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Den deutschen Wortschatz ergründen
Was machen Geisteswissenschaftler eigentlich genau? Das Schülerlabor gibt Antworten

BERLIN. Die erste Staffel des Schülerlabors Geisteswissenschaften 2007 hat am 21. März 2007 begonnen. Sie trägt den Titel „Die Wörter“. Am Beispiel der an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften betriebenen Wörterbuchvorhaben, insbesondere des Deutschen Wörterbuchs von Jacob und Wilhelm Grimm, können Gymnasiasten die Entstehung eines solchen lexikographischen Nachschlagewerkes von der Belegsammlung bis zur fertigen Lieferung kennenlernen.

Für den Kritiker Marcel Reich-Ranicki ist das Deutsche Wörterbuch „…der interessanteste Roman und das allerwichtigste Buch in deutscher Sprache“. Etwas von dieser Faszination, die von der Beschäftigung mit historischem Sprachmaterial ausgeht, möchte die Akademie den Schülern mit dem Schülerlabor „Die Wörter“ vermitteln. Abschluss und Höhepunkt der Workshops ist die Erstellung eigener kürzerer Artikel zu ausgewählten Stichwörtern aus der aktuell bearbeiteten Liste. Angeleitet und unterstützt von Workshop-Leiterin und Mitarbeitern des Deutschen Wörterbuchs, erfahren die Teilnehmer ganz praktisch, was es heißt, für die Erschließung eines Wortes verantwortlich zu sein. So konnten auch die 20 Zwölftklässler des Canisius-Kollegs in Berlin Ende März im Archiv der Akademie anhand eines Belegzettels einen eigenen Lexikonartikel erarbeiten. Sie lernten damit zugleich ein anregendes geisteswissenschaftliches Tätigkeitsfeld kennen.

Das Deutsche Wörterbuch ist die mit weitem Abstand umfassendste Darstellung des Wortschatzes der deutschen Sprache. Geplant und begonnen von den Brüdern Grimm, wurde das Werk mit rund 350.000 Stichwörtern nach mehr als hundertjähriger Arbeit 1961 fertig gestellt. Da die ersten der insgesamt 33 Bände, die noch von den Grimms bearbeiteten Artikel der Buchstaben A bis F, den Kriterien moderner Wissenschaftlichkeit nicht mehr vollständig genügten, wurde eine Überarbeitung dieses Abschnitts in Angriff genommen. Die Neubearbeitung der Buchstabengruppe A bis C wird gegenwärtig an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften geleistet, die der Buchstaben D bis F an der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.

Neugier und wissenschaftliches Interesse von Jugendlichen stärken

Mit dem im vergangenen Jahr neu entwickelten Format des Schülerlabors Geisteswissenschaften möchte die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften jungen Menschen ein lebendiges Bild geisteswissenschaftlicher Forschung vermitteln. In halbtägigen Workshops haben Schüler die Gelegenheit, grundlegende Arbeitsformen handelnd zu erproben und sich mit der Motivation von Wissenschaftlern vertraut zu machen. Ziel ist es, Neugier und wissenschaftliches Interesse bei den Jugendlichen zu stärken und ihnen im Übergang von der Schule zur Universität eine Orientierung in der Vielfalt der Disziplinen anzubieten.

Als erstes Projekt dieser Art in den Sprach- und Kulturwissenschaften wurde das Schülerlabor Geisteswissenschaften inzwischen vom Stifterverband für die deutsche Wissenschaft ausgezeichnet und hat darüber hinaus insofern anregend gewirkt, als auch andere geisteswissenschaftliche Forschungsinstitute diese Veranstaltungsform für sich zu entdecken scheinen - hoffentlich über das soeben angelaufene „Jahr der Geisteswissenschaften“ hinaus. Weitere Termine der ersten Staffel sind am 18. April, 25. April, 3. Mai, 23. Mai, 24. Mai, 30. Mai, 31. Mai und am 4. Juli 2007. Voranmeldungen von Schulklassen für das zweite Halbjahr nimmt Dr. Yvonne Pauly auch bereits entgegen. Das Schülerlabor richtet sich an Gymnasiasten der Oberstufe, besonders geeignet sind Schüler des Leistungskurses Deutsch.

Kontakt

Gisela Lerch
Leiterin der Abteilung Kommunikation und Information der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
Jägerstraße 22/23
10117 Berlin
Tel.: 030 / 20370-657
glerch@bbaw.de
www.bbaw.de

und

Dr. Yvonne Pauly
verantwortlich für das Schülerlabor Geisteswissenschaften im Referat Kommunikation und Information der der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
Jägerstraße 22/23
10117 Berlin
Tel.: 030 / 20370-372
pauly@bbaw.de
www.bbaw.de



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Myriam Hönig (v.i.S.d.P.)
Dr. Annette Schaefgen
Markgrafenstr. 37
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Tel. 030 / 325 98 73 72
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