ViFa Germanistik

 

Virtuelle Fachbibliothek Germanistik. Ein Fachportal für die deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft

 

Kurzbeschreibung   (Prof. Dr. Gerhard Lauer, Göttingen)

Das Fachportal erlaubt parallele bibliographische Recherchen, führt Internetquellen zusammen, bietet einen Neuerscheinungsdienst an, verzeichnet die Neuerwerbungen des Sondersammelgebiets-Bibliothek für Germanistik,  weist elektronische Zeitschriften nach, außerdem Volltexte und Nachweisdatenbanken und informierte über disziplinäre und fachpolitische Entwicklungen.


Die ViFa Germanistik ist an der Universitätsbibliothek Frankfurt am Main angesiedelt, kooperiert mit dem Marbacher Literaturarchiv und dem Deutschen Germanistenverband. Neu hinzugekommen ist die Mailinglist H-Germanistik. Der Aufbau des Portals wird von der DFG gefördert.

Ressourcen

 


Dokumentation

von Dr. Volker Michel, Frankfurt

Seit dem 2. Juni 2006 reiht sich auch die Virtuelle Fachbibliothek Germanistik in das Netzwerk digitaler Informationssysteme ein (URL: http://www.germanistik-im-netz.de/). Beteiligt waren bei Projektstart Ende 2004 zunächst vier Partner: Die Universitätsbibliothek Frankfurt/Main, das Deutsche Literaturarchiv Marbach, der Deutsche Germanistenverband sowie eine Initiativgruppe ‚Fachportal Germanistik’, im Juni 2005 stieß die Mailingliste H-Germanistik zum Projektkonsortium.
 
In der Startphase/ersten Projektphase (Ende: 31.10.06) realisiert Germanistik im Netz die Module Fach-OPAC/virtueller Katalog und Internetquellenverzeichnisse, integriert mit der Bibliographie der deutschen Sprach- und Literaturwissenschaft (BDSL) die wesentliche Fachbibliographie, bietet Neuerwerbungs- und Neuerscheinungslisten sowie eine Auswahl an E-Zeitschriften und Datenbanken an. Über eine gemeinsame Recherchemaske [Modul „Metasuche“] durchsucht werden können bereits drei Kataloge der UB Frankfurt/M. (Fach-, und Gesamt-OPAC; Zettelkatalog), das Katalogsystem Kallías des Deutschen Literaturarchivs Marbach sowie die BDSL; Fachinformations- und Fachkommunikationsführer werden in naher Zukunft folgen.

 

Zu den Projektpartnern und den Modulen im Einzelnen 

Die Universitätsbibliothek Frankfurt am Main ist seit mehr als fünf Jahrzehnten DFG-Sondersammelgebietsbibliothek für „Germanistik, Deutsche Sprache und Literatur“. Umfassend erworben wird Literatur des gesamten deutschsprachigen Raums und deutschsprachige Literatur des Auslands sowie wissenschaftliche Sekundärliteratur. Bei den in der ViFa Germanistik angebotenen Katalogen handelt es sich um den digitalisierten, nicht fachbezogenen Zettelkatalog (Bestand vor 1986) sowie um einen fortlaufend ergänzten Fach-OPAC, der ausschließlich Germanistik-relevante Titel enthält, vornehmlich ab Erwerbungsjahr 1986 [Stand 6.6.2006: 91.031 Titel]. Gleichwohl sind auch ältere Titel darunter, etwa die Werke deutschsprachiger Schriftsteller und die literarisch-politischen Zeitschriften des frühen 19. Jahrhunderts, die die UB Frankfurt/M. retrospektiv im Rahmen der „Sammlung Deutscher Drucke“ (Zeitabschnitt 1801-1870) systematisch erwirbt. 

