Union der deutschen Akademien der Wissenschaften
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Aus den Akademien
Datum: 09. Juli 2008
Nummer: 03-2008


Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

es ist kein Zufall, dass sich die deutschen Wissenschaftsakademien mit ihren Veranstaltungen wie dem „Akademientag zur Mathematik“ nicht mehr nur an die interessierte Öffentlichkeit oder ein Fachpublikum wenden, sondern gezielt auch Schülerinnen und Schüler ansprechen. Wir brauchen in Deutschland hervorragend ausgebildete Menschen, und den Akademien ist es ein besonderes Anliegen, bei Jugendlichen Interesse an wissenschaftlichen Fragestellungen zu wecken und somit deren Engagement nicht nur für die Schule, sondern auch für ein späteres Studium zu fördern. Selbst wenn es um ein sogenanntes ‚Angstfach’ wie die Mathematik geht.

Mit unserem Akademientag wollten wir daher vermitteln, dass Mathematik vielgestaltig auftritt, dass sie spannend ist und auf zahlreichen Wegen entdeckt werden kann. Wir wollten dabei mithelfen, dass Schüler die Freude an der Mathematik entdecken und dass ihnen diese Freude nicht verloren geht.

Es war ein großartiger Erfolg und ein wunderbar gelungenes Experiment: Niemals zuvor hatten wir so viele Schülerinnen und Schüler zu Gast. – Etwa 2.200 junge Menschen haben unsere Einladung in das Akademiegebäude am Gendarmenmarkt wirklich als Angebot verstanden, es angenommen und durch ihr Mitmachen gewürdigt. Es wollten noch mehr zum Akademientag kommen, doch aus Platzgründen mussten wir vielen leider bereits im Vorfeld absagen.

Auch die abendliche Festveranstaltung – der Höhepunkt unseres Akademientages zur Mathematik – lockte trotz des gleichzeitig stattfindenden EM-Viertelfinales Deutschland-Portugal knapp 400 Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Kultur ins Deutsche Technikmuseum Berlin. Sie konnten mit uns gemeinsam erleben, dass Mathematik nicht zuletzt ein elementares Kulturgut ist.

Diese Ausgabe von „Aus den Akademien“ möchte Ihnen einige Impressionen dieses Tages vermitteln und – noch bevor Sie in den Sommerurlaub aufbrechen – weitere Nachrichten der acht Unionsakademien überbringen.

Ich wünsche Ihnen eine unterhaltsame Lektüre!

Ihr

Prof. Dr. Günter Stock
Präsident der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften




Inhalt:

Akademientag 2008

Kurz notiert

Termine

Personalia

Impressum

Mathematik mit allen Sinnen begreifen

Die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften lud Schüler, Lehrer und weitere Interessierte ein, das nur scheinbar trockene Fach neu zu erkunden

BERLIN. Eigentlich ist eine Akademie ein ruhiger Ort. Geforscht wird hier und getagt, niemand rennt über die Gänge. Am 19. Juni 2008 jedoch war das ganz anders: Erwachsene waren ab der Mittagszeit im Akademiegebäude am Berliner Gendarmenmarkt eindeutig in der Minderheit. Stattdessen bevölkerten neben Lehrern und interessierten Laien etwa 2.200 Schüler unterschiedlichster Klassenstufen die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften.

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Die Gewinner der Akademienpreisaufgabe 2008 stehen fest

Drei ausgezeichnete Schüler reisen im Herbst zu Forschungsinstitutionen in Bremen, München und Berlin

BERLIN. Dass Wissenschaftsakademien Preisfragen stellen, ist eine gute Tradition. Ungewöhnlich jedoch ist, dass im „Jahr der Mathematik“ nicht Fachwissenschaftler, sondern Schülerinnen und Schüler bis zur 13. Klasse darauf antworten sollten. Ihnen stellten die deutschen Wissenschaftsakademien die Frage: „Was ist der Nutzen der Mathematik?“

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„Wir wären gern wieder dabei“

Der Akademientag zur Mathematik stieß auf positive Resonanz

BERLIN. „Die Idee, gerade junge Menschen anzusprechen, sich einmal ‚Akademisches’ anzuschauen und vorführen zu lassen, fand ich ganz hervorragend“, schrieb uns nach dem von der Akademienunion veranstalteten Akademientag 2008 Prof. Dr. Rupert Klein. Referenten, Schulen und Besucher hatten das Experiment, das Gebäude der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften für einen Tag in ein Schulhaus zu verwandeln, in ausgezeichneter Erinnerung behalten. Einige Rückmeldungen haben wir für Sie zusammengestellt.

