Open Access: Akademienforschung für alle
BERLIN. „Online first“ heißt es mittlerweile in den meisten Zeitungs- und Zeitschriftenredaktionen, und auch in die Akademienforschung hat das elektronische Publizieren längst Einzug gehalten. Damit möglichst viele Menschen die in den Akademien erarbeiteten Editionen und Wörterbücher nutzen können, sind zahlreiche dieser wertvollen Wissensspeicher im Internet frei zugänglich. Die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften stellt Ihnen nun zwölf ausgewählte Projekte und ihre Open Access Angebote in einer Broschüre vor: darunter zum Beispiel die Hethitischen Forschungen, das Altägyptische Wörterbuch, das Goethe-Wörterbuch und die Jahresberichte für deutsche Geschichte. Die pdf ist auf der Internetseite der Akademienunion abrufbar.
Von der elektronischen Publikation der Akademieprojekte profitieren die Wissenschaft und die interessierte Öffentlichkeit in doppelter Weise: Zum einen kann so jedermann auf die mit öffentlichen Mitteln finanzierten Arbeitsergebnisse zugreifen, zum zweiten ergeben sich hier neue Möglichkeiten der Vernetzung. Musste etwa ein Germanist auf der Suche nach einem mittelhochdeutschen Wort aus dem Nibelungenlied bislang in vier bis fünf Büchern nachschlagen, so geben ihm heute die vier miteinander vernetzten mittelhochdeutschen Wörterbücher unter www.mwv.uni-trier.de schnell und kompetent Auskunft. Viele Wörterbücher sind darüber hinaus mit ihren Quellen und digitalen Textarchiven verknüpft; die kritischen Editionen großer Denker, Dichter und Komponisten erhalten durch eine Vernetzung mit ihren Überlieferungszeugen – seien es nun Faksimiles oder Volltext – eine neue Qualität.
Die Arbeitsgruppe „Elektronisches Publizieren“ der Akademienunion erörtert daher regelmäßig gemeinsam mit den Vorhaben im Akademienprogramm alle relevanten Fragen des elektronischen und digitalen Publizierens wie aktuelle Standards der Langzeitarchivierung, Möglichkeiten der Retrodigitalisierung, aber auch Urheberrechtsfragen. Die AG fördert außerdem den Erfahrungsaustausch der Projekte untereinander und bringt sie mit Experten aus den Universitäten, Archiven und anderen Forschungseinrichtungen zusammen.
„Wer mit öffentlichen Geldern forscht, muss seine Ergebnisse möglichst vielen Menschen zur Verfügung stellen“, meint Prof. Dr. Kurt Gärtner. „Die Broschüre zeigt Beispiele dafür, wie die von der Open Access Bewegung postulierten Prinzipien heute schon in den Akademien umgesetzt werden.“
Kontakt:
Myriam Hönig
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften, Büro Berlin
Markgrafenstraße 37
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Tel.: 030 / 325 98 73 70
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