Energie aus Biomasse
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Neuer Berichtband der Kommission für Ökologie der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
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MÜNCHEN. In den vergangenen drei Jahren haben sich die Strompreise im Durchschnitt um fast 17 Prozent erhöht. Gerade Haushalte mit geringem Budget belasten diese Kosten. Als mögliche Lösung wird die Energiegewinnung aus Biomasse propagiert. Die Vorteile: Die Preise blieben über Jahre konstant, man wäre weniger abhängig von Erdgas- und Ölimporten und gleichzeitig würde sich für Landwirte eine sichere Erwerbsgrundlage bieten. Doch in welchem Umfang, zu welchem Preis und mit welcher Effizienz könnte Biomasse in der Zukunft tatsächlich zur Energieproduktion beitragen? Antworten darauf möchte der Band „Energie aus Biomasse“ der Kommission für Ökologie der Bayerischen Akademie der Wissenschaften geben.
In die Produktion von Wärme, Strom und Kraftstoffen aus Biomasse werden große Hoffnungen gesetzt. Holz ist gegenüber Öl und Gas bei der Wärmegewinnung bereits konkurrenzfähig, nachwachsende Rohstoffe sollen vermehrt in Biodiesel umgewandelt werden, Biogasanlagen können Reststoffe der Landschaftspflege und Ernterückstände vergären. Dennoch wurden im Jahr 2006 lediglich fünf Prozent des gesamten Energieaufkommens aus Biomasse gewonnen.
Wie man den Anteil der Biomasse steigern könnte, wird in dem vorliegenden Berichtband diskutiert. Eine Möglichkeit ist die so genannte Ganzpflanzennutzung. Nicht nur einzelne Bestandteile, wie z.B. die Körner beim Getreide, werden dabei zur Energieproduktion verwendet, sondern die ganze Pflanze. Bei gefällten Bäumen könnten neben Stamm und Rinde auch Äste und Nadeln genutzt werden. Andere Optionen sind die so genannte Zweikulturennutzung, bei der sich Sommer- und Winterkulturen abwechseln, und der Anbau von speziell gezüchteten Energiepflanzen wie schnellwüchsigen Pappelarten oder dem massenwüchsigen Energiemais.
Wie umweltfreundlich sind nachwachsende Rohstoffe?
Die Kehrseite der scheinbar so umweltfreundlichen nachwachsenden Rohstoffe: Sie brauchen extrem große Anbauflächen. Gelingt es wirklich, ihren Anteil tatsächlich zu vergrößern, so wären Importe nahezu unumgänglich. Gleichzeitig würden Konflikte mit anderen Raumnutzungen entstehen, z.B. im Zusammenhang mit der Trinkwassergewinnung, dem Hochwasserschutz, dem Naturschutz, der Jagd oder dem Tourismus. Ein weiterer wichtiger Punkt, der von den Forschern thematisiert wird, ist die Emission klimawirksamer Gase. Speziell der Anbau von Raps und Mais ist mit erhöhten Emissionen von Lachgas verbunden ein Gas, das sich 300mal so negativ auf das Klima auswirkt wie Kohlendioxid.
Der vorliegende Berichtband umfasst die überarbeiteten und erweiterten Vorträge und Diskussionen einer gleichnamigen Fachtagung der Kommission für Ökologie der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, ergänzt mit einer Zusammenfassung und einem Schlagwortverzeichnis. Er richtet sich sowohl an Fachleute wie an am Umweltgeschehen interessierte Laien. (cd. / thr.)
Bayerische Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Energie aus Biomasse: Ökonomische und ökologische Bewertung. Rundgespräche der Kommission für Ökologie, Band 33. München: Dr. Friedrich Pfeil, 2007. ISBN 978-3-89937-078-2, Preis: 25 Euro.
Kontakt:
Dr. Ellen Latzin
Pressereferentin der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
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