
Von Moin bis Meme. Sprache macht Gesellschaft
Akademientag 2026
„Von Moin bis Meme. Sprache macht Gesellschaft” – unter diesem Titel laden die deutschen Wissenschaftsakademien am 8. September zu einem vielfältigen Programm nach Göttingen ein.
Sprache durchdringt unser Leben: Sie prägt unser Bild von der Wirklichkeit, beeinflusst unser Handeln und konstruiert mitunter sogar unsere Realität. Zugleich spiegelt und stützt sie unsere Identität – sowohl die des Einzelnen als auch die der Gesellschaft als Ganzes. Denn Gemeinschaft ist ohne Sprache nicht möglich.
Darüber möchten wir mit Ihnen ins Gespräch kommen. Tauchen Sie mit uns in die Welt der Sprache ein, entdecken Sie ihre Vielfalt und bringen Sie sich aktiv in die Diskussion ein.
Programm
10:30 – 16:00 Uhr | Adam-von-Trott-Saal
Forschungsparcours
Kommen Sie mit auf eine spannende Entdeckungsreise durch die Welt der Sprache!
Im Forschungsparcours des Akademientages 2026 geben rund 20 Akademieprojekte spannende Einblicke in aktuelle geistes- und kulturwissenschaftliche Forschung. Besucherinnen und Besucher können in Dialekte reinhören, historische Texte entdecken, Gebärdensprachen kennenlernen, alte Schriftzeugnisse erkunden und erleben, wie digitale Methoden und Künstliche Intelligenz heute in der Sprachforschung eingesetzt werden.
Von babylonischen Keilschrifttafeln über mittelalterliche Handschriften bis hin zu digitalen Wörterbüchern und Sprachdatenbanken wird sichtbar, wie vielfältig Sprache ist und wie eng sie mit gesellschaftlichen Entwicklungen verbunden ist.
Der Forschungsparcours macht Wissenschaft unmittelbar erlebbar: an Mitmach-Stationen, Thementischen, interaktiven Karten, Quiz-Angeboten und im direkten Austausch mit den Forschenden. Wer wissen möchte, wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Sprache untersuchen und welche Erkenntnisse daraus entstehen, ist hier genau richtig.
11:00 Uhr | Adam-von-Trott-Saal
Eröffnung und Begrüßung
Prof. Dr. Christoph Markschies, Präsident der Akademienunion
Prof. Dr. Daniel Göske, Präsident der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen
Dr. Daniela Danz, Vizepräsidentin der Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz
11:30 Uhr | Hannah-Vogt-Saal
Paneldiskussion
Wie redet die Politik?
„Sprich, damit ich dich sehe“ – dieser vielzitierte Satz des Philosophen Sokrates bringt die Bedeutung der Sprache auf den Punkt. An ihr führt kein Weg vorbei: Ohne Sprache wüssten wir nichts über die Welt und unsere Mitmenschen.
Auch die Politik lebt von Sprache. Sie kann von einer „militärischen Spezialoperation“ sprechen oder von einem „Krieg“. Mit Sprache werden Wirklichkeiten beschrieben, gedeutet und bewertet. Politik vereinfacht und verkompliziert die Welt zugleich, um Herausforderungen einzuordnen und politisch handhabbar zu machen. Über diese und weitere Funktionen von Sprache für die Politik diskutieren unsere Expertinnen und Experten – auf dem Panel und mit Ihnen!
Auf dem Podium:
- Prof. Dr. Andreas Blätte, Politikwissenschaftler, Universität Duisburg-Essen
- Prof. Dr. Henning Lobin, Direktor des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache
- Und weitere
Moderation:
Prof. Dr. Andreas Gardt, Vorsitzender der Sprachkommission der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und Mitglied der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen
11:30 Uhr | Emmy-Noether-Saal
Impulse & Diskurs
Wie verändert(e) Digitalität unsere Kommunikation?
