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MAINZ. Bereits 30 Jahre vor Goethes italienischer Reise machte sich der Dichter Wilhelm Heinse (1746-1803) auf den Weg in den Süden. Von dort brachte der Vorleser und Hofbibliothekar des Kurfürsten und Erzbischofs von Erthal in Mainz nicht nur das Material zu seinem Roman „Ardinghello“ mit der erste Künstler- und Renaissanceroman der europäischen Literatur sorgte u.a. wegen seiner erotischen Szenen für einen Skandal sondern es entstanden auch umfangreiche Aufzeichnungen und Briefe. Sie galten mit ihrer Sprachgewalt und Lebendigkeit bisher als Geheimtipp und wurden nun erstmals vollständig ediert. Friedhelm Ptok und Markus Bernauer lesen am 11. Dezember 2007 Auszüge aus dem Band „Wilhelm Heinse Der andere Klassizismus“.
Wie wenige andere Dichter war Heinse, der Übersetzer von Ariost und Tasso, mit der italienischen Sprache und Literatur vertraut. Seine frischen Beschreibungen der großen Kunstwerke Italiens, seine Beschäftigung mit der italienischen Oper (woraus der zweite Roman entstand) und seine spitze Feder gegen die christlich-katholische Zivilisation machen seine Italienreise zu einer der literarisch bedeutendsten überhaupt.
Rechtzeitig vor der Frankfurter Buchmesse sind die Vorträge des Internationalen Wilhelm Heinse-Symposiums, das die Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz aus Anlass des 200. Todestages veranstaltet hatte, im Wallstein Verlag, Göttingen, erschienen: „Wilhelm Heinse Der andere Klassizismus“, herausgegeben von Markus Bernauer und Norbert Miller.
Am 11. Dezember 2007, 19 Uhr, wird der Band im Rahmen einer öffentlichen Lesung im Erthaler Hof, Mainz, vorgestellt. Friedhelm Ptok und Markus Bernauer lesen aus Wilhelm Heinses italienischen Aufzeichnungen und Briefen. Die Veranstaltung wurde in Zusammenarbeit mit der Stadt Mainz und der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE), Mainz organisiert. (pp)
Kontakt:
Petra Plättner
Referentin der Klasse der Literatur der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz
Geschwister-Scholl-Str. 2
55131 Mainz.
Tel.: 06131/577102.
Petra.Plaettner@adwmainz.de,
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