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HAMBURG. Lange vor der Globalisierung waren die „Kleinen Fächer“ bereits groß. In Hamburg sind einige von ihnen älter als die Universität und rechtfertigten deren Gründung. Die in der Hansestadt besonders intensiv geführte Diskussion um die Zukunft der „Kleinen Fächer“ nimmt die Akademie der Wissenschaften in Hamburg daher zum Anlass, ihnen die „Akademievorlesungen“ im Wintersemester 2007/2008 zu widmen. Unter dem Titel „Ich seh’ dir in die Augen, KLEINES Über große Themen kleiner Fächer“ werden exemplarisch drei Orchideenfächer vorgestellt keineswegs im Sinne einer Liebeserklärung zum Abschied, wohl aber als Versuch, die Leistung der „Kleinen Fächer“ stärker ins Bewusstsein zu rufen.
Die Vorlesungen finden einmal pro Monat an einem Donnerstag, 19 Uhr, in den Baseler Hof Sälen (Esplanade 15/16, Hamburg) statt. Um Anmeldung unter der E-Mail-Adresse veranstaltungen@awhamburg.de wird gebeten.
13. Dezember 2007: Professor Dr. Luca Giuliani, Berlin
Der Große Kameo von Frankreich und seine verhängnisvolle Wirkung: Bruchstücke eines antiken Kriminalstücks
Das Prunkstück aus dem Pariser Cabinet des Medailles trägt seinen Namen zu Recht, handelt es sich doch um den größten Kameo, der je hergestellt worden ist. Der unermesslich kostbare Streifenachat gehört zu den seltenen Preziosen der imperialen römischen Schatzkammer, die uns aus der Antike erhalten geblieben sind. Seine Ikonographie erlaubt eine exakte Datierung in die Regierungszeit des Tiberius, vor allem aber liefert sie die Grundlage, um weitere Fragen zu stellen: Mit welcher Absicht ist der Stein in Auftrag gegeben worden? Und zu welchen politischen Folgen hat das geführt?
Professor Dr. Luca Giuliani lehrte Klassische Archäologie an der Universität München und ist seit April 2007 Rektor des Wissenschaftskollegs zu Berlin.
10. Januar 2008: Professor Dr. Annette Zgoll, Göttingen
Verliebt in einen Giganten: Vom Zauber der Altorientalistik
Rund 3000 Jahre Hochkulturen am Anfang der Geschichte bieten der Forschung immer neue Rätsel und Aufgaben: Keilschrifttexte zu allen Bereichen des Lebens und der Kultur warten auf ihre Entzifferung und Aufschlüsselung für unser eigenes kulturelles Gedächtnis. Neue Ausgrabungen bringen ständig weiteres Material dazu und lassen die Altorientalistik zu einem unerschöpflichen und faszinierenden Arbeitsfeld werden.
Professor Dr. Annette Zgoll ist Inhaberin einer von der VolkswagenStiftung geförderten Christian-Gottlob-Heyne-Professur für Altorientalistik an der Universität Göttingen.
7. Februar 2008: Professor Dr. Angelika Neuwirth, Berlin
Der Koran aus europäischer Perspektive. Ein Dokument der pluri-kulturellen Spätantike in arabischem Gewand
Der Koran ist die Grundurkunde des Islam, er ist zugleich aber auch Teil unserer Kirchengeschichte (A. v. Harnack) er kann also islamisch und europäisch gelesen werden. Durch eine „europäische Lektüre“ soll die Genese des Koran aus einem Kommunikationsprozess beleuchtet werden, in den verschiedene Gesprächspartner der Spätantike involviert waren. Diese Rückverortung des Koran in sein kulturelles Entstehungsmilieu nähert ihn den kanonischen Schriften des Judentums und des Christentums an und lässt uns gleichzeitig entscheidende neue theologische und hermeneutische Weichenstellungen klarer erkennen.
Professor Dr. Angelika Neuwirth lehrt Arabistik an der Freien Universität Berlin und beschäftigt sich in ihrer wissenschaftlichen Arbeit intensiv mit dem Koran und seiner Exegese. Sie leitet das Projekt „Corpus Coranicum“ der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.
Kontakt:
Dr. Annette Wiesheu
Referentin für Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit der Akademie der Wissenschaften in Hamburg Edmund-Siemers-Allee 1
20146 Hamburg.
Tel.: 040 / 42 94 86 69 20
annette.wiesheu@awhamburg.de.
www.awhamburg.de
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