In den vergangenen 20–30 Jahren haben digitale Verfahren und Geräte unser Leben auf grundlegende Weise verändert: von Kommunikationsmedien, Lernplattformen und Dating-Seiten über die Steuerung von Wirtschaftsabläufen und Cybermobbing bis hin zur Entstehung neuer Medienangebote z. B. Kochvideos auf TikTok. Reflektieren Sie mit unseren Expertinnen und Experten diese und weitere Veränderungen.
Impulse:
Was Kochvideos auf TikTok über den Wandel digitaler Medien verraten
Prof. Dr. Stefan Hauser, Leiter Forschung & Entwicklung, Pädagogische Hochschule Zug
Dort, wo es dunkel wird im Netz: Digitale Gewalt am Beispiel von Cybermobbing
Prof. Dr. Konstanze Marx-Wischnowski, Leiterin des Arbeitsbereichs Germanistische Sprachwissenschaft an der Universität Greifswald
Einführung & Moderation:
- Prof. Dr. Thomas Gloning, Germanist, Justus-Liebig-Universität Gießen
- Prof. Dr. Mechthild Habermann, Sprachwissenschaftlerin, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
12:45 – 14:00 Uhr | Adam-von-Trott-Saal | Wissenspause
Während der Wissenspause wird aus einer klassischen Mittagspause ein Raum für Begegnungen, Gespräche und neue Perspektiven. Bei Kaffee und kleinen Snacks können Besucherinnen und Besucher die vielfältigen Angebote des Akademienprogramms erkunden und mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern direkt ins Gespräch kommen.
Unsere Expertinnen und Experten aus den Forschungsprojekten laden zum Gespräch ein: vom Philosophen Karl Jaspers über ägyptische Hieroglyphen und die romanischen Sprachen des Mittelalters bis hin zur digitalen Wortgeschichte, zu Prize Papers, Regionalsprachen und Dialekten in Nordrhein-Westfalen.
- handwritten Text Recognition (HTR): wird an mittelalterlichen Manuskripten gezeigt mit der Chance dies selbst zu auszuprobiernALMA – Wissensnetze in der mittelalterlichen Romania
- Dialektatlas Mittleres Westdeutschland (DMW)
- „Ein Wort ergreifen, das eine Handlung bedeutet". Karl Jaspers nutzt die Medien Radio, Film und Fernsehen mit Dr. Dirk Fonfara (Karl Jaspers Gesamtausgabe)
- Prize Papers
- hieroglyphisch-ägyptische Schrift & Grammatik im Vergleich / ägypt. Unterwelt / digitale Epigraphik mit Dr. Daniel Werning (Strukturen und Transformationen des Wortschatzes der ägyptischen Sprache)
- PD Dr. Volker Harm (Wortgeschichte digital)
Machen Sie mit und stellen Sie Ihr Wissen zu den Dialekten unter Beweis.
Das Musikstück Dammbruch zeigt Parallelen sozialer Isolation aus Kafkas Die Verwandlung zu heutigen Kontexten auf und deutet die Rolle künstlicher Intelligenz durch eine „Verwandlung" von Sprache an.
14:00 Uhr | Hannah-Vogt-Saal
Fishbowl
Sprache – Sproch – Language – Dil
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Sprachliche Vielfalt und gelebte Mehrsprachigkeit prägen Gesellschaften zu allen Zeiten. Die Diskussion wirft einen Blick auf historische Entwicklungen ebenso wie auf aktuelle Herausforderungen. Im Fokus stehen die Sprachensituation in einer von Migration geprägten Gesellschaft sowie die Frage, wie die digitale Transformation die Vielfalt von Sprachen und Varietäten beeinflusst. Nach einführenden Impulsen der Expert:innen lädt ein “freier Sitz” Sie ein, sich aktiv in die Diskussion einzubringen.
