| Die
wertvollen Wissensspeicher zur Erschließung, Sicherung und
Vergegenwärtigung unseres kulturellen Erbes, die im Akademienprogramm
erarbeitet werden, werden für die Herausforderungen der digitalen
Zukunft gerüstet. In Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum für
elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den
Geisteswissenschaften an der Universität Trier möchte die
Akademienunion neue Möglichkeiten eröffnen, damit die kritischen
Editionen unserer Dichter und Denker, die Musiker-Gesamtausgaben und
die umfangreichen Wörterbuchprojekte der Akademien möglichst lange und
auf zeitgemäße Art und Weise künftigen Generationen zur Verfügung
stehen.
Doch wie kann man diese Grundlagenwerke
sinnvoll
digitalisieren? Welche Standards gilt es dabei einzuhalten? Welche
Vorteile der Vernetzung und Recherche bietet etwa das Internet? Wie
kann man neuen Nutzergewohnheiten Rechnung tragen? Solche Fragen der
langfristigen digitalen Archivierung, aber auch zur nachträglichen
Digitalisierung von Primärquellen und Publikationen sowie der digitalen
Konzeption und Vernetzung aktueller Forschungsprojekte wollen beide
Institutionen gemeinsam beantworten.
Im Beisein
von Doris
Ahnen, Staatsministerin für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur in
Rheinland-Pfalz, haben daher Vertreter der Union der deutschen
Akademien der Wissenschaften und des Kompetenzzentrums für
elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den
Geisteswissenschaften an der Universität Trier am 2. Juli 2009 in Mainz
eine Rahmenvereinbarung unterzeichnet.
„Ich freue
mich, dass
hier eine bewährte Zusammenarbeit intensiviert und ausgebaut wird. Die
Geisteswissenschaften in Rheinland-Pfalz zeigen damit einmal mehr, dass
hier gerne und fruchtbar kooperiert wird“, betonte Doris Ahnen,
Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur. „Dieser
Rahmenvertrag ist ein weiterer Baustein rheinland-pfälzischer
Forschungspolitik, die auch zum Ziel hat, universitäre und
außeruniversitäre Kompetenzen zu bündeln, um damit sichtbarere
Strukturen zu schaffen“, so die Ministerin weiter.
„Diese
Kooperation wird uns gemeinsam an die Spitze der digitalen Bewegung
führen“, sagte Prof. Dr. Günter Stock, Präsident der Akademienunion vor
Pressevertretern in Mainz. Auch Universitätspräsident Schwenkmezger
freute sich über die Zusammenarbeit: „Dieses Abkommen bestätigt die
hohe Leistungsfähigkeit des Trierer Kompetenzzentrums von Prof. Dr.
Claudine Moulin und ihrem Team.“
Das
Kompetenzzentrum für
elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den
Geisteswissenschaften an der Universität Trier hat sich seit vielen
Jahren eine hervorragende Reputation auf dem Gebiet erarbeitet und ist
daher bevorzugter Kooperationspartner der Akademienunion. Dank der
bisherigen Zusammenarbeit sind einige Akademieprojekte führend, wenn es
darum geht, ihre Forschungsergebnisse digital zu veröffentlichen,
intelligente Recherchemöglichkeiten und Verknüpfungen zu schaffen und
so für Experten und interessierte Laien leichter handhabbar zu machen.
Musste
ein Germanist etwa auf der Suche nach der Bedeutung von „dämonisch“ in
Goethes Faust oder einem mittelhochdeutschen Wort aus dem
Nibelungenlied bislang in vier bis fünf Büchern nachschlagen, so geben
ihm heute die miteinander vernetzten Wörterbücher wie das
Goethe-Wörterbuch, das Deutsche Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm
oder die mittelhochdeutschen Wörterbücher unter www.woerterbuchnetz.de
schnell und unkompliziert Auskunft. Wörterbücher und Editionen werden
außerdem sukzessive mit ihren Quellen und digitalen Textarchiven
verknüpft und erhalten so eine neue Qualität. Digitale
Redaktionssysteme ermöglichen die Zusammenarbeit von Arbeitsstellen an
unterschiedlichen Orten und vor allem die Datenausgabe in Buchform und
als Internetpublikation.
Elf Jahre nach seiner
Gründung ist
das Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und
Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität
Trier fest in der digitalen Forschungslandschaft verankert. Es ist
führend bei der digitalen Speicherung und Aufbereitung kulturellen
Wissens (eHu-manities = enhanced humanities) und auf nationaler und
internationaler Ebene ein gefragter Kooperationspartner.
Die
deutschen Wissenschaftsakademien gehörten von Anfang an zu den
Partnern; die Zusammenarbeit wurde in bisher mehr als 30 gemeinsamen
Projekten fortlaufend intensiviert. Beispiele sind unter anderem das
Goethe-Wörterbuch, das Handwörterbuch der antiken Sklaverei und das
Reallexikon für Antike und Christentum. Das Kompetenzzentrum entwickelt
für diese Projekte Standards und Werkzeuge für das elektronische
Arbeiten und Publizieren und bietet ihnen umfangreiche
Serviceleistungen für die Erarbeitung, Präsentation und Speicherung
elektronischer Arbeitsergebnisse.
Ihre
Ansprechpartnerinnen
Jana Schlütter,
Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit der Union der deutschen Akademien der
Wissenschaften,
Büro Berlin unter 030 / 325 98 73 70 oder schluetter@akademienunion-berlin.de
Heidi Neyses,
Pressestelle der
Universität Trier unter 0651 / 201 -4238 / -4239
oder
neyses@uni-trier.de
Die Union der
deutschen Akademien
der Wissenschaften ist die Dachorganisation von acht
Wissenschaftsakademien,
die sich zur Umsetzung gemeinsamer Interessen zusammengeschlossen
haben. Unter
dem Dach der Union sind mehr als 1600 Wissenschaftler und
Wissenschaftlerinnen
verschiedenster Fachrichtungen vereint, die zu den national und
international
herausragenden Vertretern ihrer Disziplinen gehören. Die Union
koordiniert das
„Akademienprogramm“, das eines der größten und bedeutendsten
geisteswissenschaftlichen Forschungsprogramme der Bundesrepublik
Deutschland
darstellt. Sie fördert die Kommunikation zwischen den Akademien,
betreibt
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und organisiert Veranstaltungen über
aktuelle
Probleme der Wissenschaft. Die Akademienunion kommuniziert mit
Wissenschaftsorganisationen des In- und Auslandes und entsendet
Vertreter in
nationale und internationale Wissenschaftsorganisationen.
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