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Datum: 05. Dezember 2007
Nummer: 02-2007
Editorial
Liebe Leserin, lieber Leser,
mit der Aufnahme des umfangreichen, alle Wissenschaftsdisziplinen umfassenden Briefwechsels von Gottfried Wilhelm Leibniz in das UNESCO-Register des Weltdokumentenerbes rückt ein Vorhaben in das Licht der Öffentlichkeit, das seit 1923 eher im Verborgenen geblüht hat: die Herausgabe sämtlicher Schriften und Briefe des Universalgelehrten durch die Berlin-Brandenburgische und die Göttinger Akademie der Wissenschaften im Rahmen des Akademienprogramms.
Aus dieser Publikationsserie des gesamten mehrsprachigen Leibniz-Nachlasses, der sich größtenteils in der Niedersächsischen Landesbibliothek Hannover befindet, sind in den letzten 21 Jahren, betreut von der Leibniz-Forschungsstelle Münster, dem Leibniz-Archiv Hannover und den Leibniz-Editionsstellen Potsdam und Berlin, 25 Bände erschienen, darunter 16 Briefwechsel-Bände aus einer Korrespondenz von 15.000 Briefen mit über 1000 Adressaten aus Wissenschaft, Kultur, Religion und Politik.
Mit jedem neu erscheinenden Band dieser „Akademie-Ausgabe“ entsteht aus den Umrissen des Leibniz’schen Gesamtwerks, wie es bisher in zahlreichen Einzeleditionen Gestalt gewonnen hat, allmählich das Kolossalgemälde der grandiosen Lebensleistung eines europäischen Geistes von unerschöpflicher Schaffenskraft. Leibniz war nicht nur in allen damals bekannten Fachrichtungen zu Hause, sondern gehörte auch zu den führenden Gelehrten auf diesen Gebieten und hat sie nicht selten durch epochale Erfindungen erheblich gefördert und vorangebracht. Als Entdecker des binären Zahlensystems, wonach jede Zahl aus 0 und 1 zusammengesetzt werden kann, war er ein Pionier der modernen Computertechnik. Auch das Akademie-Konzept geht auf Leibniz zurück und fand in der Gründung der Preußischen Akademie der Wissenschaften von 1700 sichtbaren Ausdruck.
Ich wünsche Ihnen viel Freude und ein wenig von Leibnizens Neugier bei der Lektüre dieses Newsletters.
Ihr
Prof. Dr. Hans-Peter Schneider
Gottfried-Wilhelm-Leibniz Universität Hannover
Inhalt:
Kommentar zur Nationalakademie
Forschung aktuell
Kurz notiert
Termine
Neu erschienen
Personalia
Impressum
Verwirrung um die Nationalakademie
BERLIN. Es war an einem Freitag morgen, als die Bundesministerin für Bildung und Forchung, Dr. Annette Schavan, einen ziemlich großen Stein ins Wasser warf. Sie erklärte einem Rundfunksender, dass sie eine Entscheidung getroffen habe. Sie wolle, dass die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina die künftige Deutsche Akademie der Wissenschaften, also die bereits seit langem im Gespräch befindliche Nationalakademie Deutschlands, werde. Damit brach die Ministerin abrupt einen weitgehend abgeschlossenen Verhandlungsprozess zwischen ihr, den sechzehn Wissenschaftsministern der Länder, der Leopoldina, acatech, der Akademienunion und den in der Allianz zusammengeschlossenen Forschungs- und Forschungsfördereinrichtungen ab. Einen Verhandlungsprozess, der lange gedauert hatte und mühsam für alle Beteiligten gewesen war, in dessen Verlauf es aber zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik gelungen war, eine Einigung der unterschiedlichen Partner auf eine gemeinsame Lösung herbeizuführen.
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Geistiger Denkmalschutz
Leibniz’ Denken ist noch heute aktuell. Doch solange sein Nachlass nicht vollständig ediert ist, bleiben manche seiner Ideen in Stapeln alter Papiere verborgen.
HANNOVER. Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) hinterließ mit 200.000 vielsprachigen Manuskriptblättern einen der größten und bedeutendsten Gelehrten-Nachlässe weltweit. Vier Arbeitsstellen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften edieren diesen Nachlass für eine historisch-kritische Gesamtausgabe. Das Mammutprojekt wurde im Jahr 2007 mit 1.565.000 Euro aus dem Akademienprogramm gefördert und ist damit der größte Posten im gemeinsamen Forschungsprogramm der deutschen Wissenschaftsakademien.
