Kurzvorstellung des Akademievorhabens "Althochdeutsches Wörterbuch"
(Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig)
Projektleiter: Prof. Dr. Gotthard Lerchner
Arbeitsstellenleiterin: Dr. Brigitte Bulitta
Anschrift: Karl-Tauchnitz-Str. 1, 04107 Leipzig
Tel.: (0341) 7115324, Fax: (0341) 7115344
E-Mail: bulitta@saw-leipzig.de
Im "Althochdeutschen Wörterbuch" werden alle deutschen Wörter erfaßt, die dem frühestbezeugten Stadium der deutschen Sprache angehören. Es stützt sich dabei auf das von Elias von Steinmeyer (1848–1922) begründete und seither kontinuierlich aktualisierte Archiv mit etwa 750000 Belegzetteln, in dem alle Wortformenbelege von den Anfängen deutscher Schriftlichkeit im 8. Jahrhundert bis zu Spätbelegen des 11./12. Jahrhunderts (und auch noch späterer Handschriften alter Überlieferungstradition) aus kritischen Editionen zusammengeführt sind. Die Belege stammen aus allen deutschen Mundarten, vom alemannisch-bairischen Süden über die verschiedenen Teile des Fränkischen bis hin zum Niederdeutsch-Altsächsischen. Dabei handelt es sich sowohl um Text- wie auch um Glossenwörter, die trotz ihrer unterschiedlichen Überlieferungsform gemeinsam lexikographisch aufgearbeitet werden. Einsprengsel in lateinischen Rechtstexten sind zurückgestellt.
Das komplexe Wörterbuchkonzept mit der darauf ausgerichteten Arbeitsmethodik geht auf Elisabeth Karg-Gasterstädt (1886-1964) und Theodor Frings (1886-1968) zurück. Es strebt größte Bearbeitungstiefe und umfassende Aussagefähigkeit zu allen sprachhistorischen Fragestellungen an, um der historischen Lexikographie des Deutschen ein grundlegendes, langfristig dienliches Forschungsinstrument bereitzustellen. Die überlieferten Wortformen werden normalisierten Ansätzen zugeordnet und unter Einbeziehung der zugehörigen Kontexte lautlich, grammatisch, semantisch und syntaktisch beschrieben. Alle Belegstellen sind interpretiert und vollständig aufgelistet, wobei die Kontexte je nach Aussagefähigkeit oder Schwierigkeit in Auswahl zitiert sind, um die Gebrauchsweise(n) eines Wortes zu illustrieren und nachprüfbar zu machen. Abgesehen von der Darstellung der einzelnen Stichwörter werden auch Wortschatzstrukturen wie die Zugehörigkeit zu einer Wortfamilie sichtbar gemacht. Durch systematische Bezugnahme auf Wörterbücher der anderen altgermanischen und der jüngeren deutschen Sprachstufen wird die Verbreitung und Entwicklung eines Wortes dokumentiert.
Von den geplanten neun Bänden sind seit 1952 vier Bände und der erste Teil des fünften Bandes bis zum Buchstaben "K" vollständig erschienen, der Buchstabe "L" liegt bis "lebên st. n." gedruckt vor.
"http://www.saw-leipzig.de/" > "Vorhaben" > "Althochdeutsches Wörterbuch": Dort findet sich eine Kurzbeschreibung des Projekts, ein als PDF-Datei verfügbarer grundlegender Aufsatz über die Geschichte des Projekts und ein Link auf weitere Internetpublikationen des Ahd. Wb.
"http://www.saw-leipzig.de/" > "Publikationen" > "Sprach- und Literaturwissenschaften": Hier sind die über den Verlag zu beziehenden Lieferungen des Althochdeutschen Wörterbuchs zusammengestellt.
Zum Stand des Elektronischen Publizierens vgl. den Kurzbericht in: "http://www.mhdwb.uni-trier.de/TAReS/workshop2005" > "Materialien" > "Kurzberichte"