BERLIN. Nach einigen Monaten der Vorbereitung und des kritischen Austausches ist es nun so weit: acatech – die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, der Bundesverband der Deutschen Industrie, der Deutsche Olympische Sportbund, Egon Zehnder International und die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften haben die „Stiftung Neue Verantwortung – Junge Köpfe für Deutschland e.V.“ gegründet. Damit wollen sie für exzellente Nachwuchskräfte eine institutionelle Plattform schaffen, die es den „jungen Köpfen“ erlaubt, über alle Fach- und Berufsgrenzen hinweg die Gesellschaft bewegende Themen fundiert gemeinsam zu bearbeiten. Zusammengefasst in einem Kreativreport, sollen die Ausführungen aller Arbeitsgruppen der Bundesregierung übergeben werden. Damit möchte man der jungen Elite die Chance geben, ihr Potential in die Gestaltung der Zukunft Deutschlands einzubringen und sich – langfristig gesehen – interdisziplinär zu vernetzen.
„Hat die Familie ausgedient?“, „Was ist der soziale Kitt von morgen?“, „Wie sieht der neue Generationenvertrag aus?“ und „Wie viel Fremdheit braucht Deutschland?“ – das sind nur einige der vorstellbaren gesellschaftspolitisch relevanten Fragen, denen sich die neue Stiftung widmen könnte. Welche konkreten Themen die junge Elite bearbeiten möchte, um sie in einem ersten Kreativreport zu veröffentlichen, entscheiden nicht die Trägerinstitutionen, sondern die Nachwuchskräfte des ersten Jahrganges selbst.
Das Auswahlverfahren läuft
Derzeit werden die ersten „100 exzellenten Köpfe“ ausgewählt, die sich Anfang November 2008 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften zu einem „Kick-off-Gipfel“ treffen werden. Über 800 Institutionen aus allen Bereichen der Gesellschaft wurden gebeten, ausgezeichnete junge Führungskräfte vorzuschlagen; die finale Auswahl der Besten trifft ein hochrangig besetztes Kuratorium mit Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Kunst und Kultur, Sport und Gesellschaft sowie Politik und Verwaltung.
Das Neue an der „Stiftung Neue Verantwortung“ liegt darin, dass sie herausragende Führungskräfte unter 35 Jahren zusammenbringen möchte, die sich über ihr Fach und ihren Beruf hinaus gesellschaftspolitisch engagieren und das Potential haben, künftig einen prägenden Einfluss auf die Gesellschaft in Deutschland auszuüben. Die Arbeitsgruppen werden interdisziplinär besetzt, so dass sich die jungen Köpfe mit möglicherweise fachfremden Sichtweisen auseinandersetzen müssen. „Wir wollen mit diesem neuen Think Tank Barrieren überwinden und die röhrenförmige Ausbildung der Elite aufbrechen“, sagt Prof. Dr. Günter Stock, der sich als Präsident der Akademienunion an der Gründung des neuen Vereins beteiligt hat und die Stiftung im Kuratorium unterstützt. „Es fehlt uns an Foren, die die Jungen selbst bilden und die eng vernetzt sind mit den Foren der Alten, auf dass beide gemeinsam unsere Zukunft gestalten können“, so Stock.
Langfristigkeit durch Alumni-Netzwerke
Damit ist ein drittes neues Element der Stiftung benannt: Es ist die auf Langfristigkeit angelegte Perspektive des Think Tanks durch ein Alumni-Netzwerk, das jedes Jahr um 100 neue junge Köpfe ergänzt werden soll. In ein paar Jahren, so die Hoffnung der Trägerinstitutionen, soll es keine Ausnahme mehr sein, wenn ausgezeichnete Führungskräfte aus der Wirtschaft exzellente Leute aus der Wissenschaft, dem Sport, der Kultur und der Verwaltung dank der Zusammenarbeit in einem gemeinsamen Projekt gut kennen und um die spezifischen Sichtweisen der jeweils anderen Bereiche wissen.
Die Stiftung Neue Verantwortung verfügt über ein eigenes Projektbüro in Berlin, verfolgt ausschließlich gemeinnützige Zwecke und wird finanziert über Spenden von Stiftungen, Unternehmen und Privatpersonen. (Hg.)
Kontakt:
Myriam Hönig
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften, Büro Berlin
Markgrafenstraße 37
10117 Berlin
Tel.: 030 / 325 98 73 70
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