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„Wer mich nur aus meinen veröffentlichten Schriften kennt, kennt mich nicht“
Der Briefwechsel des Universalwissenschaftlers Leibniz ist ein bedeutendes Zeugnis der europäischen Gelehrtenrepublik im Übergang vom Barock zur frühen Aufklärung. Nun wird er Teil des UNESCO-Weltdokumentenerbes.
HANNOVER. Als das internationale Beraterkomitee für das UNESCO-Programm „Memory of the World“ entschied, den Briefwechsel von Leibniz in das Weltdokumentenerbe aufzunehmen, freute man sich in Hannover an gleich zwei Stellen. Zum einen in der „Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Bibliothek“, wo der Nachlass des Universalgelehrten aufbewahrt wird, zum anderen im Leibniz-Archiv, das in demselben Hause angesiedelt ist. Das Leibniz-Archiv ist gleichzeitig eine von vier Arbeitsstellen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, die gemeinsam den riesigen Nachlass von Leibniz für die Nachwelt erschließen. Auch die Briefe sind Teil der Leibniz-Edition, sie werden von der Göttinger Akademie veröffentlicht. Die einzigartige Bedeutung dieser Briefe für die Geistes-, Wissenschafts- und Kulturgeschichte Europas und der westlichen Welt wird nun durch die UNESCO gewürdigt. Die UNESCO-Urkunde soll im nächsten Jahr feierlich übergeben werden.
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Gedankengänge und Geheimaktionen
Die Welfengeschichte solle er endlich schreiben, meinte Leibniz’ Arbeitgeber, der Kurfürst von Hannover. Was Leibniz tatsächlich beschäftigte, erfahren erst die Leser der Leibniz-Edition.
HANNOVER. Leibniz veröffentlichte nur einen kleinen Teil seiner Ideen, ein endgültiges Hauptwerk gibt es bei ihm nicht. Denn der selbstkritische Geist war nie zufrieden mit dem, was er zu Papier brachte. Er entwickelte seine Gedanken zum Teil über Jahrzehnte weiter, ergänzte und korrigierte sie immer wieder. Vor allem jedoch schrieb er alles auf und gewährt dem heutigen Leser der über das Akademienprogramm geförderten Leibniz-Edition damit das Privileg, in die Werkstatt eines Universalgelehrten zu schauen.
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Ein Nachlass von Weltrang
Der Kulturaustausch mit China war bereits Leibniz ein Anliegen. In der Potsdamer Leibniz-Edition wird dieser nun ganz konkret: Sie wird von einem chinesischen Wissenschaftler geleitet.
POTSDAM. Nicht erst seit der Aufnahme ins Weltdokumentenerbe ist das internationale Interesse an Leibniz’ Nachlass groß. Die deutsche Leibniz-Ausgabe ist die historisch-kritische Textgrundlage für die Leibniz-Forschung weltweit und gilt als Mutter vieler nationalsprachlicher Editionen: Die zehnbändige japanische Leibniz-Ausgabe beruht auf der so genannten Akademie-Ausgabe, ebenso The Yale Leibniz in den USA. Eine spanische und eine chinesische Ausgabe von 19 bzw. 12 Bänden sind in Vorbereitung. Dass die vier Arbeitsstellen der innerhalb des Akademienprogramms herausgegebenen Leibniz-Edition in Deutschland international und universitär vernetzt sind, versteht sich daher von selbst. Ein Gespräch mit dem Philosophen Wenchao Li, Leiter der Leibniz-Edition Potsdam.
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Gestatten: Leibniz
Wir konnten Ihnen nur einen kleinen Ausschnitt von Leibniz’ Kosmos vorstellen. Falls Sie tiefer eintauchen möchten, um sich eine eigene Meinung zum Wirken dieses Gelehrten zu bilden oder um mehr über die Edition seines Nachlasses zu erfahren, dann finden Sie hier Hinweise auf Publikationen, Internetadressen und Veranstaltungen. Es blieben dennoch Fragen offen? Ausgewiesene Leibniz-Experten beantworten sie gern.
Kurz notiert
Der Mensch und seine Kultur
Die neuen Projekte im Akademienprogramm stellen sich vor
MAINZ. Insgesamt sieben positiv evaluierte Forschungsprojekte aus Geschichte, Linguistik, Philosophie, Paläoanthropologie, Musikwissenschaften und Theologie werden 2008 in das Akademienprogramm aufgenommen. Wie auf der Sitzung der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (BLK) am 19. November 2007 beschlossen wurde, stehen für die neuen Projekte 2,44 Millionen Euro zur Verfügung, der gesamte Haushalt des Akademienprogramms wird 2008 bei 45,9 Millionen Euro liegen. Davon werden insgesamt 157 Vorhaben in 202 Arbeitsstellen finanziert.
