiert Emotionen. Doch vieles, was wir über Sprache zu wissen glauben, stimmt nur teilweise – oder gar nicht. In unserer Reihe „Fakten statt Floskeln“ präsentieren Forschende überraschende Erkenntnisse, räumen mit verbreiteten Halbwahrheiten auf und geben spannende Einblicke in die Themen des Akademientags 2026.

Hintergrund dieser Beobachtung ist, dass in klassischen journalistischen Kontexten (z.B. in der Presse) oftmals das "Prinzip der umgekehrten Pyramide“ zur Anwendung kam. Dabei geht es um eine makrostrukturelle Anordnung der Information, die davon ausgeht, dass Texte von hinten her gekürzt werden können. Aus diesem Grund gilt es, die wichtigste Information am Anfang zu positionieren. Viele klassische Pressetexte funktionieren nach diesem Prinzip (einzelne, wie z.B. die Reportage) weichen allerdings auch davon ab. In digitalen Kurzformaten haben wir es in vielen Fällen mit ganz anderen Ordnungsprinzipien zu tun, die das klassische Modell der Informationverteilung um weitere Formen ergänzen.
Prof. Dr. Stefan Hauser

Ob ein Schimpfwort tatsächlich beleidigt, hängt auch vom jeweiligen Kontext und Gebrauch ab. Dasselbe Wort kann je nach Situation ganz unterschiedliche kommunikative Funktionen haben.
Prof. Dr. Konstanze Marx-Wischnowski

Textbeispiele dafür findet man in den digitalen Korpora der BBAW (DWDS.de) und beim IDS in Mannheim. Zur Erläuterung ein ergänztes DWDS-Beispiel aus Wikipedia: "... wobei er [der Japaner Genki Sudō] vehement abstreitet, [1] dass er keinen Respekt vor seinen Gegnern habe. Fakt ist, [2] dass Sudo einer der wenigen MMA-Kämpfer war, der nach seinem Kampf seinen Kontrahenten aufhalf und sich nach deren Zustand informierte und sich erst nach einer positiven Rückmeldung an seinem Sieg erfreute." -- Die als wahr vorausgesetzte Behauptung [2] wird zur Kontrastierung mit der wiedergegebenen Behauptung [1] angeführt.
Prof. Dr. Thomas Gloning
12:45 – 14:00 Uhr | Adam-von-Trott-Saal | Wissenspause