Die Bibliothek des Deutschen Literaturarchivs Marbach ist weltweit eine der bedeutendsten Spezialbibliotheken für neuere deutsche Literatur und Literaturwissenschaft von der Aufklärung bis zur Gegenwart. Quellen und Forschungsliteratur sowie Dokumente des literarischen Lebens werden so vollständig wie möglich gesammelt. Die germanistische Sekundärliteratur des In- und Auslandes wird ebenso berücksichtigt wie ältere, die Geschichte der Germanistik dokumentierende Schriften. Der Bestand umfasst 2005 mehr als 750.000 Bände, mehr als 1.100 literarische und literaturwissenschaftliche Zeitschriften sind abonniert. Die Sammlung der literarischen Zeitschriften der Moderne seit 1880 gehört zu den umfangreichsten in Deutschland. 

Die UB Frankfurt bietet dem Nutzer bereits jetzt fachbezogene monatliche Neuerwerbungs-listen (als HTML- oder PDF-Version) mit direktem Link in den Online-Katalog und der Möglichkeit der Sofortbestellung an. Als SSG-Bibliothek mit umfassendem Sammelauftrag hat diese Liste auch für auswärtige Fachnutzer Orientierungsfunktion, etwa um das Vorhandensein eines Titels in der lokalen Bibliothek überprüfen zu können. Dieses Angebot wird über die Integration wöchentlich erscheinender und thematisch strukturierter Neuerscheinungslisten (via DDB-Link) erweitert. Grundlage: DDC-Stellen 430; 830 bzw. 830|B (Deutsche Sprache; Deutsche Literatur; Deutsche Literatur | Belletristik)

In Punkto Elektronische Zeitschriften und Datenbanken kooperiert Germanistik im Netz mit den einschlägigen Angeboten der UB Regensburg (EZB und DBIS) und bietet eine eigene, ausschließlich für die deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft relevante Auswahl an.
 

6.6.2006: Modul „E-Zeitschriften“ umfasst 117 Einträge, Modul „Datenbanken“ 187 Einträge

Eine Sonderrolle unter den Datenbanken nimmt die Bibliographie der deutschen Sprach- und Literaturwissenschaft (BDSL) ein, die als die führende laufende Fachbibliographie der Germanistik gilt und an der UB Frankfurt redaktionell erarbeitet wird. Aufgrund von Lizenzverträgen ist die Benutzung zwar eingeschränkt, doch bereits heute ermöglichen mehr als 130 Institutionen im In- und Ausland Bibliotheksnutzern und Hochschulangehörigen den Online-Zugriff auf den Gesamtdatenbestand von derzeit ca. 330.000 Titelaufnahmen (Erfassungszeitraum 1985-Mai 2006). Der über jede Internetverbindung frei zugängliche Teil der BDSL Online (er umfasst die Berichtsjahre 1985-1995) umfasst ca. 180.000 Einträge. Die bewährten BDSL-Funktionalitäten wurden zuletzt durch weitere benutzerfreundliche Angebote wie etwa die bequeme direkte Zugriffsmöglichkeit auf freie und lizenzierte digitale Volltexte ergänzt. Der neue Browsing-Einstieg über die aus der Buchausgabe bekannte BDSL-Klassifikation bietet ein zusätzliches Plus: Personen, Werke und Schlagwörter sind mit der entsprechenden Einträgen in der Online-Enzyklopädie Wikipedia verknüpft. 

Der Fachinformationsführer präsentiert eine Auswahl fachrelevanter und inhaltlich erschlossener Internetressourcen zur deutschen Sprache und Literatur, verbunden mit komfortablen Browsing- und Suchfunktionen. Diese qualitätsbewusste Nachweissammlung wird regelmäßig überprüft und erweitert.

6.6.2006: Es wurden bereits 500 Websites erfasst, beschrieben u. veröffentlicht.
 

Vom Webguide zur Fachinformation ist der Fachkommunikationsführer zu unterscheiden, der ausgewählte organisatorische Informationsangebote, vornehmlich für die Scientific Community auflistet und beschreibt. Dazu zählen Veranstaltungen, Tagungen, Call for Papers, Ausschreibungen von Fördermöglichkeiten und offenen Stellen. Darüber hinaus findet man hier u.a. noch die Websites von Forschungsprojekten, nationalen und internationalen Fachverbänden sowie von germanistischen Hochschulinstituten im In- und Ausland verzeichnet. Hier kommt die Zusammenarbeit mit den Projektpartnern H-Germanistik und Deutscher Germanistenverband zum Tragen, die sich ihrerseits um kontinuierliche und nachhaltige Dateneingabe und -pflege bemühen. Beide Webverzeichnisse werden mit Hilfe der Software DBClear des IZ Sozialwissenschaften Bonn erstellt, bei der Metasuche kommt Sisis Elektra zum Einsatz.
 