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Wissen für künftige Generationen sichern
Die Arbeitsgruppe „Elektronisches Publizieren“ der Akademienunion veranstaltete in Kooperation mit der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin den Workshop „Digitale Editionen“.
BERLIN. Wertvolle Wissensspeicher wie die Editionen und Wörterbuchprojekte der Akademien der Wissenschaften sollen möglichst vielen Menschen digital zugänglich gemacht werden. Gleichzeitig muss die elektronische Speicherung hard- und softwareneutral geschehen, so dass die erarbeiteten Daten und Recherchemöglichkeiten auch künftigen Generationen noch etwas nützen. Rund 100 Experten aus zahlreichen Akademievorhaben und im EDV-Einsatz führenden Projekten aus Universitäten und Forschungsinstituten trafen sich daher vom 15. bis zum 17. Oktober 2007 in Berlin zu einem Workshop „Digitale Editionen“.
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Nobelpreis für Chemie an Gerhard Ertl
Die Akademie als Ort exzellenter Forscher 78 Nobelpreisträger zählt die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften in ihrer Geschichte
BERLIN. Die Königliche Schwedische Akademie der Wissenschaften hat den diesjährigen Nobelpreis für Chemie an den Berliner Forscher Prof. Dr. Gerhard Ertl verliehen. Ertl ist Gründungsmitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Direktor emeritus am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft und Honorarprofessor an der Freien Universität Berlin, der Technischen Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin. Der Preis wurde ihm für seine grundlegenden Arbeiten innerhalb der Oberflächenchemie verliehen. Ende Oktober lud die Berlin-Brandenburgische Akademie zu einem Empfang zu Ehren des Nobelpreisträgers.
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Wege der Forschung in der Medizin
Wie sich Gedankenblitze in der Forschung ihren Weg bahnen, beleuchteten Wissenschaftler während der Göttinger Akademiewoche
GÖTTINGEN. Egal, ob es um Hirnforschung, Stammzelltherapien oder schlagendes Herzgewebe aus dem Reagenzglas geht die Forschung in der Medizin steht vor besonderen Herausforderungen. Diese aufzuzeigen und für Bedingungen einzutreten, unter denen sie gedeihen kann, war das Anliegen der Göttinger Akademie in der nunmehr zum dritten Mal gemeinsam mit der Stadt veranstalteten Akademiewoche 2007. In Vorträgen berichteten Mitglieder der Akademie über ihre Arbeiten, die in den von ihnen geleiteten Kliniken und Laboratorien in Universitäten oder Max Planck-Instituten entstanden sind..
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Neues Förderprogramm: die „Akademiekonferenzen für den wissenschaftlichen Nachwuchs“
Seit 2007 gibt es an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften ein zweites Programm für junge Forscher
HEIDELBERG. Mit ihren „Akademiekonferenzen für den wissenschaftlichen Nachwuchs“ legte die Heidelberger Akademie der Wissenschaften neben dem seit fünf Jahren existierenden WIN-Programm nun 2007 ihr zweites Programm für Jungforscher auf. „Ziel der Initiative ist es, Gruppen von jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit zu geben, in eigener Regie und Verantwortung eine Konferenz zu einem interdisziplinären Thema zu organisieren“, sagt Prof. Dr.-Ing. Hermann H. Hahn, amtierender Präsident der Heidelberger Akademie. „Mit diesen Konferenzen, von denen zunächst fünf vorgesehen waren, möchte die Akademie bewusst über den Rahmen der üblichen wissenschaftlichen Nachwuchsförderung hinausgreifen.“ Der Wettbewerb um die Fördermittel für fünf Konferenzen war anspruchsvoll, nicht weniger als 21 Anträge gingen nach einer bundesweiten Ausschreibung ein. Nachdem nun drei der fünf Konferenzen mit großem Erfolg veranstaltet wurden, steht fest, dass das Programm 2008 in eine zweite Runde geht.
