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„Akademien sind der ideale Ort für Politik- und Gesellschaftsberatung“

Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften beging den Leibniztag 2008


BERLIN. Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften beging am 5. Juli 2008 ihren diesjährigen Leibniztag, bei dem sie unter anderem ihre höchsten Auszeichnungen vergab und neue Mitglieder begrüßte. Die Akademie knüpft damit an eine Tradition an, die Anfang des 19. Jahrhunderts von der Preußischen Akademie der Wissenschaften begründet wurde, gleichwohl verbindet sie mit dem Leibniztag heute vornehmlich gegenwarts- und zukunftsbezogene Zwecke. So nutzte Akademiepräsident Günter Stock seinen Rechenschaftsbericht für wissenschaftspolitische Anmerkungen. Mit Blick auf die bevorstehende Gründung der Nationalen Akademie betonte er unter anderem, dass „Akademien der ideale Ort für Politik- und Gesellschaftsberatung“ seien.

 

In seinem Grußwort hatte bereits Bundespräsident Horst Köhler betont, dass er zuversichtlich sei, dass die Leopoldina und die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften „gedeihlich zusammenarbeiten werden. Und ich vertraue darauf, dass auch die anderen Mitgliedsakademien der Union der Akademien der Wissenschaften und die Deutsche Akademie für Technikwissenschaften acatech die Leopoldina bei ihren neuen Aufgaben partnerschaftlich unterstützen werden. Das wäre übrigens auch ganz im Sinne von Leibniz, der sich nicht nur die Gründung mehrerer Akademien zum Ziel gesetzt hatte, sondern stets auch deren ertragreiche Zusammenarbeit anstrebte.“

Wissenschaftliche Leistungen ausgezeichnet

Die Akademie vergibt am Leibniztag ihre höchsten Auszeichnungen. Die Helmholtz-Medaille für überragende wissenschaftliche Leistungen wurde an den Altgermanisten Peter Wapnewski verliehen. Die Leibniz-Medaille für besondere Verdienste um die Förderung der Wissenschaften erhielt der Unternehmer Klaus J. Jacobs. Der Akademiepreis, der für herausragende wissenschaftliche Leistungen verliehen wird und mit 20.000 Euro dotiert ist, wurde dem Rechtswissenschaftler Miloš Vec zugesprochen.

Als neue Mitglieder wurden in die Akademie aufgenommen: Christopher M. Hann (Halle / Leipzig), Carl-Ludwig Holtfrerich (Berlin), Harold James (Florenz), Richard Münch (Bamberg), Wolfgang Peukert (Erlangen / Nürnberg), Lars-Hendrik Röller (Berlin) und Wolfgang Wahlster (Saarbrücken).

In seinem Festvortrag zum Leibniztag bezog sich Akademiemitglied Günter Ziegler auf das „Jahr der Mathematik“. Unter dem Titel „Wer A sagen kann, ... - Über Mathematik und Science Fiction“ verwies er darauf, dass das Zählen zwar Teil der menschlichen Frühgeschichte und in unserer Kultur fest verwurzelt, das Rückwärtszählen, der „Countdown", dagegen eine Erfindung der Neuzeit sei, die sich einem Science-Fiction-Film aus dem Jahr 1929 verdanke. Der Mathematiker Günter Ziegler spannte einen Bogen von den mathematischen Entdeckungen der Vergangenheit über das Hightech der Gegenwart bis zur Mathematik der Science-Fiction-Zukunft.

Vom Akademienprogramm über die interdisziplinären Arbeitsgruppen bis zur Nachwuchsförderung

Akademiepräsident Günter Stock nutzte seinen abschließenden Rechenschaftsbericht für wissenschaftspolitische Anmerkungen und um ausgewählte Arbeitsprojekte der Akademie vorzustellen. Mit Blick auf die bevorstehende Gründung der Nationalen Akademie betonte er, dass „Akademien der ideale Ort für Politik- und Gesellschaftsberatung“ seien, da ihre Mitglieder fachlich exzellent seien, alle Fachrichtungen abdeckten und aus vielen Institutionen kämen. Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften sei auf diesem Gebiet seit Jahren tätig, aktuell beispielsweise mit dem „Gentechnologiebericht“ oder mit den „Leitlinien“, die die interdisziplinäre Arbeitsgruppe „Wissenschaftliche Politikberatung in der Demokratie“ jüngst publiziert hat.

Günter Stock betonte außerdem die Bedeutung der neuen interdisziplinären Arbeitsgruppe „Exzellenzinitiative“ und verwies auch auf das aktuelle Projekt „Schülerlabor Geisteswissenschaften“, an dem im Berichtsjahr 400 Schülerinnen und Schüler teilgenommen haben. Er würdigte zudem das von der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften koordinierte Akademienprogramm von Bund und Ländern, das 26 Vorhaben der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften sowie über 130 weitere Akademienprojekte fördere. Die „Leibniz-Edition“, ein Gemeinschaftsprojekt der Göttinger und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, das „Digitale Wörterbuch der Deutschen Sprache“ und das „Goethe-Wörterbuch“ stellte Präsident Günter Stock gleichsam exemplarisch vor.

Die Reden des Leibniztages sind dokumentiert unter http://www.bbaw.de/bbaw/Aktuell/

Kontakt:

Gisela Lerch
Leiterin der Abteilung Kommunikation und Information der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
Jägerstraße 22/23
10117 Berlin
Tel.: 030 / 20370-657
glerch@bbaw.de
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