Während der Wissenspause wird aus einer klassischen Mittagspause ein Raum für Begegnungen, Gespräche und neue Perspektiven. Bei Kaffee und kleinen Snacks können Besucherinnen und Besucher die vielfältigen Angebote des Akademienprogramms erkunden und mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern direkt ins Gespräch kommen.
Unsere Expertinnen und Experten aus den Forschungsprojekten laden zum Gespräch ein: vom Philosophen Karl Jaspers über ägyptische Hieroglyphen und die romanischen Sprachen des Mittelalters bis hin zur digitalen Wortgeschichte, zu Prize Papers, Regionalsprachen und Dialekten in Nordrhein-Westfalen.
- handwritten Text Recognition (HTR): wird an mittelalterlichen Manuskripten gezeigt mit der Chance dies selbst zu auszuprobiernALMA – Wissensnetze in der mittelalterlichen Romania
- Dialektatlas Mittleres Westdeutschland (DMW)
- „Ein Wort ergreifen, das eine Handlung bedeutet". Karl Jaspers nutzt die Medien Radio, Film und Fernsehen mit Dr. Dirk Fonfara (Karl Jaspers Gesamtausgabe)
- Prize Papers
- hieroglyphisch-ägyptische Schrift & Grammatik im Vergleich / ägypt. Unterwelt / digitale Epigraphik mit Dr. Daniel Werning (Strukturen und Transformationen des Wortschatzes der ägyptischen Sprache)
- PD Dr. Volker Harm (Wortgeschichte digital)
Machen Sie mit und stellen Sie Ihr Wissen zu den Dialekten unter Beweis.
Das Musikstück Dammbruch zeigt Parallelen sozialer Isolation aus Kafkas Die Verwandlung zu heutigen Kontexten auf und deutet die Rolle künstlicher Intelligenz durch eine „Verwandlung" von Sprache an.
14:00 Uhr | Hannah-Vogt-Saal | Fishbowl
Sprache – Sproch – Language – Dil
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Sprachliche Vielfalt und gelebte Mehrsprachigkeit prägen Gesellschaften zu allen Zeiten. Die Diskussion wirft einen Blick auf historische Entwicklungen ebenso wie auf aktuelle Herausforderungen. Im Fokus stehen die Sprachensituation in einer von Migration geprägten Gesellschaft sowie die Frage, wie die digitale Transformation die Vielfalt von Sprachen und Varietäten beeinflusst. Nach einführenden Impulsen der Expert:innen lädt ein “freier Sitz” Sie ein, sich aktiv in die Diskussion einzubringen.
Mit:
- Prof. Dr. Walter Bisang, Sprachtypologe, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
- Prof. Dr. Julia Burkhardt, Mittelalterhistorikerin, Ludwig-Maximilians-Universität München
- Prof. Dr. Ludwig Eichinger, ehemaliger Direktor des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache
- Dr. Helge Hornburg, Rechts- und Sprachsachverständiger, Gerichtshof der Europäischen Union
- Prof. Dr. Anne Lauscher, KI-Wissenschaftlerin, Universität Hamburg
- Prof. Dr. Ingrid Piller, Humboldt-Professorin, Migration und Bildung, Universität Hamburg & Macquarie University Sydney
Moderation:
Prof. Dr. Natalia Filatkina, Sprachwissenschaftlerin, Universität Hamburg
Sprache ist mehr als Worte. Sie beeinflusst politische Debatten, prägt digitale Kommunikation, schafft Zugehörigkeit und transportiert Emotionen. Doch vieles, was wir über Sprache zu wissen glauben, stimmt nur teilweise – oder gar nicht. In unserer Reihe „Fakten statt Floskeln“ präsentieren Forschende überraschende Erkenntnisse, räumen mit verbreiteten Halbwahrheiten auf und geben spannende Einblicke in die Themen des Akademientags 2026.

Sprachliche Vielfalt lebt also vor allem in kleinen Gemeinschaften. Sprachen bewahren Wissen, Erinnerungen und kulturelle Erfahrungen. Werden sie im Alltag, in Schulen, Medien oder digitalen (KI) Räumen kaum genutzt, geraten nicht nur Wörter, sondern ganze Perspektiven unter Druck. Sprachliche Vielfalt zu schützen bedeutet deshalb, Menschen und ihren Stimmen dauerhaft Raum zu geben.
Prof. Dr. Filatkina
14:00 Uhr | Emmy-Noether-Saal | Impulse und Diskussion
Gefühltes Wissen: Wie Musik, Wissenschaft und Gesellschaft über Emotionen sprechen.
Was sagt uns Musik, wenn Worte versagen? Wie formen Emotionen unsere Sprache, unsere Denkmodelle, unsere Geschichte? Wie sprechen Musik, Wissenschaft und Gesellschaft über Emotionen? Welche Sprache brauchen wir, um das zu erfassen, was uns bewegt und was uns stumm macht? Das Panel, gestaltet von Mitgliedern der Jungen Akademien und Kollegs, geht diesen Fragen nach und verbindet künstlerische Erfahrung mit wissenschaftlicher Reflexion und möchte mit Ihnen hierzu in den Austausch kommen.
Impulse:
Musik, Emotionen und Gänsehaut
Dr. Eugen Wassiliwizky, Neurowissenschaftler, Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik
Wenn Sprachmodelle diskutieren
Prof. Dr. Viola Priesemann, Physikerin, Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation
Gefühle im Spiegel der Sprachgeschichte
Dr. Svenja Bonmann, Indogermanistin, Universität zu Köln
Über Stimme und Stimmung: Emotionale Fähigkeiten und die Sprache der Gefühle
Dr. Philipp Schmidt-Boddy, Philosoph, Universitätsklinikum Heidelberg
Moderation:
Dr. Aglaia Schieke, Koordinatorin der WissKomm Academy & wissenschaftliche Koordinatorin der Jungen Akademie | Mainz
Sprache ist mehr als Worte. Sie beeinflusst politische Debatten, prägt digitale Kommunikation, schafft Zugehörigkeit und transportiert Emotionen. Doch vieles, was wir über Sprache zu wissen glauben, stimmt nur teilweise – oder gar nicht. In unserer Reihe „Fakten statt Floskeln“ präsentieren Forschende überraschende Erkenntnisse, räumen mit verbreiteten Halbwahrheiten auf und geben spannende Einblicke in die Themen des Akademientags 2026.