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Termine
Vom wahren Leben
Aus Wilhelm Heinses italienischen Aufzeichnungen und Briefen: Öffentliche Lesung mit Friedhelm Ptok
MAINZ. Bereits 30 Jahre vor Goethes italienischer Reise machte sich der Dichter Wilhelm Heinse (1746-1803) auf den Weg in den Süden. Von dort brachte der Vorleser und Hofbibliothekar des Kurfürsten und Erzbischofs von Erthal in Mainz nicht nur das Material zu seinem Roman „Ardinghello“ mit der erste Künstler- und Renaissanceroman der europäischen Literatur sorgte u.a. wegen seiner erotischen Szenen für einen Skandal sondern es entstanden auch umfangreiche Aufzeichnungen und Briefe. Sie galten mit ihrer Sprachgewalt und Lebendigkeit bisher als Geheimtipp und wurden nun erstmals vollständig ediert. Friedhelm Ptok und Markus Bernauer lesen am 11. Dezember 2007 Auszüge aus dem Band „Wilhelm Heinse Der andere Klassizismus“.
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Die virtuelle Seidenstraße
Älteste Handelsverbindung der Erde wird in Heidelberger Ausstellung präsentiert
HEIDELBERG. Wenn 2016 der geplante Mammutstaudamm am Oberen Indus fertig ist, hat der Norden Pakistans zwar genügend Strom, gleichzeitig aber versinken 90 Prozent der wichtigsten Felsbildgalerien am Karakorum Highway in den Fluten. Mehr als 10.000 Jahre alte Zeichnungen sind bereits durch die Bauarbeiten bedroht. Die Heidelberger Forschungsstelle „Felsbilder und Inschriften am Karakorum Highway“ versucht derweil zu retten, was zu retten ist. Sie dokumentiert die archäologischen Denkmäler im pakistanischen Hochgebirge und fertigt unter anderem dreidimensionale Laserscans an, die später als Grundlage für Repliken der verlorenen Felsbilder dienen können. Am Donnerstag, den 13. Dezember 2007 präsentiert die Forschungsstelle nun von 10 bis 17 Uhr in den Räumen der Heidelberger Akademie der Wissenschaften ihre Arbeit. Zusammen mit dem Projekt „Buddhistische Steinschriften in China" des Balzan-Preisträgers Lothar Ledderose haben die Mitarbeiter eine Ausstellung mit Videopräsentation „Die virtuelle Seidenstraße“ erarbeitet. Sie zeigt, dass die Seidenstraße nicht nur eine Handelsroute war. Über diesen Weg gelangte auch der Buddhismus nach China. Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und der Initiative „Deutschland Land der Ideen“.
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„Ich seh’ Dir in die Augen, KLEINES“
Die Hamburger Akademievorlesungen 2007/ 2008 widmen sich den großen Themen kleiner Fächer
HAMBURG. Lange vor der Globalisierung waren die „Kleinen Fächer“ bereits groß. In Hamburg sind einige von ihnen älter als die Universität und rechtfertigten deren Gründung. Die in der Hansestadt besonders intensiv geführte Diskussion um die Zukunft der „Kleinen Fächer“ nimmt die Akademie der Wissenschaften in Hamburg daher zum Anlass, ihnen die „Akademievorlesungen“ im Wintersemester 2007/2008 zu widmen. Unter dem Titel „Ich seh’ dir in die Augen, KLEINES Über große Themen kleiner Fächer“ werden exemplarisch drei Orchideenfächer vorgestellt keineswegs im Sinne einer Liebeserklärung zum Abschied, wohl aber als Versuch, die Leistung der „Kleinen Fächer“ stärker ins Bewusstsein zu rufen.
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Wovon träumen wir?
Noch bis zum 31. Dezember 2007 wartet die Junge Akademie auf Antworten
BERLIN. Akademische Preisfragen sind Kinder der Aufklärung. Keine Akademie, die etwas auf sich hielt, versäumte es im 18. Jahrhundert, einem gebildeten Publikum Fragen der Zeit zu stellen. Die Junge Akademie ist neugierig und will mit ihrer siebten Preisfrage den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft weiter anfachen. Sie fragt in diesem Jahr: „Wovon träumen wir?“ Noch bis zum 31. Dezember 2007 kann jeder, der sich dazu berufen fühlt, auf die Preisfrage antworten. Für die beste Idee winken 5000 Euro.
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Kluge Köpfe gesucht
Ausschreibung zum Heidelberger Akademie-Kolleg „Wissenschaftlicher Nachwuchs“ (WIN-Kolleg): Frist für Projektskizzen endet am 31. Dezember 2007
HEIDELBERG. Junge Wissenschaftler sind erneut eingeladen, sich an der Ausschreibung zum Heidelberger Akademie-Kolleg „Wissenschaftlicher Nachwuchs“ (WIN-Kolleg) zu beteiligen. Die Heidelberger Akademie der Wissenschaften fördert seit mehr als fünf Jahren herausragende Nachwuchsforscher in Baden-Württemberg und darüber hinaus, die sich in fachübergreifenden Forschungsprojekten zu Arbeitsgruppen zusammenfinden, indem sie ihnen finanzielle Unterstützung und wissenschaftliche Beratung bietet. Bisher wurden und werden insgesamt zehn Forschungsgruppen in den drei Themenschwerpunkten „Gehirn und Geist“, „Kulturelle Grundlagen der europäischen Einigung“ und „Der menschliche Lebenszyklus biologische, gesellschaftliche, kulturelle Aspekte“ gefördert. Die Akademie finanziert für jede Gruppe bis zu drei Mitarbeiterstellen sowie die notwendigen Sachausgaben.