Mit:
- Prof. Dr. Walter Bisang, Sprachtypologe, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
- Prof. Dr. Julia Burkhardt, Mittelalterhistorikerin, Ludwig-Maximilians-Universität München
- Prof. Dr. Ludwig Eichinger, ehemaliger Direktor des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache
- Dr. Helge Hornburg, Rechts- und Sprachsachverständiger, Gerichtshof der Europäischen Union
- Prof. Dr. Anne Lauscher, KI-Wissenschaftlerin, Universität Hamburg
- Prof. Dr. Ingrid Piller, Humboldt-Professorin, Migration und Bildung, Universität Hamburg & Macquarie University Sydney
Moderation:
Prof. Dr. Natalia Filatkina, Sprachwissenschaftlerin, Universität Hamburg
14:00 Uhr | Emmy-Noether-Saal
Impulse und Diskussion
Gefühltes Wissen: Wie Musik, Wissenschaft und Gesellschaft über Emotionen sprechen
Was sagt uns Musik, wenn Worte versagen? Wie formen Emotionen unsere Sprache, unsere Denkmodelle, unsere Geschichte? Wie sprechen Musik, Wissenschaft und Gesellschaft über Emotionen? Welche Sprache brauchen wir, um das zu erfassen, was uns bewegt und was uns stumm macht? Das Panel, gestaltet von Mitgliedern der Jungen Akademien und Kollegs, geht diesen Fragen nach und verbindet künstlerische Erfahrung mit wissenschaftlicher Reflexion und möchte mit Ihnen hierzu in den Austausch kommen.
Impulse:
Musik, Emotionen und Gänsehaut
Dr. Eugen Wassiliwizky, Neurowissenschaftler, Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik
Wenn Sprachmodelle diskutieren
Prof. Dr. Viola Priesemann, Physikerin, Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation
Gefühle im Spiegel der Sprachgeschichte
Dr. Svenja Bonmann, Indogermanistin, Universität zu Köln
Über Stimme und Stimmung: Emotionale Fähigkeiten und die Sprache der Gefühle
Dr. Philipp Schmidt-Boddy, Philosoph, Universitätsklinikum Heidelberg
Moderation:
Dr. Aglaia Schieke, Koordinatorin der WissKomm Academy & wissenschaftliche Koordinatorin der Jungen Akademie | Mainz
Forschungsparcours
10:30 – 16:00 Uhr | Adam-von-Trott-Saal
Die Akademienprojekte haben spannende Aktivitäten und Aktionen in unserem Forschungsparcours für Sie vorbereitet. Kommen Sie vorbei!
Wissenschaftssprachen, englisch Scientific Languages, sind zurzeit ein wichtiges Thema, und allen Disziplinen ist bewusst, wie wichtig eine kontrollierte und überprüfbare Sprachverwendung in diesem Bereich ist. Das interakademische Projekt „ALMA – Wissensnetze in der mittelalterlichen Romania“ stellt die Frage, wie Scientific Languages entstehen und wie die sprachlichen Voraussetzungen für den wissensbezogenen Austausch geschaffen werden. ALMA nutzt dafür ein historisches Beispiel, den Ausbau der volkssprachlichen, romanischen Varietäten, die im Mittelalter im Gebiet des heutigen Italiens sowie in Süd- und Nordfrankreich gesprochen und geschrieben wurden. Auf der Basis eines umfassenden digitalen Textkorpus untersuchen sie, wie sich zwischen 1100 und 1500 in den Wissensdomänen „Medizin” und „Recht" Fachterminologien herausbildeten und welche Veränderungen im Wissensgebrauch, Wissensaustausch und Wissenserwerb dahinter erkennbar werden. Zentral für ihre Arbeit ist die sprachübergreifende, weite Teile Lateineuropas umfassende Perspektive und die enge Verbindung von linguistischer Forschung mit digitalen Textanalysen, für die sie auch Werkzeuge der Künstlichen Intelligenz einsetzen.
ALMA – Wissensnetze in der mittelalterlichen Romania ist ein Vorhaben der Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz, der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.