Beim Lesen oder Hören besonders bewegender Gedichte zeigt sich Gänsehaut nicht nur subjektiv: Sie lässt sich objektiv über die Haut messen. Überraschend ist, dass viele Menschen an denselben Versen reagieren. Diese „Gänsehautmomente“ lassen sich somit über Personen hinweg vorhersagen – ein Hinweis darauf, dass Sprache Emotionen auf erstaunlich ähnliche Weise auslösen kann.
Dr. Eugen Wassiliwizky

Die deutschen Begriffe gehen letztlich auf die indogermanische Wurzel *leu̯bʰ- (‚lieb sein, gefallen; betören; verwirren) zurück. Im Germanischen hatte sich die Bedeutung verengt zu lieb sein oder Gunst gewähren. So entwickelte sich glauben aus dem Vertrauen, das man jemandem schenkt, und erlauben aus der Gewährung von Gunst. Urlaub bezeichnete einst die Erlaubnis zu gehen.
Dr. Svenja Bonmann

Wie wir in unserer inneren Rede mit uns selbst sprechen, prägt maßgeblich, wie wir die gemeinsam mit anderen geteilte Welt erleben. Situationen werden von uns nicht einfach passiv wahrgenommen, sondern aktiv gedeutet und interpretiert. Viele der Einstellungen, Bewertungen und Urteile, die dabei unser Erleben beeinflussen, bleiben implizit und werden uns oft weder bewusst noch reflektiert. Andere hingegen vollziehen wir aktiv in unserer inneren Rede – indem wir mit uns selbst oder imaginär mit anderen sprechen. Auf diese Weise bestimmt unsere innere Stimme unser Erleben im wahrsten Sinne des Wortes – und damit auch unsere Stimmung.
Dr. Philipp Schmidt-Boddy

Wissenschaftssprachen, englisch Scientific Languages, sind zurzeit ein wichtiges Thema, und allen Disziplinen ist bewusst, wie wichtig eine kontrollierte und überprüfbare Sprachverwendung in diesem Bereich ist. Das interakademische Projekt „ALMA – Wissensnetze in der mittelalterlichen Romania“ stellt die Frage, wie Scientific Languages entstehen und wie die sprachlichen Voraussetzungen für den wissensbezogenen Austausch geschaffen werden. ALMA nutzt dafür ein historisches Beispiel, den Ausbau der volkssprachlichen, romanischen Varietäten, die im Mittelalter im Gebiet des heutigen Italiens sowie in Süd- und Nordfrankreich gesprochen und geschrieben wurden. Auf der Basis eines umfassenden digitalen Textkorpus untersuchen sie, wie sich zwischen 1100 und 1500 in den Wissensdomänen „Medizin” und „Recht" Fachterminologien herausbildeten und welche Veränderungen im Wissensgebrauch, Wissensaustausch und Wissenserwerb dahinter erkennbar werden. Zentral für ihre Arbeit ist die sprachübergreifende, weite Teile Lateineuropas umfassende Perspektive und die enge Verbindung von linguistischer Forschung mit digitalen Textanalysen, für die sie auch Werkzeuge der Künstlichen Intelligenz einsetzen.
ALMA – Wissensnetze in der mittelalterlichen Romania ist ein Vorhaben der Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz, der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.
Was ist das Digitale Wörterbuch der Deutschen Gebärdensprache? Was tragen die Erzählungen in DGS zum kulturellen Erbe der Gesellschaft bei? Wie verbindet das DGS-Korpus-Projekt Generationen? Wie werden Emotionen in DGS ausgedrückt? Diese und viele andere Fragen können beim Info- und Mitmachstand des Projekts beantwortet werden. Mitarbeitende präsentieren Inhalte aus der Projektarbeit und stehen für Fragen und Gespräche zur Verfügung. Zudem haben die Besuchenden Gelegenheit, Filme unterschiedlicher Generationen aus den Datenerhebungen zu sehen, die Schönheit der DGS in Superzeitlupe zu erleben sowie das Digitale Wörterbuch der DGS selbst auszuprobieren.
Das DGS-Korpus ist ein Vorhaben der Akademie der Wissenschaften in Hamburg.