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Wissenschaftliche Politikberatung
Berliner Akademievorlesungen 2007/08 zeigen Eckpunkte „guter Praxis“
BERLIN. Der Beitrag der Wissenschaft ist für die Gestaltung verantwortungsvoller und nachhaltiger Politik unverzichtbar. Allerdings haben Ereignisse wie die BSE-Krise, die Kontroverse um die Freisetzung genetisch modifizierter Organismen oder öffentlich gewordene Skandale wissenschaftlichen Fehlverhaltens das Vertrauen in eine autonome und integre Wissenschaft erschüttert. Die Öffentlichkeit, die Politik und die organisierte Zivilgesellschaft fordern daher zunehmend eine stärkere Kontrolle der Wissenschaft. Wie man wissenschaftliche Politikberatung in diesem Spannungsfeld demokratisch und sachlich verantwortlich ausgestalten kann, soll nun in den Akademievorlesungen 2007/ 2008 der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften beleuchtet werden.
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Zwischen Kunst und Wissenschaft
Salon Sophie Charlotte 2008: Das Zentrum „Preußen-Berlin“ stellt sich vor
BERLIN. Die erste Königin Preußens, Sophie Charlotte, wäre wohl erfreut gewesen: Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften hat nicht nur ein Zentrum „Preußen-Berlin“ errichtet. Im nach ihr benannten Salon Sophie Charlotte stellen sich im Januar 2008 auch die am Zentrum beteiligten Vorhaben einer breiteren Öffentlichkeit vor. Am 19. Januar 2008 ab 18 Uhr wird die Akademie am Berliner Gendarmenmarkt dann wieder ein Ort der vergnüglichen Begegnung zwischen Kunst und Wissenschaft.
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Veranstaltungskalender
In einer Vielzahl von Vorträgen, Symposien und Ausstellungen stellen Ihnen die Akademien der Wissenschaften ihre Arbeit vor. Manche sind eher für ein Fachpublikum geeignet oder nur mit Einladung zugänglich, andere sprechen die breite Öffentlichkeit an. Wenn Sie Fragen zu einer Veranstaltung haben oder als Medienvertreter bzw. interessierter Zuhörer teilnehmen möchten, wenden Sie sich bitte an die entsprechende Akademie. Die Kontaktadressen finden Sie am Ende des Kalenders.
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Neu erschienen
Was ist Wahrheit? Was ist Glück?
3670 philosophische Begriffe erschließt das „Historische Wörterbuch der Philosophie“. Die 13 Bände liegen nun vollständig vor.
MAINZ. Der „Schlussstein“ ist gesetzt. Mit dem Erscheinen des 13. Bandes, dem Registerband und einer digitalen Ausgabe ist das „Historische Wörterbuch der Philosophie“ abgeschlossen. Es schreibt eine Geschichte der philosophischen Begriffe, dokumentiert ihren Bedeutungswandel in den verschiedenen Epochen und zeigt damit, wie Begriffe unsere Sicht auf die Welt prägen. Diese unter der Verantwortung der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz, herausgegebene Begriffsarchäologie ist eines der bedeutendsten, aufwändigsten und auch erfolgreichsten Buchprojekte der modernen deutschsprachigen Geisteswissenschaften. Mehr als 1500 Fachgelehrte aus aller Welt haben an diesem Werk mitgewirkt. Die Textbände 1-12 umfassen in 17.144 Textspalten ca. 6000 Artikel und Artikelteile zu 3670 philosophischen Begriffen von „Abbildtheorie“ bis „Zynismus“.
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Von antiken Denkmälern
Zwei neue Bände der historisch-kritischen Ausgabe von Johann Joachim Winckelmanns Werken erschienen
Von Adolf Heinrich Borbein
STENDAL. Johann Joachim Winckelmann (1717-1768) gilt als Begründer der Klassischen Archäologie und der Kunstwissenschaft in Deutschland. Seine in Europa und Nordamerika schon im 18. Jahrhundert weit verbreiteten Schriften zur Kunst der Antike waren Grundtexte der Bewegung des Klassizismus und hatten bis ins 20. Jahrhundert großen Einfluss auf die Wissenschaft wie auf die literarische Kultur. Sein Werk wird durch eine neue, innerhalb des Akademienprogramms herausgegebene Edition für die Forschung erschlossen.
