Im Gedenkjahr nicht Neues? Der Erste Weltkrieg und die Zukunft Europas

Bereits 2013 setzte eine wahre Flut an Gedenkveranstaltungen zum Ersten Weltkrieg ein. In ganz Europa wird in Schulen, Universitäten, Museen sowie in Zeitungen, im Fernsehen und Radio über diesen Krieg diskutiert, der vor 100 Jahren begann. Doch mit welchem Zweck wird in Veranstaltungen die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg thematisiert? Um der Millionen Toten zu gedenken – oder als Mahnung für Gegenwart und Zukunft?

  • 16. September 2014

    Im Gedenkjahr nichts Neues?

    Der Erste Weltkrieg und die Zukunft Europas

    Deutsches Historisches Museum Berlin

    Coverausschnitt Flyer Im Gedenkjahr nichts Neues? Der Erste Weltkrieg und die Zukunft Europas DPA

Die einzelnen Länder weisen große Differenzen im Umgang mit der Erinnerung an diesen Krieg auf. „La Grande Guerre“ und „The Great War“ nehmen in Frankreich und Großbritannien einen hohen Stellenwert in der Erinnerungskultur ein. In Osteuropa hingegen ist er durch die auf ihn folgenden Staatsbildungsprozesse und die Schrecken des Zweiten Weltkrieges beinahe gänzlich in Vergessenheit geraten. Auch im deutschen Kollektivgedächtnis steht er hinter der Katastrophe des Zweiten Weltkriegs zurück. Kann vor diesem Hintergrund ein transnationales und europäisches Gedenken gelingen? Ist dies überhaupt gewollt und kann es in breite Bevölkerungsschichten hineingetragen werden? Kann und wird es in einem vereinten Europa eine vereinte Erinnerung geben? Wie können wir diese gestalten? Und welche Lehren können wir aus dem Ersten Weltkrieg ziehen?

Geisteswissenschaftlerinnen und Geisteswissenschaftler verschiedener Disziplinen haben die Erinnerungskultur zum 100. Jahrestag des Kriegsbeginns diskutiert. Unterschiedliche Formen des Gedenkens wurden thematisiert, aber auch dessen Voraussetzungen und Grenzen. Kann und sollte der Blick in die Zukunft von einem gemeinsamen europäischen oder gar globalen Gedenken des Ersten Weltkrieges ausgehen? Was sagen die Gedenkveranstaltungen 2014 aus? Von welchen Akteuren sind sie getragen und wie sind sie motiviert? Was denkt die junge Generation über diesen Krieg?

Es diskutierten:

Prof. Dr. Aleida Assmann (Universität Konstanz, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften)
Prof. Dr. Włodzimierz Borodziej (Friedrich-Schiller-Universität Jena, ImreKertész Kolleg Jena)
Dr. Valeska Huber (Deutsches Historisches Institut London)
Prof. Dr. Nikolaus Katzer (Deutsches Historisches Institut Moskau, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg)
Prof. Dr. Simone Lässig (Technische Universität Braunschweig, Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung)

Moderation: Dr. Franziska Augstein


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