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Gemälde ähnlich eines Altars

81 einzelne Inschriften auf einem Doppelgemälde

Kalenderwoche 47

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Im Chorraum der Georgenkirche von Eisenach hängt ein architektonisch gerahmtes Doppelgemälde von monumentalen Ausmaßen. Es wurde 1618 von Herzog Johann Ernst von Sachsen-Eisenach gestiftet und sollte an die vor nunmehr einem Jahrhundert begonnene Reformation und das Jubiläum der lutherischen Kirche erinnern.

Die Bildtafeln zeigen links die Überreichung der Augsburgischen Konfession an den Kaiser im Jahr 1530 und rechts die sächsischen Fürsten beim Empfang des Abendmahls in beiderlei Gestalt. Darüber hinaus ist der Hintergrund der Gemälde durch eine Vielzahl von figurenreichen Einzelszenen angefüllt. Sowohl die Bilder als auch der opulent geschmückte Rahmen sind reich mit Inschriften bestückt. Sie beinhalten neben den Namen der Personen vor allem ausgewählte Bibelverse, Sinnsprüche und Devisen und sollen das Verständnis des Dargestellten erleichtern. Gemeinsam illustrieren die Bilder und Inschriften die zentralen Inhalte der evangelischen Theologie.

Das Forschungsprojekt „Die Deutschen Inschriften des Mittelalters und der Frühen Neuzeit“, an dem insgesamt sechs Akademien beteiligt sind, widmet sich der Erfassung, Edition und Kommentierung nicht nur von Grab- oder Bauinschriften, sondern auch solcher Gemäldebeischriften. Im Jahr 2020 wurde an der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig eine neue Arbeitsstelle in Jena eingerichtet, um sich den Inschriften in Thüringen zu widmen. In zwei ersten Projekten wurde mit der Bearbeitung der Inschriften in der Stadt Eisenach und dem Wartburgkreis begonnen. Das Eisenacher Reformationsgemälde bildet einen Teil davon und seine 81 Inschriften werden neben vielen anderen in die Edition einfließen.

   

Kontakt

Sebastian Zwies
Leiter Koordinierung
Akademienprogramm

 

06131 / 218 528 17
sebastian.zwies@akademienunion.de