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Ein Stück deutscher Aufklärung
Wissenschaft zu popularisieren ist keine neue Idee. Bereits Gottsched versuchte, das Wissen seiner Zeit möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen
LEIPZIG. Goethe mochte ihn gar nicht und Lessing wetterte, wenn sein Name fiel. Dennoch: Johann Christoph Gottsched (1700-1766) gilt als einer der bedeutendsten Gelehrten der deutschen Frühaufklärung und strebte u.a. als Leipziger Professor für Poesie eine Reform der deutschen Sprache sowie die Erneuerung des deutschen Dramas an. Seine umfangreichen Korrespondenzen und Kontakte belegen etwa 6.000 Briefe von und an Gottsched, die nun in einer historisch-kritischen Edition erschlossen werden. Band eins ist im Sommer 2007 erschienen, Band zwei soll im Frühjahr 2008 folgen. Das Projekt ist an der Sächsischen Akademie der Wissenschaften angesiedelt und wird im Akademienprogramm gefördert. Ein Gespräch mit Arbeitsstellenleiter Prof. Dr. Detlef Döring über einen streitbaren Menschen und unermüdlichen Wissensvermittler.
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Wege und Irrwege der deutschen Rechtschreibreform
Im Umgang mit der Rechtschreibung hat ein Paradigmenwechsel stattgefunden: Statt auf die Lernenden schaut man nun wieder auf die Leser.
BONN. „Der Rat für deutsche Rechtschreibung hat die strittigen Bereiche der seit 1998 in den Schulen eingeführten Reform weitgehend auf den alten Stand zurückgeführt. Die revidierte Reform wurde auch von den Printmedien in allen wesentlichen Punkten übernommen. Damit ist die Gefahr einer Orthographiespaltung nun wohl endgültig gebannt“, schreibt Werner Besch, Professor für Sprache und ältere deutsche Literatur der Universität Bonn. Er vertrat die Akademienunion im Rat für deutsche Rechtschreibung und verschaffte dort den skeptischen Stimmen der Wissenschaftsakademien Gehör. In seiner Schrift „Wege und Irrwege der deutschen Rechtschreibreform“ blickt er nun auf die Arbeit des Rates zurück. Das Schlusskapitel hat er „Aus den Akademien“ in überarbeiteter Form zur Verfügung gestellt.
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Weltbeglückungstheorie
Frisch ediert: Quellen zu den Anfängen der deutschen Sozialpolitik
MAINZ. Das seit vielen Jahren betriebene Editionsvorhaben „Quellensammlung zur Geschichte der deutschen Sozialpolitik“ ist in den letzten Jahren kräftig vorangekommen, vor allem dank der Energien der Sozialhistoriker Hansjoachim Henning, Florian Tennstedt und Wolfgang Ayaß. Von den geplanten fünfunddreißig Bänden sind seit 1982 dreiundzwanzig erschienen, die meisten von ihnen in den letzten zehn Jahren. Quelleneditionen sind mühsam und finden oft auch nicht genügend öffentliche Anerkennung. Alle benutzen sie, aber nur wenige möchten sich dieser Kärrnerarbeit selbst verschreiben. Im neuesten Band geht es nun um die öffentliche Debatte der „Sozialen Frage“ in den beiden Jahrzehnten zwischen der Gründung des Norddeutschen Bundes und dem eigentlichen Beginn der staatlichen Sozialpolitik im Jahre 1881.
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Gendiagnostik in Deutschland: Status quo und Problemerkundung
Dritter Ergänzungsband zum Gentechnologiebericht erschienen
BERLIN. Die vollständige Sequenzierung des Genoms eines Menschen für 1000 US-Dollar scheint in den nächsten fünf bis zehn Jahren möglich. Vor diesem Hintergrund sind Qualitätssicherung und die Schaffung von Regelungen im Umgang mit genetischen Daten die zentralen Stichworte der aktuellen Diskussion um die Gendiagnostik in Deutschland. Nach dem Bericht der Arbeitsgruppe Gentechnologiebericht der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften bedarf es vor allem der Einführung von europäischen und bundesdeutschen Qualitätssicherungssystemen.
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Martin Bucer: Neue Bände werfen Licht auf einen alten Streit
Im Dezember macht die Bucer-Edition einen regelrechten Sprung vorwärts. Es werden drei neue Bände der Öffentlichkeit präsentiert.
