Neues Förderprogramm: die „Akademiekonferenzen für den wissenschaftlichen Nachwuchs“

Seit 2007 gibt es an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften ein zweites Programm für junge Forscher

HEIDELBERG. Mit ihren „Akademiekonferenzen für den wissenschaftlichen Nachwuchs“ legte die Heidelberger Akademie der Wissenschaften neben dem seit fünf Jahren existierenden WIN-Programm nun 2007 ihr zweites Programm für Jungforscher auf. „Ziel der Initiative ist es, Gruppen von jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit zu geben, in eigener Regie und Verantwortung eine Konferenz zu einem interdisziplinären Thema zu organisieren“, sagt Prof. Dr.-Ing. Hermann H. Hahn, amtierender Präsident der Heidelberger Akademie. „Mit diesen Konferenzen, von denen zunächst fünf vorgesehen waren, möchte die Akademie bewusst über den Rahmen der üblichen wissenschaftlichen Nachwuchsförderung hinausgreifen.“ Der Wettbewerb um die Fördermittel für fünf Konferenzen war anspruchsvoll, nicht weniger als 21 Anträge gingen nach einer bundesweiten Ausschreibung ein. Nachdem nun drei der fünf Konferenzen mit großem Erfolg veranstaltet wurden, steht fest, dass das Programm 2008 in eine zweite Runde geht.

Die Heidelberger Akademie der Wissenschaften unterstützt die jungen Forscher finanziell und stellt ihnen ihre Infrastruktur zur Verfügung. Die Auswahl des Themas, die Planung des Programms und die Auswahl der Teilnehmer bleiben den jungen Wissenschaftlern freigestellt. Das Themenspektrum der ersten Konferenzen reichte von Fragen der Umweltökonomie („Wasser – Konfliktstoff des 21. Jahrhunderts“, so der Titel der ersten Konferenz im Juni in Freiburg) über sozioökonomische Themen („European Business and Economic Ethics“) bis hin zu politischen Fragestellungen oder Philologie und Philosophie. Dass das neue Konzept tatsächlich den Bedürfnissen der Nachwuchsforscher entspricht, legt eine unerwartete Evaluation der Akademie als Partner durch die Teilnehmer der zweiten Konferenz nahe: Die Qualität des Konferenzmanagements beurteilten von 16 Befragten 13 mit sehr gut und drei mit gut. Dies ist insofern erfreulich, als sich in den letzten Jahren neben interdisziplinärer Forschung die gezielte Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses zu einem Hauptanliegen der baden-württembergischen Landesakademie entwickelt hat.

Aktuell fand in Heidelberg vom 21. bis 23. November die Nachwuchskonferenz „Diktaturüberwindung in Europa: Neue nationale und transnationale Perspektiven“ statt. Die Tagung wurde von fünf jungen Wissenschaftlerinnen des Graduiertenkollegs zur Zeitgeschichte „Diktaturüberwindung und Zivilgesellschaft“ organisiert. Im Fokus der Konferenz stand Europas Umgang mit seiner diktatorischen Vergangenheit. „Diese wird nicht länger nur national verhandelt: Zunehmend findet eine Auseinandersetzung um die Geschichte des Nationalsozialismus, des Faschismus und des Kommunismus auf transnationaler Ebene statt“, sagt Birgit Hofmann, eine der Organisatorinnen der Konferenz. „Diese Prozesse legen geschichtspolitische Demarkationslinien frei: Vielfach war schon von einem gespaltenen Gedächtnis Europas entlang der Erinnerung an den Holocaust einerseits und an den Gulag andererseits die Rede.“ Diktaturüberwindung werde so zu einer vitalen Frage in der Schaffung und Gestaltung europäischer Identität. Diese neuen Perspektiven und Konfliktfelder der europäischen Aufarbeitung von Diktaturen wurden im Zuge der dreitägigen Konferenz von Nachwuchswissenschaftlern und renommierten Experten gemeinsam analysiert. Die Ergebnisse der Konferenz werden mit Unterstützung der Akademie publiziert.

Kontakt:

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Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Heidelberger Akademie der Wissenschaften
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