Was ist das Digitale Wörterbuch der Deutschen Gebärdensprache? Was tragen die Erzählungen in DGS zum kulturellen Erbe der Gesellschaft bei? Wie verbindet das DGS-Korpus-Projekt Generationen? Wie werden Emotionen in DGS ausgedrückt? Diese und viele andere Fragen können beim Info- und Mitmachstand des Projekts beantwortet werden. Mitarbeitende präsentieren Inhalte aus der Projektarbeit und stehen für Fragen und Gespräche zur Verfügung. Zudem haben die Besuchenden Gelegenheit, Filme unterschiedlicher Generationen aus den Datenerhebungen zu sehen, die Schönheit der DGS in Superzeitlupe zu erleben sowie das Digitale Wörterbuch der DGS selbst auszuprobieren.
Das DGS-Korpus ist ein Vorhaben der Akademie der Wissenschaften in Hamburg.
Kommen Sie mit auf Erkundungsreise in die vielfältige Sprachlandschaft Nordrhein-Westfalens. Auf einer dynamischen und sprechenden Atlaskarte können Sie sehen und hören, wie man dort spricht (oder gesprochen hat). Erhalten Sie Einblick, wie Sprachwissenschaftlerinnen und Sprachwissenschaftler die regionalen Sprechweisen erfassen und untersuchen und wie der Sprachatlas funktioniert. Außerdem können Sie Ihr Wissen über die Dialekte des Deutschen in einem Quiz testen, das in der Wissenspause aufgelöst wird.
Der Dialektatlas Mittleres Westdeutschland (DMW) ist ein Vorhaben der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften.
Die „Formierung Europas“ im 12. Jahrhundert neu erleben! Erhalten Sie Einblick in die Machtkämpfe zwischen Papst Alexander III. und den Gegenpäpsten (Victor IV., Paschalis III.), die Europas politische Landkarte und Kirche nachhaltig prägten. Erfahren Sie, wie Historikerinnen und Historiker Quellen digitalisieren, Regesten erstellen und durch kritische Analyse die Durchsetzungsstrategien, längst vergessenen Netzwerke und formative Mechanismen dieser dynamischen Epoche rekonstruieren. Durchstöbern Sie hochauflösende Manuskripte und Urkunden oder testen Sie Ihr Wissen im Quiz zu Kirche und Papsttum. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
Die Formierung Europas durch Überwindung der Spaltung im 12. Jahrhundert ist ein Vorhaben der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste.
Jede(r) trägt einen Familiennamen, der als Teil der eigenen Identität wahrgenommen wird. Die Familiennamen transportieren Informationen aus der Zeit ihrer Entstehung (12.-16. Jahrhundert): Wie Fossilien konservieren sie sprach- und kulturgeschichtliche Informationen, z. B. Hinweise auf mittelalterliche Berufe oder Siedlungsbewegungen. Der Stand informiert über die Arbeit des digitalen Wörterbuchs und die Besuchende können sich die Verbreitung Ihres Familiennamens anschauen und an unserem Quiz teilnehmen.
Das Digitale Familiennamenwörterbuch Deutschlands (DFD) ist ein Vorhaben der Akademie der Wissenschaften und Literatur | Mainz.
Was bedeutet ein Wort? Wie benutzt man es? Wo ist es verbreitet? Wann wurde es besonders häufig gebraucht? Antworten auf solche Fragen bietet das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS). Als modernes lexikalisches Informationssystem dokumentiert es den Wortschatz der Gegenwart umfassend und wissenschaftlich fundiert.
Erhalten Sie Einblicke in den deutschen Wortschatz und die Möglichkeiten moderner Lexikografie!
Das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS.de) ist ein Vorhaben der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und Teil des Zentrums für digitale Lexikographie der deutschen Sprache, in dem die Niedersächsische Akademie der Wissenschaften zu Göttingen und die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften kooperieren.