HEIDELBERG / EMDEN. Die Edition des umfangreichen Werkes von Martin Bucer (1491-1551) ist für die gesamte Epoche der Reformation eines der wichtigsten Vorhaben, da dieser Straßburger Theologe, Kirchenmann und Politiker zu den wirkungsmächtigen Persönlichkeiten der deutschen wie der europäischen Reformationsgeschichte zählt. Von der historisch-kritischen Ausgabe der Deutschen Schriften Martin Bucers, mit der sich die Heidelberger Akademie der Wissenschaften seit 1980 befasst, sind bisher 15 Bände erschienen. Nun folgen gleich drei weitere: Sie gewähren einen unter anderem Einblick in die Religionsgespräche zwischen Katholiken und Protestanten der Jahre 1541 bis 1542 (Bucers Deutsche Schriften 9,2) und werden Bucers umfangreiche „Beständige Verantwortung“ zur Kölner Reformation vom Januar 1545 erstmals in einer kritischen Edition der Öffentlichkeit zugänglich machen (BDS 11,3). Auch auf den Rechtsstreit zwischen dem Kaiser und den evangelischen Ständen über die umstrittene Frage nach dem rechtmäßigen Besitz der Kirchengüter (BDS 12) wird ein erhellendes Licht geworfen.
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Mit Rat und Tat: Was ist gute Politikberatung?
Neue Ausgabe der „Gegenworte“ erschienen
BERLIN. Der Bedarf an wissenschaftlicher Politikberatung wächst und die Frage nach der Güte der Beratung wird zunehmend dringlicher. Aus unterschiedlichsten Perspektiven widmen sich daher Wissenschaftler verschiedener Disziplinen sowie Politiker, Wissenschaftsjournalisten und Literaten im soeben erschienenen Heft 18 der „Gegenworte“ (Herbst 2007) diesem Problem. Die neue Ausgabe ist überschrieben mit dem Titel „Rat und Tat Politikberatung im Spannungsfeld von Wissenschaft, Politik und Gesellschaft“. Die „Gegenworte“ werden von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften herausgegeben.
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Klingende Denkmäler
Die musikwissenschaftlichen Gesamtausgaben in Deutschland stellen sich vor - Katalog zur Ausstellung erschienen
MAINZ / BERLIN. Das Bild vom Genie, dem eine höhere Macht Melodien diktiert, hält sich hartnäckig in der Vorstellung der Öffentlichkeit. Doch es ist falsch, wie zahlreiche im Akademienprogramm geförderte musikwissenschaftliche Editionen zeigen. Wie sie den Schaffensprozess eines Komponisten nachvollziehbar machen und wie die moderne Musikphilologie arbeitet, veranschaulichen Musikwissenschaftler nun in der Wanderausstellung „Klingende Denkmäler“. Sie ist derzeit an der Universität Basel zu sehen, begleitend ist jetzt ein Ausstellungskatalog erschienen, der die Faszination editorischer Arbeit begreifbar machen soll von der Quellensuche über die Klärung von Echtheitsfragen bis zur Herausgabe eines möglichst authentischen Notentextes.
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Weitere Publikationen aus den Akademien
Damit Sie sich über die geistes- und naturwissenschaftlichen Forschungsergebnisse der Akademien informieren können, bieten Ihnen die deutschen Akademien der Wissenschaften eine Fundgrube von Publikationen. Manche sind nur für ein Fachpublikum geeignet, andere sprechen die breite Öffentlichkeit an. Eine Auswahl der aktuellen Neuerscheinungen finden Sie hier.
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Mainzer Akademiepräsidentin erhielt Helen-Keller-Prize für Augenheilkunde
Renommierter amerikanischer Wissenschaftspreis ging erstmals an deutsche Forscher
MAINZ. Prof. Dr. Elke Lütjen-Drecoll, Präsidentin der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz, Inhaberin des Lehrstuhls für Anatomie II an der Universität Erlangen-Nürnberg, ist für ihr Lebenswerk mit dem renommierten Helen-Keller-Prize for Vision Research ausgezeichnet worden. Sie erhielt die hohe Ehrung zusammen mit einem weiteren Mitglied der Akademie, Prof. Dr. Johannes Wilhelm Rohen, emeritierter Ordinarius für Anatomie der Universität Erlangen-Nürnberg. Damit geht die hoch angesehene Auszeichnung erstmals an deutsche Wissenschaftler.
