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Aktuelles

Hochschulfinanzierung: mangelhaft

Öffentliche Gesamtsitzung der Heidelberger Akademie der Wissenschaften an der Universität Tübingen

HEIDELBERG. Die Hochschulausgaben in Deutschland sind im internationalen Vergleich niedrig – jedenfalls nach ihrem Anteil am Bruttoinlandsprodukt zu urteilen. Das gilt sowohl für die aus öffentlichen Mitteln finanzierten Hochschulbudgets als auch für die private Finanzierung. Woran dies liegt, beleuchtet Prof. Dr. Manfred G. Schmidt, Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, am 13. Dezember 2009. Sein Vortrag beginnt um 11 Uhr und ist Teil der auswärtigen Öffentlichen Sitzung der Akademie, die an diesem Tag an der Universität Tübingen zu Gast ist.

Manfred G. Schmidt ist Professor für Politikwissenschaft an der Universität Heidelberg und wurde insbesondere durch seine Forschungen zum politischen System der Bundesrepublik Deutschland, zur Sozialpolitik, zum Wohlfahrtsstaat und zu Demokratietheorien bekannt. Ein Schwerpunkt seiner gegenwärtigen Forschung ist die Bildungsausgabenpolitik im internationalen Vergleich. Mit diesem Thema wird er sich auch in seinem Vortrag „Deutschlands Hochschulfinanzierung im internationalen Vergleich“ auseinandersetzen.

Das unterdurchschnittliche Abschneiden der deutschen Hochschulfinanzen liegt Prof. Dr. Manfred G. Schmidt zufolge zum Teil in wohlbekannten Rahmenbedingungen, insbesondere in

  • der Erblast eines seit vielen Jahren schmalen Hochschulbudgets,
  • in einem unterdurchschnittlichen Bevölkerungsanteil der Studierenden und einem entsprechend unterdurchschnittlichen Nachfragedruck zugunsten der Hochschuletats
  • sowie in der überdurchschnittlichen Wirtschaftskraft Deutschland, die trotz niedriger Ausgabenquote eine im internationalen Vergleich durchschnittliche Höhe der Hochschulausgaben pro Studierendem ermöglicht.
Bremsklötze für die Bildung

Wie Prof. Dr. Manfred G. Schmidt in seinem Vortrag ausführen wird, kommen dazu fünf weitere, tiefer sitzende politische Ursachen, die allesamt die Finanzierung der deutschen Hochschulen nachhaltig bremsen:

  • die ungünstige Großwetterlage für die Bildungsfinanzierung,
  • die asymmetrische Arbeitsteilung zwischen (durchschnittlicher) öffentlicher und (unterdurchschnittlicher) privater Finanzierung des Hochschulwesens,
  • besonders ungünstige Finanzierungsbedingungen aller öffentlichen Bildungsausgaben, auch der öffentlichen Hochschulfinanzierung,
  • insbesondere eine übermächtige Konkurrenz in Gestalt der finanzaufwendigen Sozialpolitik,
  • ein geringer Spielraum für private Hochschulausgaben infolge von hoher Abgabenlast und schwacher steuerpolitischer Anreize für Stiftungen und für sonstige private Bildungsausgaben
  • und besondere parteipolitische Kräfteverhältnisse, die Vorfahrt für Sozialpolitik geben, aber die private und die öffentliche Bildungsfinanzierung bremsen.

Der wissenschaftliche Vortrag von Manfred G. Schmidt ist Teil der auswärtigen Öffentlichen Sitzung der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, der wissenschaftlichen Landesakademie Baden-Württembergs. Sie lädt die interessierte Öffentlichkeit am Samstag, den 13. Dezember, um 11 Uhr in die Neue Aula der Universität Tübingen (Wilhelmstraße 7) ein. Im Anschluss an die Öffentliche Sitzung können die Diskussionen bei einem Empfang fortgeführt werden. (hü.)


Kontakt:

Uta Hüttig
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Heidelberger Akademie der Wissenschaften
Karlstr. 4
69117 Heidelberg
Tel.: 06221 / 54 34 00

uta.huettig@urz.uni-heidelberg.de
icon_link_externwww.haw.baden-wuerttemberg.de


Redaktion
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