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Ein Spaziergang mit Herrn Euler

Gesamtmetall-Ausstellung „Alles ist Zahl“ faszinierte beim Akademientag 2008 junge Menschen

BERLIN. Zwölf Grafiken des Schweizer Künstlers Eugen Jost stellte der Arbeitgeberverband Gesamtmetall im Rahmen seiner Initiative THINK ING. beim „Akademientag zur Mathematik“ aus. Mit so ungewöhnlichen Titeln wie „Spaziergang mit Herrn Euler“, „Girasole“ und „Mittelmeer-Geometrie“ fesselten die Bilder die Aufmerksamkeit und Fantasie der jungen Besucher. Viele nahmen sich die Zeit, Eugen Josts Bildsprache zu entschlüsseln, Zahlenspielereien und Rätsel zu verstehen. In kleinen Gruppen standen die Schüler zusammen, wiesen auf Details hin, versuchten sich an einer Erklärung.

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Kurz notiert

100.000 Euro für die Infektionsforschung

Neuer Wissenschaftspreis der Hamburger Akademie

HAMBURG. Die Akademie der Wissenschaften in Hamburg hat erstmals den Hamburger Wissenschaftspreis ausgeschrieben. Der mit 100.000 Euro dotierte Preis wurde von der Hamburgischen Stiftung für Wissenschaft, Kultur und Entwicklung Helmut und Hannelore Greve gestiftet und wird in Zukunft alle zwei Jahre vergeben. Thema der Ausschreibung für 2009 ist „Infektionsforschung“. Vorschläge können bis zum 31. Oktober 2008 an den Präsidenten der Akademie gerichtet werden.

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„Akademien sind der ideale Ort für Politik- und Gesellschaftsberatung“

Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften beging den Leibniztag 2008

BERLIN. Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften beging am 5. Juli 2008 ihren diesjährigen Leibniztag, bei dem sie unter anderem ihre höchsten Auszeichnungen vergab und neue Mitglieder begrüßte. Die Akademie knüpft damit an eine Tradition an, die Anfang des 19. Jahrhunderts von der Preußischen Akademie der Wissenschaften begründet wurde, gleichwohl verbindet sie mit dem Leibniztag heute vornehmlich gegenwarts- und zukunftsbezogene Zwecke. So nutzte Akademiepräsident Günter Stock seinen Rechenschaftsbericht für wissenschaftspolitische Anmerkungen. Mit Blick auf die bevorstehende Gründung der Nationalen Akademie betonte er unter anderem, dass „Akademien der ideale Ort für Politik- und Gesellschaftsberatung“ seien.

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Eine Plattform für die junge Elite zum Wohle der Gesellschaft

Akademienunion beteiligt sich am Think Tank „Stiftung Neue Verantwortung – Junge Köpfe für Deutschland e.V.“

BERLIN. Nach einigen Monaten der Vorbereitung und des kritischen Austausches ist es nun so weit: acatech – die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, der Bundesverband der Deutschen Industrie, der Deutsche Olympische Sportbund, Egon Zehnder International und die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften haben die „Stiftung Neue Verantwortung – Junge Köpfe für Deutschland e.V.“ gegründet. Damit wollen sie für exzellente Nachwuchskräfte eine institutionelle Plattform schaffen, die es den „jungen Köpfen“ erlaubt, über alle Fach- und Berufsgrenzen hinweg die Gesellschaft bewegende Themen fundiert gemeinsam zu bearbeiten. Zusammengefasst in einem Kreativreport, sollen die Ausführungen aller Arbeitsgruppen der Bundesregierung übergeben werden. Damit möchte man der jungen Elite die Chance geben, ihr Potential in die Gestaltung der Zukunft Deutschlands einzubringen und sich – langfristig gesehen – interdisziplinär zu vernetzen.

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„Sternstunde für die Geschichtswissenschaften“

Die Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften feiert 150. Geburtstag

MÜNCHEN. 2008 begeht die Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften ihr 150-jähriges Jubiläum. Im Mittelpunkt der Kommissionsarbeit stehen qualitativ hochwertige Quelleneditionen; das Spektrum der rund 650 Veröffentlichungen reicht vom Spätmittelalter bis zur Zeitgeschichte. Sie ist heute eine der größten außeruniversitären historischen Forschungseinrichtungen der Bundesrepublik. Ihre Gründung vor 150 Jahren sei eine „Sternstunde für die Geschichtswissenschaften und die Wahrung unseres Geschichtsbewusstseins“ gewesen, betonte Ministerpräsident Günter Beckstein auf dem Festakt.

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Gewinnbringender Austausch

Vorsitzender des Wissenschaftsausschusses im Niedersächsischen Landtag fordert „deutliche Anhebung der finanziellen Ausstattung“ der Göttinger Akademie

GÖTTINGEN. Der Ausschuss für Wissenschaft und Kultur im Niedersächsischen Landtag hat am 26. Juni 2008 zum ersten Mal im Akademiesaal am Wilhelmsplatz in Göttingen eine auswärtige Sitzung abgehalten. Einziger Tagesordnungspunkt war die Darstellung der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, insbesondere ihrer interdisziplinären Forschung und ihrer Aktivitäten im norddeutschen Raum.

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Welchen Raum braucht das Denken?