Ein Zeichen kann vieles ändern. Was heute vielleicht eher wie ein banaler Tippfehler klingt, konnte im Frankenreich des frühen Mittelalters weitreichende Konsequenzen haben: Die Herrschererlasse Karls des Großen und seiner Nachfolger, nach ihrer Einteilung in Kapitel (lat. capitula) Kapitularien genannt, regelten das politische, militärische, kirchliche, religiöse, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Leben. Sie wurden verkündet, per Hand vervielfältigt und verbreitet.
Beim Kopieren der Texte unterliefen den Schreibern öfters Fehler, die in extremen Fällen sogar den Sinn eines Erlasses verfälschten. So wurde aus einem „Papst Gelasius“ auch schon mal ein „Papst Scelus“, also ein „Schurkenpapst“ … Es konnte sogar vorkommen, dass ein Schreiber absichtlich den Wortlaut seiner Vorlage veränderte, um den Text einer im Laufe der Zeit geänderten Rechtspraxis anzupassen oder ihn gar seinen eigenen Absichten dienstbar zu machen.
Sprache ist Macht – und ein falsches Wort kann ungeahnte Auswirkungen haben. Das gilt damals wie heute. Kommen Sie vorbei, blättern Sie mit uns (digital) in mittelalterlichen Handschriften, schreiben Sie Ihr eigenes Kapitular und entdecken Sie, warum eine wissenschaftliche Edition, die heutigen Standards entspricht, weit mehr ist als philologische Fleißarbeit – sie ist die Grundlage jeder verlässlichen Erforschung dieser Epoche. Wir freuen uns auf den Austausch!
Die Edition der fränkischen Herrschererlasse ist ein Vorhaben der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste.
Entdecken Sie, wie Sprachgeschichte spielerisch und digital erlebbar wird! Am Stand können Sie das Kartenspiel „Formenjäger“ und das PC-Spiel „Graf Lexiko“ kennenlernen, die den Zugang zu historischen Sprachdaten auf neue Weise eröffnen. Erfahren Sie außerdem mehr über das Frühneuhochdeutsche Wörterbuch als wissenschaftliche Grundlage dieser Anwendungen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf „EdiKILex“, dem Pionierprojekt, das Künstliche Intelligenz für die Erschließung und Erforschung spätmittelalterlicher Texte nutzbar macht.
Das Frühneuhochdeutsches Wörterbuch und das EdiKILex sind Vorhaben der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.
Das Goethe-Wörterbuch erschließt Goethes gesamten Wortschatz mit ca. 93.000 Lemmata auf der Grundlage aller verfügbaren Textzeugnisse (literarische Werke, ästhetische und naturwissenschaftliche Schriften, Tagebücher, Briefe, amtliche Schriften und Gespräche). Die Breite der Dokumente macht es zugleich zu einem historischen Sach- und Begriffswörterbuch sowie zu einem Epochenwörterbuch. Das Akademienvorhaben präsentiert den Weg der Goethe-Wörter von der Exzerption aus ihren Quellentexten bis zur Präsentation im Wörterbuch in seiner gedruckten und digitalen Fassung mit Verknüpfungen zu den Quellentexten.
Das Goethe-Wörterbuch ist ein Vorhaben der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.
Auf Basis der Forschungsarbeit im INEL-Projekt werden am Stand Einblicke in die wissenschaftliche Arbeit und die Vielfalt bedrohter Sprachen in Sibirien gegeben. Mithilfe einer sprechenden Karte können Sie hören, wie die Sprachen klingen, und sehen, wo sie gesprochen werden oder wurden. Ein interaktives Quiz und viele überlieferte Rätsel erwarten Sie und zeigen Ihnen, wie Sprachdaten und -zeugnisse in digitale Datenbanken eingepflegt und für alle verfügbar gemacht werden.
Grammatiken, Korpora und Sprachtechnologie für indigene nordeurasische Sprachen (INEL) ist ein Vorhaben der Akademie der Wissenschaften in Hamburg.