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Verdienstorden des Landes Berlin an Günter Stock verliehen
Regierender Bürgermeister würdigte Akademiepräsidenten als „Visionär“
BERLIN. Dem Präsidenten der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Professor Dr. Günter Stock, wurde vom Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, der Verdienstorden des Landes Berlin überreicht in Anerkennung und Würdigung seiner hervorragenden Verdienste um die Stadt Berlin. „Für eine Stadt, die sich vorgenommen hat, die klügsten Köpfe und Talente aus aller Welt anzuziehen, ist es ein immenses Glück, Professor Günter Stock an ihrer Seite zu wissen“, sagte Klaus Wowereit.
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Poetischer Chronist deutscher Zustände
In diesem Jahr wurde zum zehnten Mal der Breitbach-Preis verliehen. Er ging an F.C. Delius.
KOBLENZ. Für sein literarisches Gesamtwerk, insbesondere „für seine nuancierten Psychogramme deutscher Menschen, für die Furchtlosigkeit des Gedankens, für die Musikalität und innovative Kraft seiner Prosa“ wurde in diesem Jahr Friedrich Christian Delius mit dem Joseph-Breitbach-Preis ausgezeichnet. Er sei ein „poetischer Chronist deutscher Zustände, geleitet von unbestechlichem Erkenntnisinteresse und ohne Hochmut“, hieß es in der Begründung der Jury. Der Preis wird von der Akademie der Wissenschaften und Literatur, Mainz, sowie der Joseph-Breitbach-Stiftung vergeben und ist mit 50.000 Euro dotiert.
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Ein Denkmal für die friedliche Revolution
Bundespräsident verlieh den Preis des Historischen Kollegs 2007 an Gerhard A. Ritter. Der Preisträger plädierte für ein nationales Einheits- und Freiheitsdenkmal in Berlin.
MÜNCHEN. Bundespräsident Horst Köhler zeichnete am 9. November 2007 Prof. Dr. Gerhard A. Ritter, em. Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München, in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften mit dem „Preis des Historischen Kollegs“ aus. Der Preis ist mit 30.000 Euro dotiert. In seinem Vortrag im Anschluss an die Preisverleihung bezeichnete Ritter den Fall der Mauer und seine Folgen als „tiefe Zäsur in der europäischen und Weltgeschichte“. Zur Wiedervereinigung habe es „keine politisch realisierbare Alternative“ gegeben, auch wenn im Einzelnen Fehler gemacht worden seien. Er schloss mit der Aufforderung, der friedlichen Revolution von 1989 ein nationales Freiheits- und Einheitsdenkmal auf dem Berliner Schlossplatz zu widmen.
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Neue Akademiemitglieder gewählt
Die Akademien in Berlin, Düsseldorf, Hamburg und Mainz haben hervorragende Gelehrte zu neuen Mitgliedern gewählt. Die Wahl gilt als eine hohe Auszeichnung in der wissenschaftlichen Welt. In der Jungen Akademie wurden exzellente Nachwuchswissenschaftler zugewählt.
Geehrt
Erstmals hauptamtliche Geschäftsführerin an der Göttinger Akademie
GÖTTINGEN. Die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen hat erstmals eine hauptamtliche Geschäftsführerin. Frau Dr. Angelika Schade, zuletzt Kanzlerin an der Fachhochschule im Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Göttingen, hat am 1. Oktober 2007 ihre Arbeit in der Geschäftsstelle der Akademie aufgenommen. Bisher wurden die Aufgaben ausschließlich ehrenamtlich wahrgenommen.
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Impressum
„Aus den Akademien“
wird herausgegeben von der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften
Redaktion:
Myriam Hönig (v.i.S.d.P.), Jana Schlütter
Weitere Autoren dieser Ausgabe:
Prof. Dr. Werner Besch, Prof. Dr. Adolf Heinrich Borbein, Prof. Dr. Herbert Breger, Dr. Gabriele Buschmeier, Prof. Dr. Kurt Gärtner, Dr. Ellen Latzin, Gisela Lerch, Adrienne Lochte, Petra Plättner, Dr. Annette Schaefgen, Dr. Carlo Servatius, Prof. Dr. Hans-Peter Schneider, Dr. Johannes Schnurr, Prof. Dr. Michael Stolleis, Dr. Annette Wiesheu
Technische Betreuung:
Steffen Küpper
Kontakt:
Union der deutschen Akademien der Wissenschaften / Büro Berlin
Markgrafenstraße 37
10117 Berlin
Tel.: 030 325 98 73 72
Fax: 030 325 98 73 73
E-Mail: schluetter@akademienunion-berlin.de
Internet: www.akademienunion.de
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