Kommen Sie mit auf Erkundungsreise in die vielfältige Sprachlandschaft Nordrhein-Westfalens. Auf einer dynamischen und sprechenden Atlaskarte können Sie sehen und hören, wie man dort spricht (oder gesprochen hat). Erhalten Sie Einblick, wie Sprachwissenschaftlerinnen und Sprachwissenschaftler die regionalen Sprechweisen erfassen und untersuchen und wie der Sprachatlas funktioniert. Außerdem können Sie Ihr Wissen über die Dialekte des Deutschen in einem Quiz testen, das in der Wissenspause aufgelöst wird.
Der Dialektatlas Mittleres Westdeutschland (DMW) ist ein Vorhaben der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften.

Die „Formierung Europas“ im 12. Jahrhundert neu erleben! Erhalten Sie Einblick in die Machtkämpfe zwischen Papst Alexander III. und den Gegenpäpsten (Victor IV., Paschalis III.), die Europas politische Landkarte und Kirche nachhaltig prägten. Erfahren Sie, wie Historikerinnen und Historiker Quellen digitalisieren, Regesten erstellen und durch kritische Analyse die Durchsetzungsstrategien, längst vergessenen Netzwerke und formative Mechanismen dieser dynamischen Epoche rekonstruieren. Durchstöbern Sie hochauflösende Manuskripte und Urkunden oder testen Sie Ihr Wissen im Quiz zu Kirche und Papsttum. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
Die Formierung Europas durch Überwindung der Spaltung im 12. Jahrhundert ist ein Vorhaben der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste.

Jede(r) trägt einen Familiennamen, der als Teil der eigenen Identität wahrgenommen wird. Die Familiennamen transportieren Informationen aus der Zeit ihrer Entstehung (12.-16. Jahrhundert): Wie Fossilien konservieren sie sprach- und kulturgeschichtliche Informationen, z. B. Hinweise auf mittelalterliche Berufe oder Siedlungsbewegungen. Der Stand informiert über die Arbeit des digitalen Wörterbuchs und die Besuchende können sich die Verbreitung Ihres Familiennamens anschauen und an unserem Quiz teilnehmen.
Das Digitale Familiennamenwörterbuch Deutschlands (DFD) ist ein Vorhaben der Akademie der Wissenschaften und Literatur | Mainz.

Was bedeutet ein Wort? Wie benutzt man es? Wo ist es verbreitet? Wann wurde es besonders häufig gebraucht? Antworten auf solche Fragen bietet das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS). Als modernes lexikalisches Informationssystem dokumentiert es den Wortschatz der Gegenwart umfassend und wissenschaftlich fundiert.
Erhalten Sie Einblicke in den deutschen Wortschatz und die Möglichkeiten moderner Lexikografie!
Das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS.de) ist ein Vorhaben der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und Teil des Zentrums für digitale Lexikographie der deutschen Sprache, in dem die Niedersächsische Akademie der Wissenschaften zu Göttingen und die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften kooperieren.