In den Biowissenschaften, wie etwa in der Medizin oder Biologie, werden regelmäßig technologische Forschungsdurchbrüche beobachtet. Von Veränderungen des menschlichen Genoms über Pflege-Roboter bis hin zu künstlichen Eizellen – über die damit verbundenen Chancen und Risiken müssen wir „reden“.
Wie wir als Gesellschaft über diese Potenziale sprechen, enthält meist schon ethische Urteile. So können Chancen überhöht, Risiken verdeckt und Anwendungen vorgeschrieben werden. Bereits hier setzt die ethische Forschungsbegleitung an und gibt wichtige Impulse für gesellschaftliche Diskurse.
Grundlagen, Normen und Kriterien der ethischen Urteilsbildung in den Biowissenschaften – Referenzzentrum (DRZE) ist ein Vorhaben der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste.
Wie wurden in der Frühen Neuzeit Fremdsprachen gelernt und vermittelt? Historische Fremdsprachenlehrwerke verbinden Wörterbuch, Grammatik und Gesprächsbuch. Das Projekt FSL-digital digitalisiert und bearbeitet rund 1000 solcher Lehrwerke (15.–17. Jh.). Beim Akademientag erhalten Besucher:innen Einblicke in originale Quellen und gehen spielerisch der Frage nach, wie Fremdsprachen früher im Alltag gelernt wurden – von Preisverhandlungen beim Einkaufen bis zu Szenen im Wirtshaus – für die ganze Familie. Bastelangebot: historische Schriftzeichen.
Historische Fremdsprachenlehrwerke digital (FSL digital) ist ein Vorhaben der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz.
Am Thementisch der in Heidelberg und Göttingen erarbeiteten Karl-Jaspers-Gesamtausgabe (KJG) besteht jederzeit die Möglichkeit, sich über den Autor, sein Werk und die Edition zu informieren. Durchblättern Sie Bände, die Schriften von Jaspers erhalten und hören Sie in Radio-, Film- und Fernsehaufnahmen von ihm hinein.
Die Karl Jaspers Gesamtausgabe ist ein Vorhaben der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.
Das Akkadische war die Sprache der Babylonier und Assyrer im antiken Mesopotamien (ca. 2500 v. Chr. – 80 n. Chr.). Auf Keilschrifttafeln konserviert, ist sie heute eine der am besten bezeugten Sprachen des Altertums. Das Textkorpus wächst ständig an und liefert neues Wissen über die Kulturgeschichte des Alten Orients. In Leipzig wird seit 2025 der Wortschatz des Akkadischen gesammelt, analysiert und in einem Onlinewörterbuch zusammengestellt. Am Projektstand können Sie es zum ersten Mal testen.
Das Leipzig Akkadian Dictionary ist ein Vorhaben der Sächsischen Akademie der Wissenschaften.
In Kooperation mit dem Akademievorhaben Prize Papers lichtet der Forschungsverbund DiViAS den Nebel auf mehreren Ebenen. Wetterereignisse tauchen in vielsprachigen und vielschriftlichen frühneuzeitlichen Logbüchern und Journalen auf, da sie die Bewegung von Schiffen und damit von Personen und Waren maßgeblich beeinflussten. Die Projekte präsentieren, wie diese Informationen mithilfe von KI-basierten Verfahren wie automatisierter Transkription und Named Entity Recognition (NER) ausgewertet und visualisiert werden können.
Prize Papers ist ein Vorhaben der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.
Sprache ist weit mehr als nur ein Mittel zur Kommunikation – sie ist ein „klingender Personalausweis“. Ob ein munteres „Moin“, ein herzliches „Ei Gude“ oder ein melodisches „Grüß Gott“: Unsere Art zu sprechen verrät meist sofort, wo unsere Wurzeln liegen. Doch während Dialekte seit jeher faszinieren, fehlten lange Zeit umfassende Beschreibungen der modernen Regionalsprachen – jener sprachlichen Variationsräume, die heute den Alltag der meisten Menschen prägen.
