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Erste Nachwuchsforscher ins Junge Kolleg berufen

DÜSSELDORF. Im Jungen Kolleg der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften sollen die Spitzenforscher von morgen umfassend gefördert werden: finanziell, fachlich und ideell. Die Kollegiaten haben die Möglichkeit, in interdisziplinären Arbeitsgruppen ihre Projekte zu diskutieren, sich mit der etablierten Wissenschaftselite auszutauschen und die Infrastruktur der Akademie für ihre Forschung zu nutzen.

Interdisziplinarität ist der Kern des Akademiegedankens, und deshalb ist die Akademie der geeignete Ort, hervorragende junge Wissenschaftler mit führenden Vertretern der Fächer zum Gespräch quer über die Fächer zusammenzubringen. Das Junge Kolleg wird von der Stiftung Mercator mit insgesamt 2,93 Millionen Euro gefördert. Es soll auf 30 Mitglieder anwachsen. Diese erhalten jeweils über vier Jahre hinweg 10.000 Euro im Jahr für ihre Arbeit.

Im Rahmen eines Festaktes wurden nun die ersten 13 Mitglieder in das Junge Kolleg der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften aufgenommen. Sie wurden aus einer Vielzahl von Nominierungen ausgewählt. Ihr fachliches Spektrum reicht von den Geisteswissenschaften über die Naturwissenschaften bis zu den Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften.

Die Kollegiaten

Johannes Berg (geb. 1972), Universität zu Köln, hat Theoretische Physik studiert. Er ist Leiter einer Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe am Institut für Theoretische Physik. Seine Forschung setzt an der Schnittstelle zwischen statistischer Physik und Molekularbiologie an.

Agnes Flöel (geb. 1973), Münster, hat Medizin in Hannover und Cardiff studiert. Mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) hat sie in der neurologischen Abteilung des Universitätsklinikums Münster eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die über „Neuroplastizität im alternden Gehirn“ forscht.

Mirja Lecke (geb. 1972), Münster, hat Volkswirtschaftslehre und Slavistik studiert. Sie erforscht die kulturellen Beziehungen zwischen Russen und Nicht-Russen im Russischen Imperium.

Cedrik Meier (geb. 1974), Universität Duisburg-Essen, studierte Physik. Der Nachwuchswissenschaftler ist Leiter der Nachwuchsgruppe „NanoPhox Nanophotonik mit Oxiden“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Sein Forschungsgebiet sind Nanohalbleiterstrukturen.

Martin Mönnigmann (geb. 1972) ist Habilitand im Bereich der angewandten Systemwissenschaften am Lehrstuhl für Prozesstechnik der RWTH Aachen. Sein Forschungsgebiet sind nichtlineare komplexe Systeme, wie z.B. Chemieanlagen und Automobile.

Eva Maria Neuhaus (geb. 1970) ist Assistentin am Lehrstuhl für Zellphysiologie der Ruhr-Universität Bochum. Zusammen mit Hanns Hatt ist sie Teilprojektleiterin im Sonderforschungsbereich „Geruchsrezeptor-assoziierte Proteinkomplexe als regulatorisches Element chemosensorischer Signalverarbeitung“ und leitet ein von der DFG gefördertes Projekt zur Funktion von Chemorezeptoren. Ihr Fachgebiet sind Geruchsrezeptoren, angefangen von den Insekten bis hin zum Menschen.

Andreas Roider (geb. 1971) ist Habilitand am Wirtschaftswissenschaftlichen Fachbereich der Universität Bonn. Seine Forschungsfelder der Mikroökonomik und die experimentelle Wirtschaftsforschung sind im Grenzbereich von Rechtswissenschaft und Ökonomie angesiedelt.

Tilmann Schäffer (geb. 1979) arbeitet am Physikalischen Institut der Universität Münster im Rahmen einer Forschungsdozentur über nanotechnologische Methoden in der Hirnforschung. Er untersucht unter anderem die Vorgänge bei der Auflösung des Myelins, welches bestimmte Nervenfasern umhüllt und elektrisch isoliert.

Andreas Shalchi (geb. 1976) arbeitet an der Fakultät für Physik und Astronomie der Ruhr-Universität Bochum. Der Wissenschaftler ist Leiter einer Emmy Noether-Nachwuchsgruppe. Seine primären Forschungsgebiete sind der Transport und die Beschleunigung kosmischer Strahlung.

Klaus von Stosch (geb. 1971) arbeitet als Assistent am Lehrstuhl für Systematische Theologie und Religionsphilosophie an der Universität zu Köln und als Privatdozent in Münster. Sein Forschungsansatz ist die komparative Theologie, dabei legt er den Schwerpunkt besonders auf die Herausarbeitung der unterschiedlichen Betrachtungsweisen der Offenbarung in Islam und Christentum.

Christoph Thole (geb. 1978) ist Habilitand am Lehrstuhl für Deutsches und Europäisches Privat- und Prozessrecht der Universität Bonn. Seine Forschungsschwerpunkte bilden das Bürgerliche Recht, das Prozessrecht und das Unternehmensinsolvenzrecht.

Martin Wagner (geb. 1978) ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Sonderforschungsbereich „Formgedächtnistechnik“ der Ruhr-Universität Bochum und leitet die Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe „Zwillingsbildung“ am Institut für Werkstoffe. Ziel seiner Arbeit ist ein besseres Verständnis der so genannten Zwillingsbildung in strukturellen und funktionellen Ingenieurwerkstoffen.

Alma Zernecke (geb. 1976) ist Assistentin am Institut für Kardiovaskuläre Molekularbiologie in Aachen und leitet Projekte der DFG und des 7. EU-Rahmenprogramms. Sie erforscht Signalmoleküle, die die Infiltration der Gefäßwand durch Immunzellen steuern und so den Verlauf der Arteriosklerose bestimmen.

Kontakt

Bernhard Scharfenberger
Referent in der Geschäftsstelle der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften, Karl-Arnold-Haus der Wissenschaften
Palmenstraße 16
40217 Düsseldorf
Tel.: 0211 / 61 734 12
Bernhard.Scharfenberger@akdw.nrw.de
www.akdw.nrw.de



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