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Schon gewusst ...?

Schon gewusst … dass Goethe seine Liebesbriefe nicht immer selbst niederschrieb?

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„sag mir wie du lebst, grüße das Bübchen und behalte mich lieb.“ – Sätze wie dieser an Christiane Vulpius vom 9. September 1796 stammen zwar von Johann Wolfgang von Goethe, jedoch nicht immer aus seiner Feder. „Ab etwa 1790 diktierte Goethe vornehmlich seinen Sekretären oder Schreibern, die bei ihm tätig waren. Dies gilt auch für seine persönlichen Briefe, die Schreiber waren entsprechend auch in dessen intimere Angelegenheiten eingeweiht“, erläutert Dr. Yvonne Pietsch, Arbeitsstellenleiterin der PROPYLÄEN-Forschungsplattform zu Goethes Biographica seitens der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig. Kein Wunder, mehr als 15.000 Briefe Goethes an 1.400 Adressaten sind überliefert und etwa 20.000 Briefe von 3.500 Personen an ihn. „Professionelle Schreiber zu beschäftigen, war zu Goethes Zeit nicht ungewöhnlich. Er selbst meinte, das Diktieren ermögliche ihm ein direktes ‚Sprechen auf das Papier‘ ohne hinderliche Feder und Tinte. So gesehen nichts anderes als unsere Sprachnachrichten heute“, so Pietsch. Interessant ist jedoch, dass Goethe Briefe an bestimmte Adressaten, wie etwa an Charlotte von Stein oder Carl Ludwig von Knebel, dennoch fast ausschließlich eigenhändig schrieb.

Seit 2015 erschließt das PROPYLÄEN-Akademievorhaben in noch nie dagewesener Tiefe die biographischen Schriften des Dichters von Weltrang –  eine Fundgrube für alle Arten von kultur-, sozialhistorischen und sonstigen Fragestellungen. Die parallele und miteinander verschränkte Erfassung und Kommentierung seiner Briefe (GB), Briefe an ihn (RG), Tagebücher (TB) sowie Begegnungen und Gespräche (BuG) durch ein multidisziplinäres Team von Expertinnen und Experten macht ein feines und dichtes Netz von Belegen zu Goethes literarischem Schaffen, seiner wissenschaftlichen Aktivitäten, Reisen und vielfältigen sozialen Beziehungen sichtbar und nachvollziehbar.

Neue und bisher erschienene gedruckte Bände der vier Teilprojekte mit teils neuem Quellenmaterial stellt die Projektgruppe sukzessive auf der Forschungsplattform der Wissenschaft und Öffentlichkeit zur Verfügung.

Das Vorhaben –  PROPYLÄEN. Forschungsplattform zu Goethes Biographica. Briefwechsel, Tagebücher, Begegnungen und Gespräche. Chronologie. Quellen. Recherche. Fokus –  ist ein Kooperationsprojekt des Goethe- und Schiller-Archivs/Klassik Stiftung Weimar, der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig sowie der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz. Geleitet wird es von dem kommissarischen Direktor des Goethe- und Schiller-Archivs Dr. Christian Hain, Prof. Dr. Daniel Fulda und Prof. Dr. Anne Bohnenkamp. Seine Gesamtlaufzeit beträgt 25 Jahre.

Kontakt

Sebastian Zwies
Leiter Koordinierung
Akademienprogramm

 

06131 / 218 528 17
sebastian.zwies@akademienunion.de