Seit fast 20 Jahren widmet sich das Projekt regionalsprache.de (REDE) deshalb der Erhebung und Dokumentation der sprachlichen Vielfalt – vom Regionalakzent bis zum tiefen Dialekt. Angesiedelt am Forschungszentrum Deutscher Sprachatlas (DSA) in Marburg werden Daten von Sprecherinnen und Sprechern aus dem gesamten DACH-Raum sowie dem deutschsprachigen Ausland gesammelt, archiviert und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Das Ziel ist die nachhaltige Dokumentation sprachlicher Vielfalt – für die Wissenschaft und die interessierte Öffentlichkeit. regionalsprache.de bietet präzise Werkzeuge für Expertinnen und Experten und erlaubt faszinierende Einblicke für alle, die wissen wollen, warum wir so klingen, wie wir klingen.
Tauchen Sie mit regionalsprache.de ein in die Dialektlandschaften des deutschsprachigen Raums – und erleben Sie, wie hier Sprache Gesellschaft macht. Wir freuen uns auf Sie!
regionalsprache.de (REDE) ist ein Vorhaben der Akademie der Wissenschaften und Literatur | Mainz.
Wie wird ein 4.000 Jahre alter Pyramidentext erschlossen und publiziert? Wir führen Sie vom Papierabklatsch über Fotos und Zettelkästen bis zur digitalen Web-App Thesaurus-Linguae-Aegyptiae.de. Testen Sie sich in zwei Quizzes: Hieroglyphen entziffern oder Klassifikatoren mit Emojis vergleichen. Und: Machen Sie Ihren eigenen Papierabklatsch eines ägyptischen Reliefs – solange der Vorrat reicht!
Strukturen und Transformationen des Wortschatzes der ägyptischen Sprache ist ein Vorhaben der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig.
Sprache und Gesellschaft digital untersuchen mit Text+. Lernen Sie das Angebot des NFDI-Konsortiums Text+ am Stand kennen und nutzen!
Am NFDI-Konsortium Text+ sind alle Akademien co-antragstellend bzw. als Participant beteiligt. Text+ bietet ein breites Portfolio von Angeboten zur Untersuchung von Text und Sprache. Neben Repositorien zur disziplinspezifischen Ablage von text- und sprachbezogenen Forschungsdaten enthält das Angebot digitale Tools zur Datenanalyse, -annotation und -suche sowie zahlreiche Text- und Sprachkorpora an den Text+-Zentren. Daneben beheimatet Text+ eine GND-Agentur, bietet umfangreiche Beratung und stellt Empfehlungen zu Standards und Recht bereit. Besonders die in Text+ vorhandenen zeitgenössischen Textkorpora können Sprachwandelprozesse belegen und lassen umfangreiche gesellschaftliche Untersuchungen zu, die auch mit den Text+-eigenen Diensten durchgeführt werden können. Am Stand von Text+ werden die Angebote vorgestellt und nach Wunsch live demonstriert.
Auch Wörter haben eine Geschichte! Quizzen Sie sich am Stand des Wörterbuchprojekts Wortgeschichte digital durch Ihr sprachgeschichtliches Wissen: Was war im 19. Jahrhundert mit Ökologie gemeint? Und welche Bedeutung hatte das Wort Pack früher eigentlich? Daneben können Sie in den Projektpodcast „Wortgeschichte – Eine Reise in die Welt der Bedeutung“ eintauchen. Jede Episode erzählt kurz und verständlich die Geschichte eines Wortes wie Aktivist oder Zeitenwende. Die Projektmitarbeitenden freuen sich darauf, Ihre Fragen zu beantworten: Wie erforscht man die Geschichte von Wörtern? Woher weiß man, was ein Wort früher bedeutet hat – und wie entstehen neue Bedeutungen?
Wortgeschichte digital ist ein Vorhaben der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.