Ein Zeichen kann vieles ändern. Was heute vielleicht eher wie ein banaler Tippfehler klingt, konnte im Frankenreich des frühen Mittelalters weitreichende Konsequenzen haben: Die Herrschererlasse Karls des Großen und seiner Nachfolger, nach ihrer Einteilung in Kapitel (lat. capitula) Kapitularien genannt, regelten das politische, militärische, kirchliche, religiöse, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Leben. Sie wurden verkündet, per Hand vervielfältigt und verbreitet.
Beim Kopieren der Texte unterliefen den Schreibern öfters Fehler, die in extremen Fällen sogar den Sinn eines Erlasses verfälschten. So wurde aus einem „Papst Gelasius“ auch schon mal ein „Papst Scelus“, also ein „Schurkenpapst“ … Es konnte sogar vorkommen, dass ein Schreiber absichtlich den Wortlaut seiner Vorlage veränderte, um den Text einer im Laufe der Zeit geänderten Rechtspraxis anzupassen oder ihn gar seinen eigenen Absichten dienstbar zu machen.
Sprache ist Macht – und ein falsches Wort kann ungeahnte Auswirkungen haben. Das gilt damals wie heute. Kommen Sie vorbei, blättern Sie mit uns (digital) in mittelalterlichen Handschriften, schreiben Sie Ihr eigenes Kapitular und entdecken Sie, warum eine wissenschaftliche Edition, die heutigen Standards entspricht, weit mehr ist als philologische Fleißarbeit – sie ist die Grundlage jeder verlässlichen Erforschung dieser Epoche. Wir freuen uns auf den Austausch!
Die Edition der fränkischen Herrschererlasse ist ein Vorhaben der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste.

Entdecken Sie, wie Sprachgeschichte spielerisch und digital erlebbar wird! Am Stand können Sie das Kartenspiel „Formenjäger“ und das PC-Spiel „Graf Lexiko“ kennenlernen, die den Zugang zu historischen Sprachdaten auf neue Weise eröffnen. Erfahren Sie außerdem mehr über das Frühneuhochdeutsche Wörterbuch als wissenschaftliche Grundlage dieser Anwendungen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf „EdiKILex“, dem Pionierprojekt, das Künstliche Intelligenz für die Erschließung und Erforschung spätmittelalterlicher Texte nutzbar macht.
Das Frühneuhochdeutsches Wörterbuch und das EdiKILex sind Vorhaben der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.

Das Goethe-Wörterbuch erschließt Goethes gesamten Wortschatz mit ca. 93.000 Lemmata auf der Grundlage aller verfügbaren Textzeugnisse (literarische Werke, ästhetische und naturwissenschaftliche Schriften, Tagebücher, Briefe, amtliche Schriften und Gespräche). Die Breite der Dokumente macht es zugleich zu einem historischen Sach- und Begriffswörterbuch sowie zu einem Epochenwörterbuch. Das Akademienvorhaben präsentiert den Weg der Goethe-Wörter von der Exzerption aus ihren Quellentexten bis zur Präsentation im Wörterbuch in seiner gedruckten und digitalen Fassung mit Verknüpfungen zu den Quellentexten.
Das Goethe-Wörterbuch ist ein Vorhaben der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.

Auf Basis der Forschungsarbeit im INEL-Projekt werden am Stand Einblicke in die wissenschaftliche Arbeit und die Vielfalt bedrohter Sprachen in Sibirien gegeben. Mithilfe einer sprechenden Karte können Sie hören, wie die Sprachen klingen, und sehen, wo sie gesprochen werden oder wurden. Ein interaktives Quiz und viele überlieferte Rätsel erwarten Sie und zeigen Ihnen, wie Sprachdaten und -zeugnisse in digitale Datenbanken eingepflegt und für alle verfügbar gemacht werden.
Grammatiken, Korpora und Sprachtechnologie für indigene nordeurasische Sprachen (INEL) ist ein Vorhaben der Akademie der Wissenschaften in Hamburg.