6.6.2006: Es wurden bereits 206 Webangebote erfasst, beschrieben u. veröffentlicht.

Über die Einbindung des Webangebots des Deutschen Germanistenverbands ist der Zugriff auf tagesaktuelle, fachspezifische Gremien- und Hochschulinformationen wie auch auf das Online-Verzeichnis der deutschen Hochschulgermanistik möglich. In dieser Datenbank – ein Kooperationsprojekt des DAAD und des DGV – informieren gegenwärtig mehr als 3.600 Fachkollegen aus 37 Ländern über ihre Forschungsgebiete. 

Germanistik im Netz wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert und befindet sich weiterhin im Aufbau. Die einzelnen Komponenten werden kontinuierlich ausgebaut, durch neue Ressourcen erweitert und mit zusätzlichen Funktionalitäten ergänzt. 

Der Antrag für die zweite Projektphase ist bei der DFG eingereicht. Ziel der zweiten Phase sind besonders ist der Aufbau einer dauerhaften Infrastruktur des Portals, eines Publikationsservers, die Verbesserung des öffentlich stark kritisierten Literaturportals am DLA Marbach und die Entwicklung für Lösungen der Langzeitarchivierung. 

 

Zum technischen Aufbau 

von Dieter Eichner, Frankfurt 

Die ViFa Germanistik benutzt einen eigenen, speziell für sie reservierten leistungsfähigen Rechner mit zwei 2,4 GHz XEON Doppelprozessoren, 4 GB Haupt- und 200 GB Festplattenspeicher. 

Auf Softwareseite kommen bewährte Standardkomponenten zum Einsatz: 

1)  Betriebssystem: Linux

2)  Webserver: Apache und Tomcat (für DBClear)

3)  Webanwendungen: DBClear (für Fachinformations- und Fachkommunikationsführer), Sisis Elektra (für die Metasuche); Lucene

4)  Datenbank: PostgreSQL 

Der „Klebstoff“, der einzelne Teile zusammenhält, ist die Skript-Sprache Perl und zahlreiche ihrer Module, unter denen Mason hervorzuheben ist, das als Vorstufe eines CMM-Systems gute Dienste beim Aufbau der Weboberfläche der ViFa leistet. 

Um verschiedenen Anwendungen in einem einheitlichen Layout zu präsentieren, finden die schon jetzt bei DBClear und dem EZB-Gesamtangebot vorhandenen XML-Schnittstellen ihre Anwendung. Für die Auswahlliste der EZB [Elektronische Zeitschriftenbibliothek Regensburg] und für Sisis Elektra ist diese Schnittstelle von den Herstellern für Spätjahr 2006 angekündigt, und kann dann in die ViFa eingebunden werden. 

Alle Software-Komponenten (bis auf Sisis Elektra und DBClear) sind Open Source-Produkte und bieten damit eine gute Unterstützung durch die breite Wissensbasis einer großen und aktiven Web-Community und versprechen dies auch für die Zukunft. 

DBClear enthält zwar seine vollständigen Quellen, ist aber im strengen Sinne kein Open Source-Produkt, weil der Hersteller (Informationszentrum Sozialwissenschaften Bonn) keine entsprechende Lizenz vergibt. Mit der (Fern)Unterstützung aus Bonn hat die ViFa aber gute Erfahrungen gemacht. 

Sisis-Elektra nimmt als kommerzielles Produkt eine Sonderrolle ein, bei dem nicht alle seiner Programmquellen offen gelegt sind. Die bisherigen Erfahrungen mit dem Support der Firma Sisis sind positiv. Zusätzlich ist durch den HeBIS-Verbund ein umfangreiches „in-house know how“ über diese Software vorhanden. 

Auch bei der Anbindung der Kataloge an die Metasuche wird auf Standardschnittstellen (Z39.50 und XML) gesetzt.