Wie klingen eigentlich Hieroglyphen oder Hethitisch und Altuigurisch? Wie unterscheidet sich das Altgriechische vom Neugriechischen? Und woher weiß man, wie sich Latein angehört hat? Das erfahren Sie in fünf Kurzvideos von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem Akademienprogramm. Mit Beiträgen aus den Projekten: Altuigurisches Wörterbuch, Corpus Inscriptionum Latinarum, Inscriptiones Graecae, Hethitische Festrituale und Wortschatz der ägyptischen Sprache. Kommen Sie mit auf eine multimediale Zeitreise!
18:00 – 20:00 Uhr | Aula am Wilhelmsplatz
Die Sprache der Musik & der Dichtung
Zum feierlichen Abschluss des Akademientages laden die Akademien in die Aula am Wilhelmsplatz zu einer Komposition aus Lesung und Musik.
Begrüßung und Grußwort:
- Prof. Dr. Daniel Göske, Präsident der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen
- Falko Mohrs, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur
Lesungen:
- Jehona Kicaj, Göttingen
- Jan Wagner, Berlin
Musik:
Studierende vom Institut zur Früh-Förderung musikalisch Hochbegabter der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover
Jehona Kicaj
Jehona Kicaj, geb. 1991 im Kosovo und aufgewachsen in Göttingen, studierte Philosophie, Germanistik und Neuere Deutsche Literaturwissenschaft in Hannover. Nach wissenschaftlichen Publikationen erscheinen von ihr seit 2020 auch literarische Texte. Sie ist Mitherausgeberin der Anthologie „Und so blieb man eben für immer“. Gastarbeiter:innen und ihre Kinder (2023). Ihr mehrfach ausgezeichneter Debütroman ë (2025) stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises.
Jan Wagner
Jan Wagner, geb. 1971 in Hamburg, lebt als Lyriker, Übersetzer (Charles Simic, James Tate, Margaret Atwood, Ted Hughes, Dylan Thomas, Simon Armitage, Matthew Sweeney u.a.) und Essayist in Berlin. Neben acht Gedichtbänden, zuletzt Steine & Erden (2023), veröffentlichte er drei Essaysammlungen, etwa Der glückliche Augenblick (2021), sowie, mit Federico Italiano, die Anthologie europäischer Gegenwartspoesie Grand Tour (2019). Er erhielt u.a. den Preis der Leipziger Buchmesse (2015), den Georg-Büchner-Preis (2017), den Prix Max Jacob (2020) und den Premio di Poesia “Città di Pescara” (2023).
Kooperationspartner
Universität Göttingen | Stadt Göttingen
Federführende Akademien für den Akademientag 2026:
Niedersächsische Akademie der Wissenschaften zu Göttingen und Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Adrienne Lochte unter: adrienne.lochte@adwgoe.de
Vergangene Akademientage
Einander verstehen – Gemeinsam in die Zukunft
Heidelberg | Neue Aula der Univiersität Heidelberg | 10:00 Uhr
Der Akademientag fand 2025 in Heidelberg statt – die Gemeinschaftsveranstaltung der Akademienunion und ihrer acht Mitgliedsakademien. Unter dem Leitthema „Einander verstehen – Gemeinsam…
In Städten gesund leben – in gesunden Städten leben
Berlin | Akademienunion | 12:00 Uhr
Der Akademientag findet in diesem Jahr am 6. November in Berlin statt und ist dem Thema „Gesunde Stadt“ gewidmet.
Akademientag 2023 | Was ist gerecht? – Gerechtigkeitsvorstellungen im globalen Vergleich
Berlin | Akademienunion | 12:00 Uhr
Der Akademientag 2023 widmete sich am 7. November 2023 dem Thema „Was ist gerecht? – Gerechtigkeitsvorstellungen im globalen Vergleich“ und fand in Berlin statt.
Kontakt
Dr. Annette Schaefgen
Leiterin Berliner Büro
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
030 / 325 98 73 70
annette.schaefgen@akademienunion.de