In den Biowissenschaften, wie etwa in der Medizin oder Biologie, werden regelmäßig technologische Forschungsdurchbrüche beobachtet. Von Veränderungen des menschlichen Genoms über Pflege-Roboter bis hin zu künstlichen Eizellen – über die damit verbundenen Chancen und Risiken müssen wir „reden“.
Wie wir als Gesellschaft über diese Potenziale sprechen, enthält meist schon ethische Urteile. So können Chancen überhöht, Risiken verdeckt und Anwendungen vorgeschrieben werden. Bereits hier setzt die ethische Forschungsbegleitung an und gibt wichtige Impulse für gesellschaftliche Diskurse.
Grundlagen, Normen und Kriterien der ethischen Urteilsbildung in den Biowissenschaften – Referenzzentrum (DRZE) ist ein Vorhaben der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste.

Wie wurden in der Frühen Neuzeit Fremdsprachen gelernt und vermittelt? Historische Fremdsprachenlehrwerke verbinden Wörterbuch, Grammatik und Gesprächsbuch. Das Projekt FSL-digital digitalisiert und bearbeitet rund 1000 solcher Lehrwerke (15.–17. Jh.). Beim Akademientag erhalten Besucher:innen Einblicke in originale Quellen und gehen spielerisch der Frage nach, wie Fremdsprachen früher im Alltag gelernt wurden – von Preisverhandlungen beim Einkaufen bis zu Szenen im Wirtshaus – für die ganze Familie. Bastelangebot: historische Schriftzeichen.
Historische Fremdsprachenlehrwerke digital (FSL digital) ist ein Vorhaben der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz.

Am Thementisch der in Heidelberg und Göttingen erarbeiteten Karl-Jaspers-Gesamtausgabe (KJG) besteht jederzeit die Möglichkeit, sich über den Autor, sein Werk und die Edition zu informieren. Durchblättern Sie Bände, die Schriften von Jaspers erhalten und hören Sie in Radio-, Film- und Fernsehaufnahmen von ihm hinein.
Die Karl Jaspers Gesamtausgabe ist ein Vorhaben der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.

Das Akkadische war die Sprache der Babylonier und Assyrer im antiken Mesopotamien (ca. 2500 v. Chr. – 80 n. Chr.). Auf Keilschrifttafeln konserviert, ist sie heute eine der am besten bezeugten Sprachen des Altertums. Das Textkorpus wächst ständig an und liefert neues Wissen über die Kulturgeschichte des Alten Orients. In Leipzig wird seit 2025 der Wortschatz des Akkadischen gesammelt, analysiert und in einem Onlinewörterbuch zusammengestellt. Am Projektstand können Sie es zum ersten Mal testen.
Das Leipzig Akkadian Dictionary ist ein Vorhaben der Sächsischen Akademie der Wissenschaften.

In Kooperation mit dem Akademievorhaben Prize Papers lichtet der Forschungsverbund DiViAS den Nebel auf mehreren Ebenen. Wetterereignisse tauchen in vielsprachigen und vielschriftlichen frühneuzeitlichen Logbüchern und Journalen auf, da sie die Bewegung von Schiffen und damit von Personen und Waren maßgeblich beeinflussten. Die Projekte präsentieren, wie diese Informationen mithilfe von KI-basierten Verfahren wie automatisierter Transkription und Named Entity Recognition (NER) ausgewertet und visualisiert werden können.
Prize Papers ist ein Vorhaben der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.