Preisfrage 2008 der Jungen Akademie wartet auf Antworten

BERLIN. Akademische Preisfragen sind Kinder der Aufklärung. Keine Akademie, die etwas auf sich hielt, versäumte es im 18. Jahrhundert, einem gebildeten Publikum Fragen der Zeit zu stellen, um mit den Antworten zu belehren und gelegentlich auch zu amüsieren. Im 19. Jahrhundert beteiligten sich die organisierte öffentliche Meinung und die Industrie am Fragenstellen. Nun ist es aus der Mode geraten. Die Junge Akademie ist neugierig und will versuchen, den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft auf neue alte Weise anzufachen. Und fragt in diesem Jahr: „Welchen Raum braucht das Denken?“ Bis zum 31. Dezember 2008 kann jeder, der sich dazu berufen fühlt, auf die Preisfrage antworten. Für die beste Idee winken 5.000 Euro.

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Termine

Vom Bayerischen Wörterbuch bis zu supraleitenden Rennautos

Die Bayerische Akademie der Wissenschaften öffnet ihre Tore zum Münchner Stadtgeburtstag am 19. und 20. Juli 2008

MÜNCHEN. Die bayerische Landeshauptstadt feiert 2008 ihren 850. Geburtstag und das große Altstadtringfest am 19. und 20. Juli 2008 soll ein Höhepunkt des Jubiläumsjahres werden. Die Hauptverkehrsader der Altstadt wird dann zu einem Boulevard für Bummler, an zehn Stationen wird die 850-jährige Geschichte der Landeshauptstadt lebendig: München gestern, heute und morgen. Die Wissenschaften präsentieren sich auf dem Marstallplatz, direkt von den Toren der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Die Akademie, die im nächsten Jahr selbst 250 Jahre alt wird, zeigt im Wissenschaftszelt die Bandbreite ihrer Forschungen in den Geistes- und Naturwissenschaften und bietet für die interessierte Öffentlichkeit Führungen durch ihr Haus an.

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Mathematik und Kultur in Leipzig

Gemeinsame Ausstellung der Sächsischen Akademie der Wissenschaften und der Wissenschaftsinstitutionen Leipzigs

LEIPZIG. Noch bis zum 11. Juli 2008 können Besucher des Leipziger Neuen Rathauses eine kurze kulturgeschichtliche Zeitreise unternehmen: Ausgangspunkt ist dabei die Entwicklung des Zählens im Spätpaläolithikum vor circa 6.000 Jahren. Über das mathematische Denken der Azteken, Maya und Inka sowie der asiatischen Kulturen geht es dann auf den 23 Tafeln über die Anfänge der Algebra in Mesopotamien und Altägypten weiter nach Europa, wo mit der Geometrie und der Analysis die Grundlage der modernen Naturwissenschaften geschaffen wurden. Wie sehr die Mathematik heute unseren Alltag vom Bankenwesen über die Medizin bis zu industriellen Produktionsprozessen prägt, ist auf den letzten Tafeln zu sehen.

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Große Geschichte im Spiegel individueller Schicksale

Der Breitbach-Preis 2008 geht an Marcel Beyer

MAINZ. Für sein literarisches Gesamtwerk, insbesondere seine „sprachlich versierte und psychologisch komplexe Auseinandersetzung mit den langen Schatten der deutschen Vergangenheit“ zeichnet die Jury des Joseph-Breitbach-Preises in diesem Jahr den Lyriker und Romancier Marcel Beyer aus. Der Preis wird von der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz, und der Stiftung Joseph Breitbach gemeinsam vergeben und ist mit 50.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung findet am 26. September 2008 im Goerres-Haus Koblenz statt.

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Neuer Vorstand der Hamburger Akademie

Gemeinsame Ausstellung der Sächsischen Akademie der Wissenschaften und der Wissenschaftsinstitutionen Leipzigs

HAMBURG. Die Ordentlichen Mitglieder der Akademie der Wissenschaften in Hamburg haben einen neuen Vorstand gewählt. Der amtierende Präsident, Prof. Dr. Heimo Reinitzer, wurde mit großer Mehrheit für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt. Neue Mitglieder im Vorstand sind Frau Prof. Dr. Kerstin Thurow, Universität Rostock, und Prof. Dr. Gerd Brunner, Technische Universität Hamburg-Harburg.

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Impressum

„Aus den Akademien“
wird herausgegeben von der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften.

Redaktion:
Myriam Hönig (v.i.S.d.P.), Jana Schlütter

Weitere Autoren dieser Ausgabe:
Wolfgang Gollub, Jürgen Hädrich, Dr. Ellen Latzin, Adrienne Lochte, Dr. Annette Schaefgen, Dr. Annette Wiesheu

Technische Betreuung:
Steffen Küpper

Kontakt:
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Markgrafenstraße 37
10117 Berlin

Tel.:                030 – 325 98 73 72
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E-Mail:           schluetter@akademienunion-berlin.de
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