Werner Wegstein: Das Jean-Paul-Portal


Das 'Jean-Paul-Portal' soll langfristig alle für Jean Pauls Leben und Werk relevanten Texte, Materialien und Forschungsarbeiten in digitaler Form verfügbar machen und erschließen, als Arbeitsinstrument und Integrationsplattform für die Forschung und als verlässlicher Informationsspeicher des kulturellen Erbes.

1. Ausgangspunkt des Projekts ist die neue Werkausgabe der Arbeitsstelle Jean-Paul-Edition am Institut für deutsche Philologie der Universität Würzburg, für deren Kontext die literarischen Primärquellen zu Jean Paul gemeinsam mit dem Kompetenz­zentrum für EDV-Philologie als digitales Textarchiv dokumentiert und nutzbar gemacht werden sollen:

alle zu Lebzeiten des Autors erschienenen Drucke seiner Werke als Digitalisate, vernetzt mit den entsprechenden elektronischen Texten sowie – in Kooperation mit der Staatsbibliothek zu Berlin – vollständige Digitalisate und Transkriptionen aller handschriftlichen Nachlass­materialien (z.B. die Exzerpthefte und Werkvorarbeiten) in entsprechender Vernetzung.

2. Die Sicherung der Quellenbasis dient gleichzeitig auch der Transparenz der 'Editions­werkstatt' z.B. durch Absatzsynopsen verschiedener Fassungen und elektronisch aufbereitete Fassungsvergleiche bis hin zu einer digitalen Präsentation der Buchausgabe.

3. Die Vernetzung von Edition, Exzerpt­heften und Editionskommentar soll darüber hinaus die prototypische Erschließung der Referenzen und Querbezüge von Jean Pauls 'Text­werkstatt' über Suchfunktionen für Werk-Korrespondenzen bzw. über Wortformenverzeichnisse ermöglichen.

4. Wichtige Stationen der Jean-Paul-Forschung (z.B. die forschungsrelevanten Editionen des 19. Jahr­hunderts, die von Eduard Berend herausgegebenen Nachlass-Bände II/1 bis 5, eine digitale Version der Studien-Ausgabe in Kooperation und mit Genehmigung des Hanser-Verlags, München) werden integriert, eine Bibliographie eingeschlossen. Ebenso sind auch weitere Jean-Paul-Projekte und verwandte Projekte aus dem weiteren Umfeld einzubeziehen.

Eine Startversion des Jean-Paul-Portals versucht mit einigen vorab ausgewählten oder aus noch laufenden Forschungsarbeiten abgeleiteten Materialien einen ersten, unvorgreiflichen Eindruck davon zu vermitteln: z.B. das Konzept der neuen Werkausgabe, Einblick in die Editorenwerkstatt am Beispiel eines Hundposttages aus dem Roman 'Hesperus', Jean Pauls 'Textwerkstatt', eine Testdatenbank mit Materialien aus den Exzerptheften im Online-Zugriff, die Testversion einer Bibliographie und Links zu verwandten Projekten.

Angesichts des zu verarbeitenden Datenvolumens ist das Jean-Paul-Portal auch als Testobjekt für das 'TextGrid'-Projekt vorgesehen, das im Rahmen der BMBF-geförderten 'e-Science'- Initiative 'D-Grid' die Umsetzung und Einführung von Methoden und Werkzeugen für das Grid-Com­puting in den Geistes­wissen­schaften erprobt.