Sprache ist weit mehr als nur ein Mittel zur Kommunikation – sie ist ein „klingender Personalausweis“. Ob ein munteres „Moin“, ein herzliches „Ei Gude“ oder ein melodisches „Grüß Gott“: Unsere Art zu sprechen verrät meist sofort, wo unsere Wurzeln liegen. Doch während Dialekte seit jeher faszinieren, fehlten lange Zeit umfassende Beschreibungen der modernen Regionalsprachen – jener sprachlichen Variationsräume, die heute den Alltag der meisten Menschen prägen.
Seit fast 20 Jahren widmet sich das Projekt regionalsprache.de (REDE) deshalb der Erhebung und Dokumentation der sprachlichen Vielfalt – vom Regionalakzent bis zum tiefen Dialekt. Angesiedelt am Forschungszentrum Deutscher Sprachatlas (DSA) in Marburg werden Daten von Sprecherinnen und Sprechern aus dem gesamten DACH-Raum sowie dem deutschsprachigen Ausland gesammelt, archiviert und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Das Ziel ist die nachhaltige Dokumentation sprachlicher Vielfalt – für die Wissenschaft und die interessierte Öffentlichkeit. regionalsprache.de bietet präzise Werkzeuge für Expertinnen und Experten und erlaubt faszinierende Einblicke für alle, die wissen wollen, warum wir so klingen, wie wir klingen.
Tauchen Sie mit regionalsprache.de ein in die Dialektlandschaften des deutschsprachigen Raums – und erleben Sie, wie hier Sprache Gesellschaft macht. Wir freuen uns auf Sie!
regionalsprache.de (REDE) ist ein Vorhaben der Akademie der Wissenschaften und Literatur | Mainz.

Wie wird ein 4.000 Jahre alter Pyramidentext erschlossen und publiziert? Wir führen Sie vom Papierabklatsch über Fotos und Zettelkästen bis zur digitalen Web-App Thesaurus-Linguae-Aegyptiae.de. Testen Sie sich in zwei Quizzes: Hieroglyphen entziffern oder Klassifikatoren mit Emojis vergleichen. Und: Machen Sie Ihren eigenen Papierabklatsch eines ägyptischen Reliefs – solange der Vorrat reicht!
Strukturen und Transformationen des Wortschatzes der ägyptischen Sprache ist ein Vorhaben der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig.

Sprache und Gesellschaft digital untersuchen mit Text+. Lernen Sie das Angebot des NFDI-Konsortiums Text+ am Stand kennen und nutzen!
Am NFDI-Konsortium Text+ sind alle Akademien co-antragstellend bzw. als Participant beteiligt. Text+ bietet ein breites Portfolio von Angeboten zur Untersuchung von Text und Sprache. Neben Repositorien zur disziplinspezifischen Ablage von text- und sprachbezogenen Forschungsdaten enthält das Angebot digitale Tools zur Datenanalyse, -annotation und -suche sowie zahlreiche Text- und Sprachkorpora an den Text+-Zentren. Daneben beheimatet Text+ eine GND-Agentur, bietet umfangreiche Beratung und stellt Empfehlungen zu Standards und Recht bereit. Besonders die in Text+ vorhandenen zeitgenössischen Textkorpora können Sprachwandelprozesse belegen und lassen umfangreiche gesellschaftliche Untersuchungen zu, die auch mit den Text+-eigenen Diensten durchgeführt werden können. Am Stand von Text+ werden die Angebote vorgestellt und nach Wunsch live demonstriert.

