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ESSEN. Stolz sieht er aus und mächtig, der falkenartige Gott Horus. Wer im ägyptischen Edfu den ihm geweihten Tempel aus der Ptolemäerzeit besucht, steht wie ein Zwerg vor seiner Statue. Seine Geschichte - und die Geschichte des uralten Tempels, der zu den eindrucksvollsten Sakralbauten Ägyptens zählt und als der besterhaltene Tempel der antiken Welt gilt - erzählen die Hieroglyphen an den monumentalen Wänden. Wie diese entziffert werden und was sie uns verraten, können Sie vom 9. bis 15. Juni 2007 Wissenschaftler des Edfu-Projektes fragen. Sie präsentieren sich zusammen mit den Projekten „Byzantinische Rechtsquellen“, „Hethitische Forschungen“ und dem „Mittelhochdeutschen Wörterbuch“ beim Wissenschaftssommer in Essen an dem von der Akademienunion organisierten Gemeinschaftsstand der Akademien „Frühe Schriftzeugnisse - wenn Sprache zur Schrift wird“.
Mithilfe der Sprache verständigen wir uns, erschließen wir uns die Welt, können wir in Kontakt mit unserer Umwelt treten. Allerdings sind mündliche Mitteilungen flüchtig; auch können sie immer nur auf unser direktes Umfeld bezogen sein. Um Mitteilungen dauerhaft festzuhalten oder über größere Entfernungen hinweg zu transportieren, bedürfen wir der Schrift. Das sahen schon unsere Vorfahren so. Die deutschen Akademien der Wissenschaften sind spezialisiert auf die Entschlüsselung, Dokumentation und somit Bewahrung der schriftlichen Zeugnisse unserer Vorfahren. Einen kleinen Teil ihrer Forschungsergebnisse wollen sie im Rahmen des Ausstellungsstandes „Frühe Schriftzeugnisse - wenn Sprache zur Schrift wird“ beim diesjährigen Wissenschaftssommer präsentieren.
Jahrmarkt der Wissenschaften
Auf dem „Jahrmarkt der Wissenschaften“ in Essen können Sie sich täglich über die Projekte im Akademienprogramm sowie über viele weitere Forschungsprojekte informieren und mit den Wissenschaftlern selbst ins Gespräch kommen. Die beteiligten Akademieforscher entziffern unter anderem die Inschriften des ptolemäerzeitlichen Tempels in Edfu, werten die hethitischen Keilschrifttafeln aus, die im türkischen Bogazköy ausgegraben wurden, sammeln und edieren die „Byzantinischen Rechtsquellen“ und erstellen das „Mittelhochdeutsche Wörterbuch“. An dem Gemeinschaftsstand sind die Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz, und die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen beteiligt. Der Wissenschaftssommer wird von Wissenschaft im Dialog (WID) organisiert
Termin
9. bis 15. Juni 2007, Wissenschaftssommer, Jahrmarkt der Wissenschaften im Aktionszelt auf dem Kennedyplatz in Essen. Täglich von 10 bis 19 Uhr, am 9. Juni 2007 von 12 bis 24 Uhr (Lange Nacht der Wissenschaften).
Die gebellte Sprache
Zusätzlich macht sich der Philologe Jürgen Trabant über den Zustand und die Zukunft des Deutschen Gedanken. In einem von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften organisierten Vortrag mit dem Titel „Die gebellte Sprache: Über das Deutsche“ analysiert er das Verhältnis der nationalen Sprache zur internationalen Sprache Englisch und auch das Verhältnis der Nationalsprache als „eingeborener“ Sprache zu den Sprachen der Immigranten.
Termin
10. Juni 2007, Wissenschaftssommer, Aktionszelt II auf dem Kennedyplatz in Essen, 18 bis 19.30 Uhr.
Marmor, Stein und Eisen spricht
Die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften ist mit einer eigenen Ausstellung unter dem Titel „Marmor, Stein und Eisen spricht“ beim Wissenschaftssommer vertreten. Sie stellt die Essener Inschriften vor. Wie Puzzlesteine werden sie in die Stadtgeschichte eingefügt und Besucher zur spielerischen Mitarbeit und Spurensuche angeregt.
Termin
9. bis 15. Juni 2007, Wissenschaftssommer, Dominsel, Burgplatz 2 in Essen. Täglich 10 bis 18 Uhr.
Kontakt
Myriam Hönig
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften, Büro Berlin
Markgrafenstraße 37
10117 Berlin
Tel.: 030 / 325 98 73 70
hoenig@akademienunion-berlin.de
www.akademienunion.de
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