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„Ein genialer Grenzgänger“
Die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen würdigte Carl Friedrich von Weizsäcker in einer öffentlichen Gedenkfeier


GÖTTINGEN. Carl Friedrich von Weizsäcker war „ein genialer Grenzgänger“. Mit diesen Worten beschrieb Klaus-Peter Lieb, Professor der Experimentalphysik und Mitglied der Akademie, den Physiker und Philosophen. Und weil Carl Friedrich von Weizsäcker ein genialer Grenzgänger war, haben es gleich zwei Professoren auf der öffentlichen Gedenkfeier der Akademie in der Aula der Georg-August-Universität Göttingen unternommen, das Lebenswerk des am 28. April 2007 im Alter von 94 Jahren verstorbenen Gelehrten zu beschreiben.

Lieb räumte ein, einem so vielseitig begabten Menschen wie Weizsäcker nicht in allen Facetten gerecht werden zu können. In seinem Vortrag stellte er ebenso sachlich wie akribisch dessen Beiträge zur Entwicklung der Physik auf den Gebieten der Kernphysik und der Astronomie dar wie auch seine philosophischen Ansätze zum Verständnis der Quantenmechanik.

Weizsäcker studierte Physik, Astronomie und Mathematik in Berlin, Göttingen und Leipzig. In Göttingen übernahm er 1946 eine Abteilung des Max-Planck-Instituts für Physik und wurde 1950 Honorarprofessor an der Universität. Als 1957 die Ausrüstung der Bundeswehr mit taktischen Atomwaffen erwogen wurde, formulierte er zusammen mit Otto Hahn und anderen Kernforschern das aufsehenerregende Manifest der Göttinger Achtzehn.

Als „ganz ungewöhnlichen Mann“ schilderte auch Günther Patzig, Professor der Philosophie und Mitglied der Göttinger Akademie, Weizsäcker, und zwar nicht nur deshalb, weil dieser mit 37 Jahren ungewöhnlich jung in die Akademie gewählt worden sei. Patzig wies darauf hin, dass Weizsäckers philosophische Schriften in der Politik intensiver diskutiert worden seien als in der Wissenschaft. Er erinnerte auch an weitere Fähigkeiten Weizsäckers. So habe er besonderes Talent bei Denksportaufgaben und beim Dichten in Schüttelreimen bewiesen. (al.)

Kontakt:

Ulla Deppe / Adrienne Lochte
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen
Theaterstraße 7
37073 Göttingen
Tel.: 0551 / 39 53 38
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