Auch Wörter haben eine Geschichte! Quizzen Sie sich am Stand des Wörterbuchprojekts Wortgeschichte digital durch Ihr sprachgeschichtliches Wissen: Was war im 19. Jahrhundert mit Ökologie gemeint? Und welche Bedeutung hatte das Wort Pack früher eigentlich? Daneben können Sie in den Projektpodcast „Wortgeschichte – Eine Reise in die Welt der Bedeutung“ eintauchen. Jede Episode erzählt kurz und verständlich die Geschichte eines Wortes wie Aktivist oder Zeitenwende. Die Projektmitarbeitenden freuen sich darauf, Ihre Fragen zu beantworten: Wie erforscht man die Geschichte von Wörtern? Woher weiß man, was ein Wort früher bedeutet hat – und wie entstehen neue Bedeutungen?
Wortgeschichte digital ist ein Vorhaben der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.
Wie klingen eigentlich Hieroglyphen oder Hethitisch und Altuigurisch? Wie unterscheidet sich das Altgriechische vom Neugriechischen? Und woher weiß man, wie sich Latein angehört hat? Das erfahren Sie in fünf Kurzvideos von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem Akademienprogramm. Mit Beiträgen aus den Projekten: Altuigurisches Wörterbuch, Corpus Inscriptionum Latinarum, Inscriptiones Graecae, Hethitische Festrituale und Wortschatz der ägyptischen Sprache. Kommen Sie mit auf eine multimediale Zeitreise!
18:00 – 20:00 Uhr | Aula am Wilhelmsplatz
Die Sprache der Musik & der Dichtung
Zum feierlichen Abschluss des Akademientages laden die Akademien in die Aula am Wilhelmsplatz zu einer Komposition aus Lesung und Musik.
Begrüßung und Grußwort:
- Prof. Dr. Daniel Göske, Präsident der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen
- Falko Mohrs, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur
Lesungen:
- Jehona Kicaj, Göttingen
- Jan Wagner, Berlin
Musik:
Studierende vom Institut zur Früh-Förderung musikalisch Hochbegabter der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover
Jehona Kicaj
Jehona Kicaj, geb. 1991 im Kosovo und aufgewachsen in Göttingen, studierte Philosophie, Germanistik und Neuere Deutsche Literaturwissenschaft in Hannover. Nach wissenschaftlichen Publikationen erscheinen von ihr seit 2020 auch literarische Texte. Sie ist Mitherausgeberin der Anthologie „Und so blieb man eben für immer“. Gastarbeiter:innen und ihre Kinder (2023). Ihr mehrfach ausgezeichneter Debütroman ë (2025) stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises.
„Wenn man mich fragt, woher ich ursprünglich komme, möchte ich antworten: Ich komme von einem Ort, der verwüstet worden ist. Ich wurde in einem Haus geboren, das niederbrannte. Ich hörte Schlaflieder in einer Sprache, die unterdrückt wurde. Ich möchte antworten: Ich komme aus der Sprachlosigkeit.“ Auszug aus ihrem Debütroman
Jan Wagner
Jan Wagner, geb. 1971 in Hamburg, lebt als Lyriker, Übersetzer (Charles Simic, James Tate, Margaret Atwood, Ted Hughes, Dylan Thomas, Simon Armitage, Matthew Sweeney u.a.) und Essayist in Berlin. Neben acht Gedichtbänden, zuletzt Steine & Erden (2023), veröffentlichte er drei Essaysammlungen, etwa Der glückliche Augenblick (2021), sowie, mit Federico Italiano, die Anthologie europäischer Gegenwartspoesie Grand Tour (2019). Er erhielt u.a. den Preis der Leipziger Buchmesse (2015), den Georg-Büchner-Preis (2017), den Prix Max Jacob (2020) und den Premio di Poesia “Città di Pescara” (2023).
Kooperationspartner
Universität Göttingen | Stadt Göttingen
Federführende Akademien für den Akademientag 2026:
Niedersächsische Akademie der Wissenschaften zu Göttingen und Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz
Vergangene Akademientage
Von Moin bis Meme. Sprache macht Gesellschaft
Göttingen | Alte Mensa Universität Göttingen | Ab 10:30 Uhr
Der Akademientag findet 2026 erstmalig in Göttingen statt – die Gemeinschaftsveranstaltung der Akademienunion und ihrer acht Mitgliedsakademien. Unter dem Leitthema „Von Moin bis Meme.…
Einander verstehen – Gemeinsam in die Zukunft Akademientag am Heidelberger Herbst, 27. September 2025
Am 27. September 2025 findet der diesjährige Akademientag im Herzen der Altstadt am Universitätsplatz in der neuen Aula der Universität Heidelberg statt – die Gemeinschaftsveranstaltung der Akademienunion und ihrer acht Mitgliedsakademien. Diesmal…
Einander verstehen – Gemeinsam in die Zukunft
Heidelberg | Neue Aula der Univiersität Heidelberg | 10:00 Uhr
Der Akademientag fand 2025 in Heidelberg statt – die Gemeinschaftsveranstaltung der Akademienunion und ihrer acht Mitgliedsakademien. Unter dem Leitthema „Einander verstehen – Gemeinsam…
Kontakt
Dr. Annette Schaefgen
Leiterin Berliner Büro
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
030 / 325 98 73 70
annette.schaefgen@akademienunion.de






























